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20.10.2005

Wechsel vom Tanker zum Schnellboot

20.10.2005
Der 51-jährige IT-Manager Dieter Roskoni wechselt von Oracle zum Startup Aegeanet. Im CW-Interview nennt er seine Beweggründe.

CW: Sie wechselten unlängst von Oracle zu einem Startup. Trauen Sie dem Platzhirschen nichts mehr zu?

Dieter Roskoni …

… ist Experte für CRM- und ERP-Lösungen und wechselte Anfang Oktober von der Oracle Deutschland GmbH zu Aegeanet Systems, einer Tochterfirma der Eclaire Gruppe, die sich auf roboterunterstützte Softwareentwicklung spezialisiert hat.

Der 50-jährige Ingenieur arbeitete zunächst einige Jahre als Programmierer bevor er dann in den Verkauf und das Marketing wechselte. Vor Oracle war er bei Peoplesoft, J.D. Edwards, Vantive und Hewlett-Packard.

ROSKONI: Ich denke, mit den ganzen Zukäufen der letzten Zeit hat Oracle ein Produktportfolio aufgebaut, das es zu einem klaren Herausforderer von SAP macht - in dieser Hinsicht traue ich meinem Ex-Arbeitgeber noch viel zu, falls die Integra-tion schnell und ohne große Know-how-Verluste vonstatten geht.

CW: Sie waren als Senior Direc-tor Applications Marketing bei Oracle in einer guten Position. Warum jetzt der Wechsel zu einem Startup?

ROSKONI: Meine Gründe, Oracle zu verlassen, haben weniger mit dem Unternehmen zu tun, eher damit, dass ich mich in einem Alter befinde, in dem man entweder an seine Frühverrentung denkt oder noch mal richtig was bewegen will, und zwar von Anfang an.

CW: Wie sind Sie auf Ihren neuen Arbeitgeber aufmerksam geworden?

ROSKONI: Aegeanet ist an mich herangetreten. Der President Europa, Andreas Schütte, ist über Veröffentlichungen und das Internet auf mich gestoßen. Nach intensiven Gesprächen war mir klar, dass dies eine Chance ist, die sich nicht so oft im Leben ergibt.

CW: Wie wollen Sie nun Ihre Berufserfahrungen nutzen, um Aegeanet im Markt zu positionieren?

ROSKONI: Im Vordergrund der Vermarktung steht die "Eclaire"- Produktarchitektur (Eclaire Mathematical Architecture) mit ihrem auf mathematischen Regeln basierenden Ansatz. Ob es sich hierbei um Standardanwendungen oder um die Umsetzung kundenspezifischer Prozesse handelt: der Ansatz erlaubt eine Programmierung, die 30-bis 50-mal schneller ist als bei herkömmlichen Produkten. Damit kann Eclaire mit Fug und Recht den Slogan "Rapid Realization" für sich in Anspruch nehmen.

CW: In Startup-Unternehmen arbeitet häufig eine junge Generation von Mitarbeitern mit vielleicht anderen Einstellungen und Arbeitsauffassungen. Haben Sie diese Erfahrung auch gemacht, und wenn ja, wie gehen Sie damit um?

ROSKONI: Meine Erfahrung ist, dass junge Menschen - bevor sie Verantwortung übernehmen - dazu neigen, erst nach der Belohnung zu fragen, wogegen sie für mich erst einmal beweisen sollten, dass sie den Job auch ausfüllen können. Ansonsten finde ich junge Leute oft anregend irritierend, so dass ich meine Vorgehensweise damit vergleichen und anreichern kann.

CW: Sie sind jetzt Anfang 50, haben Sie keine Angst, dass Sie mit Aegeanet aufs falsche Pferd gesetzt haben könnten? Immerhin gibt statistisch gesehen jedes fünfte Startup-Unternehmen in den ersten fünf Jahren wieder auf.

ROSKONI: Ich glaube an die roboterunterstützte Softwareentwicklung. Schon zu meiner Programmierzeit habe ich ansatzweise Softwareroboter mitentwickelt. Ich denke auch, dass Software mehr und mehr zur Commodity werden wird wie Strom aus der Steckdose. Der Mehrwert ist nicht die Software, sondern die Prozesse, die durch Software umgesetzt werden. Wir müssen einen Paradigmenwechsel herbeiführen, also lasst uns doch diesen stupiden Teil Programmierung vergessen und unsere Kreativität auf die schnelle, kostengünstige und qualitative Umsetzung von Geschäftsprozessen lenken. (hk)