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25.02.2000 - 

Grenzgänger zwischen Business Angel und Venture Capital

Web Media etabliert sich als deutsches Incubation Center

MÜNCHEN (CW) - Seit Juli 1999 arbeitet die Web Media GmbH als eines der ersten Incubation Center in Deutschland. Sie unterstützt Internet-Startups mit Kapital, Know-how und Infrastruktur. Im Idealfall werden die Frischlinge bis an die Börse begleitet. Auch danach hält Web Media - im Gegensatz zur gängigen Venture-Capital-Praxis - an den Beteiligungen fest.

"Gemeinsam sind wir stärker" könnte das Motto eines Incubation Center lauten, dessen Ziel es ist, die Überlebenschancen der Neugründer wesentlich zu vergrößern. Der Inkubator steht quasi zwischen Risikokapitalgebern, deren Einsatz rein finanzieller Natur ist, und Business Angels, die den Unternehmen mit Erfahrung zur Seite stehen.

Konzentration auf die Internet-Branche

Die in München ansässige Web Media GmbH konzentriert ihre Beteiligungen auf die wachstumsstarke Internet-Branche. Eine der Voraussetzungen, in den, wenn man so will, unternehmerischen Brutkasten aufgenommen zu werden, ist unter anderem der Bezug des von der Web Media bereitgestellten Bürogebäudes. Dies bedeutet beileibe nicht nur, dass den jungen Unternehmen dadurch eine "ordentliche" Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden kann (Büromöbel, Telefonanlage, Empfang, Poststelle oder Nutzung eines Firmennetzes). Es sind vor allem Kontakte und Informationen, von denen die Schützlinge profitieren. Intern wie extern gleichermaßen.

Nach innen gilt der Vorteil der kurzen Kommunikationswege. Neben wöchentlich stattfindenden Meetings bietet sich gewissermaßen auf dem Flur immer wieder Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Als weitere Bedingung bei der Aufnahme in den Gründerzirkel wird daher auch der Ausschluß konkurrierender Firmen genannt.

Die Chemie zwischen den Firmen muss stimmen

Um Konkurrenzdenken und Geheimniskrämerei zu vermeiden, sollen nur solche Unternehmen unter einem Dach versammelt werden, die sich in Hinblick auf Informationen ergänzen können und nicht gegenseitig ausstechen wollen. Nach außen wird der Auftritt der (noch) kleinen Firmen durch eine finanziell und personell starke Organistion im Hintergrund gestärkt.

Das Konzept kann demnach nur funktionieren, wenn "die Chemie" stimmt. Martin Aschhoff, Geschäftsführer der Web Media, betont, dass bei der Auswahl der Beteiligungen letztlich der persönliche Eindruck entscheidend ist. "Eine erstklassige Idee von einem "zweitklassigen" Menschen ist nicht soviel wert wie die zweitklassige Idee einer "erstklassigen" Person," erklärte er vor Journalisten in München. Ein halbes Jahr nach Gründung der Web Media GmbH als Internet-Holding der Neuen Mediengesellschaft Ulm, gehören insgesamt acht Dotcoms dem Kreis der Schützlinge an. Unter anderem der E-Mail-Anbieter Topmail, die Agnitas AG, Spezialistin für E-Marketing sowie die Online-Filmdatenbank Movieline. Ein weiterer Schützling, Global fulfillment.com, ein Anbieter von Fullfillment-Diensten für die Musikbranche, will sogar noch in diesem Jahr an die Börse gehen.

Das Risiko, das Web Media mit seinem "Brutkasten" zu tragen hat, beschränkt sich laut Aschhoff lediglich auf den finanziellen Einsatz. Sollte ein Unternehmen tatsächlich scheitern, können Personal und Technologie problemlos weitergereicht werden.