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08.08.2003 - 

Fünf Middleware-Hersteller sind dabei - Microsoft, Bea und IBM nicht

Web-Standard steuert lange Transaktionen

MÜNCHEN (CW) - Fünf Middleware-Spezialisten haben eine neue Spezifikation vorgestellt. Mit ihr sollen sich Prozesse, die mehrere Transaktionen erfordern, auf der Grundlage von Web-Services koordinieren lassen.

Sun, Oracle, Fujitsu Software, Iona und der britische Middleware-Spezialist Arjuna haben das "Web Services Composite Applications Framework" (WS-CAF) veröffentlicht. Mit ihm sollen sich lange Transaktionen, an denen mehrere Web-Services beteiligt sind, leichter realisieren lassen. Vor allem die Koordination verschiedener Netzdienste ist nach Ansicht der fünf Urheber ein Problem. So erfordert beispielsweise eine Bestellung von Waren das Zusammenspiel mehrerer Prozesse zwischen Käufer und Lieferant. Unter Umständen sind auch Ereignisse wie Nachbestellungen, Stornos oder sogar die komplette Rückabwicklung des Vorgangs zu berücksichtigen.

Geschäftsvorgang unter Kontrolle

Mit diesen Anforderungen soll WS-CAF fertig werden. Die Spezifikation besteht aus drei Elementen: "Web Services Context" (WS-CTX) fügt einzelne Transaktionen zu einem Geschäftsvorgang zusammen, etwa eine Flugbuchung, das Mieten eines Leihwagens sowie das Reservieren eines Hotelzimmers. Das "Web Services Coordination Framework" (WS-CF) sorgt dafür, dass die beteiligten Web-Services mit Transaktionsdaten versorgt werden. So informiert es beispielsweise einen Dienst über das Ergebnis einer Kreditwürdigkeitsprüfung. Die Komponente "Web Services Transaction Management" (WS-TXM) dient dazu, bei Ereignissen zwischen den beteiligten Netzdiensten zu vermitteln. Storniert ein Kunde etwa einen Kaufauftrag, würde WS-TXM sich darum kümmern, dass alle reservierten Artikel wieder freigegeben werden.

WS-CAF ist allerdings nicht die erste Spezifikation, die den Anspruch erhebt, Web-Services koordinieren zu können. Dazu zählt auch die Business Process Execution Language für Web Services (BPEL4WS oder kurz BPEL). Diese weist aber nach Überzeugung von Jeff Mischkinsky, Director of Web Services Standards bei Oracle, einige Lücken auf. "Bei BPEL bleibt es dem Entwickler überlassen, wie er Kontextinformationen zwischen den beteiligten Diensten austauscht." Laut Spezifikationsdokument soll WS-CAF sowohl BPEL als auch damit konkurrierende Entwicklungen wie Web Services Choreography Interface (WSCI) ergänzen.

Microsoft und IBM hatten vergangenes Jahr mit "Web Services Transaction" und "Web Services Coordination" zwei Spezifikationen vorgestellt, die ebenfalls lange Transaktionen steuern sollen. Eine Überlappung mit dem nun eingebrachten Composite Applications Framework befürchtet Oracle nicht. So hätten beide Hersteller bisher mit den Entwürfen nichts Konkretes zuwege gebracht und es zudem versäumt, sie einem Standardisierungsgremium vorzulegen.

Obwohl auch unabhängige Experten das Konzept von WS-CAF loben, hängt der Erfolg nicht zuletzt davon ab, dass viele namhafte Web-Services-Protagonisten mitziehen. Dazu zählen etwa Microsoft, IBM und Bea, die noch auf der Liste der Unterstützer fehlen. Die neue Spezifikation soll demnächst einer Standardisierungsorganisation zur Verfügung gestellt werden, wobei die Verfasser betonen, keine Lizenzgebühren eintreiben zu wollen. (fn)

Abb: Module des Composite Applications Framework

Die XML-Spezifikation soll Lücken in der Transaktionssteuerung via Web-Services schließen. Quelle: Sun