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08.06.1990 - 

Wirtschaftsinformatiker diskutieren über den DV-Mitarbeiter der Zukunft

Weg vom "DV-Handwerker" zum geschickten Problemlöser

Für den DV-Mitarbeiter der Zukunft reicht das reine DV- Wissen nicht aus, es kommt vielmehr darauf an, die betrieblichen Gesamtzusammenhänge zu verstehen. Das war der Tenor einer Tagung, die vor kurzem in Stuttgart stattfand und deren wichtigste Ergebnisse Eberhard Stickel* zusammenfaßt.

Der Arbeitskreis Wirtschaftsinformatik (AWI) der Berufsakademie Stuttgart veranstaltete vor kurzem unter Leitung von Karl-Heinz Rau eine Fachtagung unter dem Leitthema "Qualifikation von DV-Mitarbeitern in der Zukunft".

Peter Schmidt, Hauptabteilungsleiter bei der Mercedes-Benz AG, sieht die Qualifikation der DV-Mitarbeiter im Vergleich zu den 60er Jahren vorwiegend unter nicht-technischen Aspekten. Nach seiner Meinung sollte die berufliche laufbahn eher durch Vielseitigkeit und das Rollenverständnis der Mitarbeiter durch Partnerschaftlichkeit geprägt sein. Die Rolle des Informatikers beschreibt Schmidt einerseits als die eines Architekten, andererseits als die des Treuhänders der Ressource "Information" im Unternehmen.

Der DV-Spezialist entwickele sich vom primär fremdbestimmten Dienstleister zum Berater und Partner. Für das Anforderungsspektrum ergeben sich daher aus der Sicht des Mercedes-Managers zwei Schwerpunkte: Auf der einen Seite zeichne der Spezialist für Hardware, DV-Betrieb und Systemgestaltung verantwortlich, während sich auf der anderen Seite der Mitarbeiter mit seinem Anwendungswissen in den Bereichen Ökonomie und Ingenieurwissenschaft befinde. Das Problem bestehe nun insbesondere darin, daß Mitarbeiter gebraucht würden, die in möglichst hohem Maße beide Qualifikationsprofile gepaart mit sozialer Kompetenz in den Bereichen Moderation, Präsentation, Teamwork sowie Projekt-Management auf sich vereinten.

Mit "reinem" DV-Wissen ist kein Staat mehr zu machen

Auch Artur Marckmann, Leiter IS-Developement der IBM Europa in Paris, ist der Meinung, daß mit dem reinen DV-Wissen kein Staat zu machen sei. Vielmehr entstehe ein Qualifikationsprofil, daß der IBM-Manager mit dem eines Consultants umschrieb. Dieser Mitarbeiter solle "Geschäftsprozesse verstehen können, die externe Verflechtungen und Markterfordernisse in ihren Konzeptionen berücksichtigen".

Natürlich behalte, so Marckmann, der Spezialist seine Daseinsberechtigung. Dessen Spektrum sei vor allem geprägt durch "ganzheitliches Wissen über Methoden, Verfahren und Tools zur Beherrschung von komplexen Anwendungen, von Endbenutzer-Systemen, des Daten-Managements, der Anwendungs- beziehungsweise Systemarchitektur, des Anwendungsdesigns und offener Kommunikationsnetze".

Für Josef Wittman, Leiter des Bereichs Organisation und Datenverarbeitung der Landesgirokasse in Stuttgart, ist das Anforderungsgsprofil seines zukünftigen Mitarbeiters gekennzeichnet durch:

- die Fähigkeit zur Analyse und Lösung komplexer Aufgabenstellungen im Team,

- Bankwissen beim DV-Entwickler,

- DV-Wissen beim DV-Organisator,

- Gesamtschau und Verantwortung für das jeweilige Sachgebiet und unternehmerisches Denken.

Auch der langjährige Mitarbeiter müsse sich "vom Handwerker zum umfassenden Problemlöser weiterentwickeln". Das gleiche gelte für die Persönlichkeits- und Qualifikationsstruktur neuer Mitarbeiter.