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16.12.1998 - 

Adventszeit 1998 könnte E-Commerce zum Durchbruch verhelfen

Weihnachtsandrang im Web

MÜNCHEN (CW) - Die Weihnachtssaison 1998 wird E-Commerce-Betreibern vergleichsweise viel Geld in die Kassen spülen. Darüber sind sich offenbar alle Analysten einig. Umfragen auch unter deutschen Anbietern bestätigen diese Erwartung. Der Besucherandrang könnte allerdings die Systeme gefährden.

Traditionell macht der Handel in der Adventszeit die größten Umsätze. Zum ersten Mal erwarten alle Beobachter in diesem Jahr auch im Online-Geschäft ein signifikantes Umsatzwachstum. Weihnachten 1998 könnte zum Dammbruch für den Electronic Commerce werden. Denn wo die Surfer im letzten Jahr noch vor allem nach Informationen suchten und sich die Waren dann im "wirklichen" Laden besorgten, fällt ihnen inzwischen das Einkaufen per Mausklick wesentlich leichter. Und wer einmal online bestellt hat, der tut es wieder, besagen die Erfahrungen.

Marktbeobachter schätzen, daß sich die Umsätze der Online-Händler in dieser Weihnachtssaison im Vergleich zum Vorjahr weltweit verdoppeln oder verdreifachen werden. Jupiter rechnet mit einem Anstieg von einer Milliarde auf 2,3 Milliarden Dollar. Die Experten von Forrester Research erwarten gar Einnahmen von 3,5 Milliarden Dollar.

Media Metrix, führender Anbieter für die Reichweitenmessung im Internet, begleitet die diesjährige "Holiday Season", wie die Amerikaner sagen, mit der ersten Echtzeitanalyse des Kaufverhaltens auf den wichtigsten Shopping-Sites. In der ersten Woche nach Thanksgiving (27. November) registrierte Media Metrix bei den Spielzeug-Seiten im Web einen Besucheranstieg von 56 Prozent. Für die Woche vom 4. bis zum 10. Dezember vermelden die Analysten eine Zunahme im Online-Shopping um 80 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Erstaunlich dabei ist, daß über 50 Prozent der Web-Käufer in dieser Zeit junge Frauen waren.

Web-Händler sollten Server-Last beachten

Deutschland hinkt dieser Entwicklung keineswegs hinterher. Im Netzmarkt (www.netzmarkt. de), einer großen Shopping-Mall, tummeln sich nach Angaben von Sprecher Frank Horz derzeit drei- bis viermal mehr Besucher als noch in der letzten Weihnachtssaison. Auch Bettina Kuhnen-Müller, Bereichsleiterin Multimedia bei Karstadt, freut sich über wesentlich mehr Interessenten für das hauseigene Online-Kaufhaus Myworld (www.myworld.de). Schon den ganzen November über sei eine rege Server-Tätigkeit zu verzeichnen. Beim Internet-Buchhändler Libri (www.libri.de) boomt es seit dem vergangenen Wochenende, berichtet Lars Kilander, Leiter der Internet-Services. Was alle Anbieter gleichermaßen freut, ist die Tatsache, daß besonders die Kauffreudigkeit zugenommen hat. Bei Libri waren es allein von letzter Woche auf diese Woche 30 Prozent mehr Käufer. Im letzten Jahr noch war das groß angekündigte E-Christmas-Projekt verschiedener Anbieter für europaweites Einkaufen kläglich am mangelnden Kundeninteresse gescheitert.

Die Online-Händler sollten das neue Vertrauen der Verbraucher allerdings nicht dadurch enttäuschen, daß ihre Web-Sites dem Weihnachtsandrang nicht gewachsen sind. Vor allem in den USA wurden Besucher von E-Bay, Toys-R-Us, 800.com und anderen oft auf harte Geduldsproben gestellt. Holger Pollmeier, Betreiber der deutschen Site www.cd-billig.de, hat bereits eine Nacht hinter seinen Servern verbracht, um trotz Besucheransturms eine hohe Verfügbarkeit garantieren zu können. Karstadt-Managerin Kuhnen-Müller glaubt, über ausreichende Reserven zu verfügen. Außerdem sei das ganze System für den Notfall gespiegelt. Auch beim Netzmarkt macht man sich keine Sorgen, und Libri-Leiter Kilander hat bereits zur Buchmesse im Herbst einen zweiten Server bestellt.