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18.05.2001 - 

AIIM-Konferenz 2001 im Zeichen der B-to-B-Themen

Wechsel zum Enterprise-Content-Management

MÜNCHEN (CW/IDG) - Enterprise-Content-Management gilt inzwischen als eine der wichtigsten Disziplinen im E-Business. Entsprechend richtete sich die AIIM Conference Anfang Mai aus, Amerikas größte Messe für Themen rund um das Dokumenten-Management.

Das Modell der zentralen Web-Entwicklung habe ausgedient, jetzt gehe es um Tools und Prozesse, über die alle Mitarbeiter eines Unternehmens in die Content-Verteilung einbezogen werden können - mit diesen Worten eröffnete Interwoven-Chef Martin Brauns in seiner Keynote die Konferenz der Association for Information and Image Management (AIIM) in New York. Nach Meinung des Branchenexperten muss eine Content-Infrastruktur aus fünf Elementen bestehen. Zunächst gehe es um die "Aggregation der Inhalte", das heißt, Unternehmen müssten Dokumente, Bilder, Videos oder andere Objekte aus den Datenbanken zusammenstellen. Applikationen, die in Form von Code bis zu 30 Prozent einer Website ausmachen können, gehörten ebenfalls dazu.

Publishing für alleAls zweites Element nennt Brauns "Content Collaboration". Gemeint ist, dass nicht mehr nur ein zentrales Web-Team für die Veröffentlichung der Inhalte zuständig ist, sondern auch Abteilungen und deren Manager. Die für solche Strukturen erforderlichen Tools dürften die Anwender jedoch nicht vor die Situation stellen, die Bedienung einer neuen Software erlernen zu müssen. Statt dessen sollten sich die Content-Management-Systeme über E-Mail, Browser oder eine andere, in der jeweiligen Umgebung gewohnten Anwendung bedienen lassen.

Für das "Content-Management" selbst als dritte Komponente empfiehlt Brauns knapp, sämtliche Inhaltsobjekte in die Extensible Markup Language (XML) zu überführen, die in seinen Augen zum zentralen Element jeder Content-Management-Strategie avancieren wird.

"Content Intelligence" auf Basis von Metadaten stellt laut Interwoven-CEO den kritischsten und zugleich schwierigsten Part des Content-Management dar. Seiner Einschätzung nach verfügen derzeit 90 Prozent aller Web-Inhalte über keine Metadaten-Tags, weshalb die Suche nach speziellen Informationen zu einer äußerst lästigen Aufgabe werden kann. Selbst große Unternehmen würden die Arbeit mit Metadaten lieber auf die lange Bank schieben, anstatt sie der IT-Strategie voranzustellen.

Schließlich geht es noch um die "Content-Verteilung" mit der Notwendigkeit, die Multichannel-Distribution von Anfang an einzuplanen und den Weg der einzelnen Inhaltsobjekte sorgfältig zu verfolgen.

Als Verbindungsschicht zwischen Plattformen und modernen Anwendungen ordnet Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer der Hamburger Project Consult GmbH, in seinem AIIM-Resümee das Enterprise-Content-Management ein. In diesem Middleware-Segment besonders stark vertreten seien Firmen wie ATG, Tibco, IBM, Interwoven und Bea. Zugleich stellt der Berater und Branchenanalyst ein Zusammenwachsen von Data Warehouses und Document Warehouses zu einem einheitlichen, universellen Repository für alle Arten von Informationen fest. Dies bilde die Grundlage für das künftige Enterprise-Content-Management, das derzeit offensichtlich noch unter Akzeptanzproblemen leidet. So beklagt Gartner in einer auf der AIIM-Show vorgestellten Studie, dass bei vielen Anwendern kurzfristige Ad-hoc-Entscheidungen, die Einrichtung von Einzellösungen oder die Ausstattung nur bestimmter Unternehmensbereiche die mögliche Effizienz von Enterprise-Content-Management verhindern.

Web-Clients dominierenHerausragende Neuankündigungen konnte Kampffmeyer auf der Fachmesse nicht entdecken. Statt dessen präsentierten sich die Hersteller eher mit einer Produktkonsolidierung der angebotenen Lösungen in Form ergänzter Funktionalität und angehobener Versionsnummer. Bei den Präsentationen überwogen Architekturen mit schlanken, Web-basierten Clients, die allerdings vielfach wie auf herkömmliche Lösungen aufgepfropft wirken. Europäische Trendthemen wie die automatische Dokumenten-Klassifikation seien in den USA, wo sich erst jetzt die Debatte um geordnete Taxonomien entwickelt, noch kein heißes Eisen. Branchenkenner gehen laut Kampffmeyer davon aus, dass die Ansätze der automatischen Klassifikation, Indizierung, Taxonomie, Nomenklatur und Thesaurusnutzung erst zusammenwachsen müssen, um effizient nutzbare Lösungen zu schaffen.