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18.02.1994

Wegen 3,3-Volt-Technologie keine Kompatibilitaet Intel-CPUs zwingen zu Redesign von PCs und versperren Upgrades

MUENCHEN (jm) - Die Intel Corp. baut in den kommenden Wochen sowohl die 486- als auch Pentium-Produktlinien um Prozessoren aus, die mit hoeheren Taktraten aufwarten koennen als die Vorgaengermodelle. Wermutstropfen fuer Anwender: Weil der Halbleiterhersteller die 3,3-Volt-Technologie umsteigt, lassen sich PCs, an deren CPUs eine Spannung von fuenf Volt anliegt, nicht mehr aufruesten.

Offiziell fuehrt der Halbleiterproduzent die mit 75 beziehungsweise 90 Megahertz getakteten Pentium-CPUs Anfang April ein. Allerdings werden einige PC-Hersteller schon auf der CeBIT 1994 in Hannover mit Systemen aufwarten, die mit der zweiten Generation von Intels Topchip arbeiten.

Bereits in der zweiten Maerzwoche hebt Intel zwei 486-Prozessoren mit der Bezeichnung "DX4" aus der Taufe. Sie sind intern mit 75 beziehungsweise 90 Megahertz getaktet. Bislang war innerhalb der 486-Prozessorlinie bei 66 Megahertz das Leistungsmaximum erreicht.

Anwender wie PC-Hersteller muessen allerdings eine dicke Kroete schlucken: Die neuen CPUs bieten zwar eine signifikante Leistungssteigerung. Da Intel sich aber entschieden hat, die Pentium- ebenso wie die "DX4"-CPUs der 486-Linie in 3,3-Volt- Technologie auszulegen, stehen Benutzer wie Produzenten vor erheblichen Problemen, wenn auch unterschiedlichen.

PC-Anbieter muessen das Design ihrer Mutterplatinen komplett aendern. Thorsten Doerffeldt, bei der Dell Computer GmbH in Langen Produktverantwortlicher fuer PC-Systeme, bestaetigt den Zwang zu zusaetzlichen Entwicklungsanstrengungen auf Seiten der PC- Hersteller.

Fuer Anwender viel aergerlicher ist ein anderer Umstand: Mit Intels Umstellung auf die 3,3-Volt-Spannung sind Besitzern solcher PCs bisher gewohnte Aufruestoptionen versperrt, deren Prozessoren mit einer Versorgungsspannung von fuenf Volt arbeiten.Doerffeldt bestaetigt die Vermutung, dass etwa Intels Overdrive-Sockel fuer den Wechsel von einer auf eine andere CPU durch einfachen Prozessoraustausch nicht mehr genutzt werden kann.

Darauf verweist auch Michael Westfahl, bei der Compaq Computer GmbH Manager Produkt-Marketing fuer PC-Server: "Durch die 3,3-Volt- Technologie sind PC-Hersteller gezwungen, auf einer neuen technologischen Basis aufzusetzen." Erst diese sei dann Ausgangspunkt fuer zukuenftige Upgrade-Pfade.

Kaeufer bisheriger Pentium-Maschinen schauen also genauso in die Roehre wie vor allem Benutzer von 486-Rechnern, deren Prozessoren mit der hoeheren Spannung arbeiten. Somit finden sich fast alle Benutzer bisheriger PC-Systeme in einer technologischen Sackgasse.

Reiner Mauthe vom technischen Marketing der Intel GmbH aeusserte zwar, auch bei auf fuenf Volt Spannung ausgelegten PCs liessen sich ueber einen sogenannten Voltregulator die neuen Prozessoren nutzen. Nicht geloest sei damit allerdings das Problem von I/O- Subkomponenten wie etwa den Speicherbausteinen, weil diese bislang in der Regel nur mit der hoeheren Spannung arbeiten. Auch er bestaetigt deshalb im Grunde die Notwendigkeit, Hauptplatinen komplett neu zu entwickeln.

Pentium im vierten Quartal 1994 um 30 Prozent billiger

Der Prozessorhersteller gab keinen Kommentar zu den Preisen fuer die neuen CPUs ab. Allerdings erklaerte Intels Vice-President der Microprocessor-Abteilung, Paul Otellini, nach einer Meldung des Informationsdienstes "vwd", er rechne damit, dass Pentium-Rechner Ende 1994 nur mehr 2000 Dollar kosten wuerden.

Das US-Computerfachblatt "PC-Week" beruft sich auf Intel-Papiere bei der Behauptung, die Pentium-Preise wuerden im vierten Quartal 1994 um etwa 30 Prozent fallen. Der schnellste DX4-Chip aus der 486-Linie werde zunaechst 635 und spaeter 450 Dollar kosten, die momentan leistungsstaerkste 486-CPU mit 66 Megahertz duerfte im Preis von 430 auf 260 Dollar sinken.