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08.05.1998 - 

IT im Handel/E-Business via Internet beim Vollsortimenter Fröschl, München

Weiße Ware vom Mixer bis zur Waschmaschine rund um die Uhr

Die Unternehmensgruppe Elektro Technischer Großhandel ETG J. Fröschl, München, liefert ihren Partnern die komplette Palette elektrotechnischer Geräte und Materialien zur Haus-, Installations-, Kabel- und Lichttechnik. Das Sortiment der "weißen" Ware vom Mixer bis zur Waschmaschine umfaßt Artikel aller führenden Hersteller des In- und Auslands. In über 50 Filialen kümmern sich mehr als 2000 Mitarbeiter um die Kunden. Als Vollsortimenter bietet Fröschl flächendeckende Präsenz, in jeder Filiale eine umfassende Warenverfügbarkeit sowie ein Logistiksystem, das den Kunden eine tägliche Belieferung garantiert. Mit diesen Leistungen hat Fröschl mittlerweile über 30000 Kunden gewonnen und ist mit einem Gesamtumsatz von 1,6 Milliarden Mark einer der Großen der Branche.

Die Basis der Informationsverarbeitung bilden IBM-AS/400-Rechner an 42 Standorten, die über Standleitungen mit der Zentrale in München verbunden sind. In diesem Informationsnetz werden die warenwirtschaftlichen Anwendungen, die Auftragsbearbeitung, die Fakturierung und die übrigen Anwendungen des betrieblichen Rechnungswesens abgewickelt. Neben anderen Verkaufskanälen steht für die Kunden ein "Telefonverkauf" zur Verfügung, über den sie telefonisch oder per Fax ihre Bestellungen plazieren, Produkt- und Preisinformationen abrufen und Anfragen jeglicher Art stellen können. Darüber hinaus werden gegenwärtig über 2000 Kunden per Diskette monatlich mit den neuesten Produkt- und Preisinformationen über alle Artikel versorgt.

Dieser Service kommt bei den Kunden zwar gut an, ist aber aufwendig, und die Daten sind längst nicht so aktuell wie gewünscht.

Könnte hier das Internet nicht eine effizientere und schnellere Lösung bieten? Könnten über diesen Weg nicht noch viel mehr Kunden für die direkte elektronische Kommunikation gewonnen werden? Könnte man den Telefonverkauf nicht stärker für die Beratung einsetzen?

Zusammen mit dem Softwarepartner Networks Unlimited AG in Ottobrunn wurde deshalb in den vergangenen Monaten eine Lösung entwickelt, die diese Fragen beantwortet. Das System befindet sich gegenwärtig in der Erprobungsphase und wird in den nächsten Monaten sukzessive eingeführt. Bis zum Jahresende rechnet man bei Fröschl mit der Teilnahme von mindestens 500 Kunden.

Als Einstieg in die Internet-Kommunikation mit seinem Großhändler erhält der Fröschl-Kunde nun eine CD-ROM mit einer Artikeldatenbank, auf der Produktbeschreibungen und Abbildungen von zirka 100000 Artikeln gespeichert sind. Ebenfalls enthalten sind die zugehörigen Java-Anwendungsprogramme. Einmal auf den PC geladen, ist so zusammen mit der CD-ROM-Datenbank die Basis vorhanden, um die Artikeldaten jederzeit auf dem lokalen PC aufzurufen, zu bearbeiten und über integrierte Online-Dialoge mit dem zentralen Fröschl-Rechner via Internet zu kommunizieren. Die Anwendungen sind komplett in Java geschrieben und auf verschiedensten Plattformen wie Windows 3.11, Windows 95, Windows NT, OS/2 oder Macintosh und Unix einsetzbar. Dabei paßt sich die Darstellung der Bildschirmmasken an die jeweilige Oberfläche an. Der Anwender kann sich in seiner gewohnten Arbeitsumgebung weiterhin zu Hause fühlen.

Das System bietet dem Benutzer eine ganze Reihe von Funktionen, die teils offline, teils online verfügbar sind. Bei der Artikelsuche kann mit verschiedensten Suchkriterien wie Artikelnummer, Warengruppe Lieferantennummer, Preisgruppe, aber auch nur mit Textfragmenten gearbeitet werden. Der Artikel läßt sich in einer detaillierten Beschreibung oder auch im Bild ansehen. Zur Bestellung ist dann nur noch ein Mausklick nötig, und schon wandert der Artikel in einen elektronischen Warenkorb, dessen Inhalt sich jederzeit wieder einsehen und verändern läßt.

Erst wenn eine Bestellung oder eine Abfrage abgeschickt werden soll, wird die Internet-Verbindung aufgebaut. Dies geschieht über einen vollautomatisierten Prozeß, der komplett in die Anwendung integriert ist und über T-Online (zum Ortstarif) oder jeden anderen Internet-Service-Provider funktioniert. Auf diese Weise erhält der Kunde zu seiner Bestellung die aktuellen Preis- und Verfügbarkeitsinformationen sowie eine Bestellbestätigung. Natürlich lassen sich Preise und Verfügbarkeit der Artikel auch unabhängig von einer Bestellung abfragen.

