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22.06.1984 - 

US-Softwaremarkt vor Konzentrationsprozeß:

Weichwaregeschäft trotz Umsatzplus härter

NEW YORK (VWD) - Wegen drückenden Angebotsüberhangs steht der US-Softwaremarkt am Beginn eines harten Ausleseprozesses, der die sehr hohe Zahl der Programmhersteller erheblich reduzieren wird. Im Softwaregeschäft, dessen Wachstum insgesamt noch bis Ende des Jahrzehnts anhalten soll, werden nach Expertenmeinung nur die Unternehmen überleben, die dem aufkommenden scharfen Wettbewerb standhalten können.

Verbessertes Marketing und gezielte Werbung, aber auch eine gute Kapitalbasis sind erforderlich. Die starke Expansion der US-Softwareindustrie wird in der prognostizierten Umsatzentwicklung dokumentiert: Marktforscher erwarten bis 1989 jährliche Umsatzsteigerungen um 32 bis 39 Prozent.

Die Nachfrageexplosion steht vor dem Hintergrund der heute verfügbaren großen Vielfalt des Computerangebots. Am meisten gefragt sind Programme zur schnelleren und qualitativ besseren Arbeitsbewältigung, so Textverarbeitung, Buchhaltungs- und Finanzanalyse, Unterhaltung und Bildung. Die genaue Anzahl der verfügbaren Programme ist unbekannt. Schätzungen reichen von 8000 bis 40 000. Zu ihrer Sichtung eine eigene Industrie. Am bekanntesten dürfte die Softsel sein, die als größter Software-Großhändler monatlich etwa 200 neue Programme in ihren schon 3000 Titel umfassenden Katalog aufnimmt.

Bis vor kurzem herrschte eine Konzentration der Softwarehersteller auf bestimmte Marktnischen und genau abgegrenzte Einsatzsegmente für Großcomputer und Mikros Basisprogramme (systems software), hauptsächlich von den Computerherstellern selbst erstellt, Arbeits- und Speicherprogramme (utility software) und Anweisungsprogramme (applications software).

Heute verwischen sich die Unterschiede zwischen den Einsatzbereichen, da Computerkonzerne wie IBM die Softwareaktivitäten zusammenfassen, Softwareanbieter aufkaufen oder Joint-ventures eingehen. Begründet werden die Übernahmen mit der schnell wachsenden Nachfrage nach kompletten Programmen, die sie allein nicht decken können. Aber auch unter den Softwareherstellern gelten die früheren Abgrenzungen nicht mehr. Firmen wie MSA, Cullinet Software und Computer Associates International die früher ausschließlich Programme für Großcomputer entwickelten, engagieren sich im Mikro-Bereich während auf Mikro-Programme spezialisierte Unternehmen wie Ashton-Tate, Digital Research und Microsoft das Angebot in Richtung Mainframes erweitern.

Die Zahl der Softwarehersteller soll bei 5000 liegen. Ständige Zu- und Abgänge erlauben aber keine exakte Aussage. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Future Computing wurden 1983 rund 38 Prozent des Mikro-Softwareumsatzes von nur einem halben Dutzend Anbieter getragen (IBM, Tandy, Commodore, Apple, Atari und Texas Instruments). 17 kleine (nicht börsennotierte) Firmen hielten 34 Prozent, das Gros teilte sich die restlichen 28 Prozent.

Angesichts der hohen Zahl der Softwarehersteller kennzeichnet den Markt eine starke Angebotsübersättigung, die erstmals zu Preiseinbrüchen führte und den Kampf um Marktanteile entfacht hat. Die meisten der in den letzten Jahren schnell groß gewordenen Unternehmen stützten sich bislang auf ein einziges Programm, sehen sich jetzt aber der Notwendigkeit zu diversifizieren ausgesetzt. Es wird angenommen, daß die Neustrukturierung selbst bekannte Softwarehersteller zur Aufgabe zwingen wird.

Ein Beispiel von Programmdiversifizierung bietet Microsoft, bislang nur auf Sprach- und Basisprogramme spezialisiert, mit einem neuen Textverarbeitungsprogramm und einem Finanzanalyseprogramm. Ashton-Tate, mehr auf Datensammlung festgelegt, stellt ein Archivprogramm vor, das mit dem von Software Publishing (PFS: File) direkt konkurriert.