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06.09.2006 - 

Schutz gegen Burnout

Wege aus der Stressfalle

Michael Schweizer ist freier Autor in München.
IT-Arbeit kann krank machen. Es gibt Möglichkeiten, sich dagegen zu schützen.

Emil programmiert Bankensoftware für ein Unternehmen, das die meisten Leser der COMPUTERWOCHE kennen dürften. Am Telefon wirkt er angespannt. Er will sich nicht in dem schick gewordenen Münchner Altbaustadtteil verabreden, in dem er wohnt, sondern heimlich in einem Vorstadtcafe, hinter dessen schweren Vorhängen vorzüglicher Pflaumenkuchen mit viel Sahne gereicht wird. Dort redet Emil wie ein Wasserfall. "Dass jede Abteilung und jedes Projektteam geglaubt hat, in allen anderen säßen nur Idioten, war bei uns schon immer so. Eine goldene Zeit, in der wir uns gegenseitig respektiert haben, hat es nie gegeben. Neu ist aber, dass jedes Team sagt: ,Wir machen selbst auch nur noch Mist.' Mit den Leuten, die wir noch haben, kann man die Arbeit nicht mehr vernünftig erledigen. Die Geschäftsführung hält die Kunden offenbar für sehr geduldig."

Was IT-Experten stresst

  • Zu viel Arbeit ist der gemeinsame Nenner, auf den sich die sonst sehr unterschiedlichen Erzählungen von IT-Experten, die unter Stress leiden, bringen lassen. Urlaube verfallen, Abende unter der Woche sind dem beruflichen Mail-Verkehr gewidmet, Wochenenden werden erst improvisatorisch, dann fest für die Arbeit eingeplant. Ein guter IT-Analyst könne "im Prinzip nie ausschalten", sagt Rüdiger Spies, Executive Advisor bei der Experton Group. Man laufe Gefahr, "die Lebenskerze von zwei Seiten abzubrennen".

  • Hohe Ziele: Was für Emil die Arbeit in immer mehr Projekten gleichzeitig ist, das sind für Vertriebsleute die Umsatzziele. Wer sie erreicht, wird nicht selten damit bestraft, dass ihm die Latte für das nächste Jahr oder Vierteljahr noch höher gelegt wird. Manfred Schimmel betreut beim CRM-Spezialisten Saratoga Systems aus München-Unterföhring große Kundenfirmen im deutschsprachigen Raum. Anders als so manche Vertriebler, die für Auslandsniederlassungen amerikanischer Firmen arbeiten, erhält er Vorgaben, die sich erreichen lassen. Dazu braucht er aber Arbeitszeiten von 6.30 Uhr bis 20 Uhr, dienstliche Telefonate im Auto und ein auch zu Hause laufendes Notebook. Schimmel schimpft über einen "schwachsinnigen Preisdruck", der dadurch entstehe, dass andere CRM-Software-Anbieter das Consulting im Vorfeld der Installation einfach verschenkten.