Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Prozess gegen Bristol Technology


15.09.2000 - 

Wegen unfairer Geschäftspraktiken soll Microsoft eine Million Dollar zahlen

MÜNCHEN (CW) - In dem Rechtsstreit Bristol Technology gegen Microsoft hat Richterin Janet Hall die Gates-Company wegen "rücksichtloser, mutwillig geschäftsschädigender" Praktiken zur Zahlung von einer Million Dollar verurteilt. Microsoft wird gegen den Entscheid Berufung einlegen.

Für den Softwaregiganten aus Redmond dürfte weniger die Höhe der Strafe im Vordergrund stehen. Eine Million Dollar zahlt das Unternehmen aus der Portokasse. Dessen war sich auch Richterin Hall bewusst, als sie die immerhin höchste, jemals in Connecticut gegen ein Unternehmen wegen Verstoßes gegen den "Unfair Trade Practices Act" verhängte Strafe erließ. Von Bedeutung ist schon eher, dass Halls juristische Einschätzung der Geschäftsgebaren von Microsoft sich mit den Vorwürfen deckt, die das US-Justizministerium in seinem Prozess gegen das Software-Unternehmen immer wieder betont hat.

Bristol hatte Microsoft im August 1996 verklagt, dem Independent Software Vendor (ISV) entgegen einem früher geschlossenen Kooperationsabkommen keinen Zugriff mehr auf den Quellcode von Windows NT zu gewähren. Bristol hatte Microsoft ursprünglich helfen sollen, eine Brücke von der Windows-Welt in die Unix-, Linux- und OS/390-Großrechner-Umgebung zu schlagen. Hierzu entwickelte das Unternehmen unter anderem "Wind/U", ein Werkzeug, mit dessen Hilfe sich Windows-Applikationen auf die genannten Betriebssystem-Linien portieren lassen.

Nachdem Microsoft mit "Windows 2000" aber ein Betriebssystem zu entwickeln begann, das direkt gegen die Unix-ServerBetriebssysteme und IBMs Großrechner-Software konkurrieren sollte, war Bristols Unterstützung für die Gates-Company offensichtlich nicht mehr gefragt. Ein Bristol-Sprecher sagte, sein Unternehmen habe nur noch limitierten Zugriff auf den Quellcode von Windows 2000 bekommen. Microsofts Geschäftspraktiken hätten sein Unternehmen gezielt geschädigt. Der Sprecher bezifferte den für Bristol entstandenen Schaden durch entgangene Geschäfte auf 130 Millionen Dollar.

Eine Jury hatte im Juli 1999 befunden, dass Microsoft nicht gegen kartellrechtliche Bestimmungen verstoßen hatte. Das jetzige Urteil reklamiert aber Verstöße gegen faire Geschäftsgebaren.