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15.08.2003 - 

Komplette Notes-Integration noch nicht möglich

Websphere-Portal verwaltet Dokumente

MÜNCHEN (fn) - Mit der Version 5.0 des "Websphere Portal Server" hat IBM vor allem die Collaboration-Funktionen ausgebaut. So verfügt die Software nun über ein Dokumenten-Management, das Anwendern einfache Office-Funktionen für das Arbeiten im Team bereitstellt. Ferner lassen sich über "Click-to-Action" weitere Backend-Systeme an die Benutzer-Schnittstelle koppeln.

Eine Neuheit des Portals sind die "Productivity Portlets". Sie gestatten es dem Benutzer beispielsweise, Texte oder andere Dokumente ohne spezielle Desktop-Software im Browser zu erstellen. Laut Hersteller würden diese Portlets wegen ihres eingeschränkten Funktionsumfangs keine vollständige Alternative zu gängigen Office-Produkten darstellen, doch deckten sie den Bedarf vieler Anwender in einem Unternehmen ab. Firmen müssten somit nicht mehr für alle Arbeitsplatzrechner eine Software wie Microsoft Word oder Excel anschaffen. Auch das Verteilen und das Einspielen von Updates erübrige sich.

Workflow integriert

Über die Productivity Portlets können Portalnutzer auch bestehende Word- und Excel-Dokumente in einem Viewer betrachten und editieren. Abgespeichert wird dann allerdings in HTML. Den Web-Funktionen liegt ein rudimentäres Dokumenten-Management-System zugrunde. Es regelt über Check-in/out-Mechanismen den Zugriff verschiedener Benutzer und sorgt automatisch für eine Versionierung. Ein integriertes Rechte-Management bestimmt, wer auf welche Weise auf Dokumente zugreifen darf, und ein simpler Workflow-Mechanismus steuert Freigabevorgänge. Über die Portlets können Anwender auch Inhalte von Notes-Datenbanken anzeigen lassen beziehungsweise über den Suchmechanismus darin recherchieren. Für ein intensives Arbeiten mit Datenbanken ist nach wie vor der proprietäre Notes-Client erforderlich.

Basierte die Suchmaschine des Portals bislang auf der Domino-Technik, verfügt das aktuelle Release laut Anbieter nun über eine komplett neu entwickelte Engine. Sie kommt mit 200 Formaten zurecht. Außerdem können Anwender mit der Search Engine in Repositories von Oracle, Filenet und anderen stöbern.

Bereits mit der Vorgängerversion hatte IBM das Feature "Click-to-Action" eingeführt. Es verbindet verschiedene, in das Portal integrierte Backend-Systeme. Ruft der Nutzer beispielsweise in einem Portalfenster einen Kundendatensatz aus einem CRM-System ab, könnten in einem anderen Portalfenster die noch offenen Rechnungen dieses Kunden angezeigt werden. Sowohl das Rechnungswesen als auch die CRM-Applikation sind dabei über ein Portlet angebunden. Ein drittes Click-to-Action-Portlet stellt dann die Verbindung zwischen beiden Systemen auf der Ebene der Benutzer-Schnittstelle her. Ebenso könnte ein Click-to-Action-Szenario dafür sorgen, dass sich ein Portlet-Fenster mit Lagerbestandsdaten automatisch aktualisiert, wenn ein Fertigungsauftrag bearbeitet wurde. Damit dies funktioniert, müssen die Portlets für Click-to-Action angepasst werden, was aber nach Ansicht von Experten nicht sehr aufwändig ist.

Portlets integrieren eine Vielzahl von Software ins IBM-Portal. Insgesamt umfasst der Portlet-Katalog etwa 900 derartige Module, dazu zählen auch solche zur Anbindung der hauseigenen Lotus-Produkte. Die "Extend"-Edition der Websphere-Software wird mit "Collaboration Center" ausgeliefert. Mit diesem auf Lotus-Technik basierenden Werkzeug können Portalanwender Kollegen ausfindig machen, etwa Experten für ein spezielles Thema. Über die Funktion "Presence Awareness", ein Bestandteil der integrierten "Sametime"-Software, erfährt der Ratsuchende, ob der Kollege verfügbar ist, und kann mit ihm online Kontakt aufnehmen oder via "Lotus Team Workspace" ein Online-Meeting einberufen.

Leichtere Installation

Robert Paluch und Thomas Frister, zwei Portalexperten beim Beratungshaus CSC Ploenzke, haben bereits erste Erfahrungen mit dem neuen Produkt sammeln können. Ihnen ist dabei die stark verbesserte Installationsroutine positiv aufgefallen. Musste der Anwender früher mehrere Produktkomponenten über CD-Rom einspielen und dabei ärgerlicherweise genau auf die richtigen Release-Nummern und Sprachversionen achten, lasse sich die Software nun über eine einheitliche Setup-Prozedur aufsetzen. Benutzerfreundlicher gestaltet habe IBM ferner das Administrationswerkzeug, das nun über eine selbsterklärende Oberfläche verfüge. Umgestellt hat der Hersteller das Rechte-Management im Portal: Es basiert nun nicht mehr auf Gruppen, sondern auch auf Rollen. Dies führe zu einer feineren Granularität bei der Benutzerrechtevergabe, was sich laut den CSC-Ploenzke-Spezialisten beispielsweise bei der Anbindung des Portals an die ebenfalls rollenbasierenden Mysap-Applikationen der SAP als Vorteil erweisen dürfte.

Die Preise für die Portalsoftware richten sich nach der Anzahl der Prozessoren. Die "Enable"-Edition kostet etwa 89000 Dol-lar, die Extend-Variante knapp 144000 Dollar. Eine speziell für den Mittelstand konzipierte "Express"-Version schlägt mit 1700 Dollar pro 20 User zu Buche und lässt sich für maximal 2000 Anwender ausbauen. Das Paket "Express Plus" enthält zusätzlich die Collaboration-Funktionen.