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29.08.2003 - 

WS-I veröffentlicht Standards

Web-Services lernen einander verstehen

MÜNCHEN (IDG) - Das Standardisierungsgremium Web Services Interoperability (WS-I) hat Version 1.0 von Basic Profile herausgegeben. Darin ist spezifiziert, wie Web-Services-Standards in Produkten implementiert werden sollten, um interoperabel zu sein.

"Es ist verständlich, wenn Anwender zurückhaltend auf die Einführung von Web-Services-Standards reagieren, solange Hersteller nicht die einheitliche Verwendung dieser Techniken zusagen", erklärt Rob Cheng, WS-I-Sprecher und Web-Services-Spezialist bei Oracle. Ziel von Basic Profile sei es, dieses Risiko zu reduzieren und die Arbeit der Entwickler von unnötigem Ballast zu befreien. Die Spezifikation beschreibt, wie die Standards Soap 1.1, WSDL 1.1, UDDI 2.0, XML 1.0 sowie XML Schema in Produkten umgesetzt werden sollten, damit sie untereinander kommunizieren können.

Basic Profile ist das erste Set einer ganzen Reihe von geplanten Spezifikationen, mit denen das WS-I sicherstellen will, dass die Implementierung der Techniken durch konkurrierende Hersteller keine eigenen Wege geht. Dies gilt insbesondere für Web-Services, die auf der Java- oder der .NET-Plattform aufsetzen. Um hier Interoperabilität sicherzustellen, widmet Basic Profile auch der einheitlichen Problembeschreibung und der darauf aufsetzenden Fehlerbehandlung breiten Raum.

Wer standardkonforme Produkte entwickelt, soll ein WS-I-Logo erhalten. Die Organisation hat allerdings nicht vor, Software auf Basic-Profile-Kompatibilität zu prüfen und Zertifizierungen zu vergeben. Man setzt auf den Druck der Anwender und die Einsicht der Hersteller beziehungsweise deren Furcht vor der Blamage, sollte ihnen das WS-I-Logo aufgrund mangelnder Konformität wieder entzogen werden. Ein Testwerkzeug will das WS-I voraussichtlich in zwei Monaten zur Verfügung stellen. Das daran anschließende Logo-Programm sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Basic Profile 1.0 in erster Linie grundlegende Aspekte bezüglich des Datenaustauschs und des Formatumgangs klärt. Spezifikationen etwa zum Thema Sicherheit von Web-Services befinden sich derzeit noch in den WS-I-Arbeitsgruppen.

Mit der Freigabe von Basic Profile kann auch Version 1.4 der Sun-Spezifikation J2EE offiziell auf den Markt kommen. Sun und Mitglieder der Java-Community waren sich darin einig, beide Papiere möglichst zeitnah zu veröffentlichen, um die Ergebnisse des WS-I berücksichtigen zu können (siehe auch Seite 35). (ue)