Diese Funktionen sind bereits realisiert, ebenso wie das "Bestellarchiv", in das der Anwender häufig georderte Artikel einstellen kann, um sich die wiederholte Eingabe gleicher Daten zu ersparen. Bis zur endgültigen Einführung des Systems kommen dann noch weitere Funktionen hinzu. Dazu zählen etwa der Bestellstatus und die Rückstandsinformation, anhand derer sich der Kunde anschauen kann, in welchem Status der Bearbeitung sich seine gesamte Bestellung oder jede einzelne Position befindet und wann die Lieferung von Sonderbestellungen stattfindet. Außerdem wird es möglich sein, einen Informationsservice für bestimme Themen oder Produktgruppen zu "abonnieren". Der Kunde erhält dann automatisch die aktuellsten Informationen online zugeschickt, sobald er sich das nächste Mal im System anmeldet.

Mit diesem umfassenden - von der Artikeldatenbank auf dem Kunden-PC bis zu den warenwirtschaftlichen Anwendungen bei Fröschl - durchgängigen Service können die Kunden rund um die Uhr bestellen oder Informationen einholen. Alle Online-Bestellungen fließen direkt in das Auftragsbearbeitungssystem ein und wandern im Informationsverbund automatisch an die jeweilige Filiale, so daß die Auslieferung von dort am nächsten Morgen erfolgen kann - ein enormer Zeitgewinn. Die gesamte Abwicklung wird einfacher und sicherer. Übermittlungsfehler, wie sie bei der telefonischen Bestellung immer wieder vorkommen, treten nicht mehr auf. Je weniger Bestellungen per Post oder per Fax eingehen, desto mehr reduziert sich der Erfassungsaufwand. Viele einfache Fragen nach technischen Details, Preisen oder Verfügbarkeit lassen sich nun direkt über das Internet klären: Der Kunde braucht sich nicht mehr über besetzte Telefonleitungen zu ärgern, und die Mitarbeiter im Telefonverkauf haben mehr Zeit für die Beratung. Und in absehbarer Zeit entfällt das aufwendige, bislang monatlich wiederkehrende "Handling" mehrerer tausend Disketten, Kataloge und Preislisten.

Bei aller anwendungsbezogenen Integration fordert der Schutz der zentralen Systeme jedoch einige Sicherheitsmechanismen, die zwar greifen, aber den Anwender auch nicht behindern sollen. "Safety first" lautet deshalb auch bei Fröschl die Devise: Sobald der Kunde sich via Internet zum Online-Dialog im Rechenzentrum bei Fröschl anmeldet, trifft er dort zunächst auf einen Firewall-Rechner mit den für das Internet vorgesehenen Standards. Von dort werden seine Daten zur Authentifizierung an einen Lotus-Domino-Server weitergereicht. Erst nachdem diese Software die Kundendaten durch direkte Integration der Kundendatenbank als authentisch anerkannt hat, wird eine Online-Sitzung eröffnet und ein Prozeß eingeleitet, der den Nutzer anhand seiner beim Programmstart eingegebenen Benutzerkennung und seinem Paßwort identifiziert. Nach dieser erneuten Berechtigungsprüfung erhält er Zugang zu dem E-Business-Server und den dort vorhandenen Online-Anwendungen. Der Zugriff zum Produktionsrechner mit den warenwirtschaftlichen Applikationen ist ihm schon wegen unterschiedlicher Leitungsprotokolle weiterhin verwehrt. In diesem Sinne ist der Server - ein Modell der IBM-AS/400e-Serie - sozusagen eine zweite Firewall, bietet aber mit der auf dieser Maschine "native" laufenden Domino-Authentifizierungs-Software und den in Java geschriebenen Online-Anwendungen die gesamte erforderliche Funktionalität für das Electronic Business.

Angeklickt

Online-Bestellungen, Online-Abfragen über Bestellstatus, Verfügbarkeit, Preise und vieles mehr - mit einem neuen Internet-Service bietet die Münchner Unternehmensgruppe Fröschl, ein führendes Unternehmen des deutschen Elektrogroßhandels, ihren Kunden Zugang zu ihrem mehrere hunderttausend Produkte umfassenden Artikelstamm. Basis des integrierten Systems ist eine auf CD-ROM gelieferte Artikeldatenbank. Der Datentransfer zum zentralen Rechner wird durch eine mehrstufige Firewall- und Software-Architektur abgesichert. Wesentliche Bausteine sind dabei ein neues System der IBM-AS/400e-Serie für alle Online-Anwendungen sowie Lotus Domino für die Authentifizierungs- und Kommunikationsprozesse.

Karl Schorer ist DV-Verantwortlicher bei der ETG J.Fröschl, München.