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22.09.2000 - 

Toleranz, solange Projekte nicht darunter leiden

Web-Surfen im Büro: Arbeitgeber bleiben cool

MÜNCHEN (jm) - Ein Schaden von 104 Milliarden Mark jährlich soll deutschen Unternehmen entstehen, weil Mitarbeiter auf Moorhuhnjagd gehen, Pornobilder aus dem Netz laden oder ihre Geldgeschäfte via Bürocomputer erledigen. Mit dieser Zahl hat die Denkfabrik GmbH aus Hürth eine kontroverse Diskussion ausgelöst.

Zweifel an Sinn und Aussagekraft der Studie hegt die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Viele Annahmen der Untersuchung basierten auf keinen gesicherten Erkenntnissen, kritisiert Jobst Hagedorn, Abteilungsleiter Betriebliche Personalpolitik beim BDA. Außerdem gehe es in Unternehmen grundsätzlich nicht darum Mitarbeiter zu kontrollieren, sondern nur deren Arbeitsergebnisse.

Trotzdem ist das Thema heiß: Untersuchungen aus anderen Ländern bestätigen, dass in den Unternehmen häufiger im Internet gesurft wird, als es den Managern lieb sein kann. Fast schon von selbst stellt sich die Frage, ob Firmenleitungen deshalb gegebenenfalls in Abstimmung mit dem Betriebsrat berechtigt sind, die Surf-Gewohnheiten ihrer Mitarbeiter knallhart zu kontrollieren. Was aber in den USA durchaus möglich und an der Tagesordnung ist, geht hierzulande nicht. Umfassende, heimliche Kontrollen via Überwachungssoftware, die auf Proxy- oder Gateway-Servern liegt, sind laut deutscher Rechtsprechung nicht erlaubt.

Das gilt, obwohl es bislang kein Grundsatzurteil zu diesem Sachverhalt gibt. Wolfgang Däubler, Spezialist für Internet-Recht an der Universität Bremen, erteilt Managern eine Absage, die sich in die Surfgänge und E-Mail-Kommunikation ihrer Angestellten einschleichen wollen. Selbst wer strafbare Inhalte aus dem Internet abruft, kann nicht in jedem Fall gekündigt werden (siehe Seite 9).