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29.04.1977 - 

Der Siemens-Laserdrucker 3352

Weißer Strahl auf schnelle Trommel

Für die meisten Anwender war er bisher nicht mehr als ein Papiertiger. Jetzt präsentierte Siemens den im Herbst mit einigem Wirbel angekündigten Laser-Drucker 3352 in Hannover. Wie immer bei derartigen technischen "Wunderwerken": Dem "Normalverbraucher" bleibt zwar beim bloßen Anblick "die Spucke weg", aber auch der Zugang zur Technik verwehrt. Wie das Drucker-Ding nun wirklich funktioniert, erklärt Siemens-Mitarbeiter Wolfgang Meye:

Die wichtigsten Forderungen an neue Drucker für EDV-Systeme sind:

Steigerung der Druckleistung, Verbesserung der Schriftqualität und Zeichenflexibilität sowie Senkung der Kosten durch Reduzierung des Aufwandes für Papier und Wartung.

In den Laboratorien der Siemens AG wurde deshalb der neue Laserdrucker 3352 entwickelt (Foto). Die hohe Druckleistung von bis zu 21 000 Zeilen pro Minute und die gegenüber herkömmlichen Printern verbesserte Druckqualität bei flexibler Zeichengestaltung wurde durch die Anwendung von Lasertechnologie und Elektrofotografie realisiert. Eine optische Formulardruckeinrichtung kann simultan zur Ausgabe der Daten Formularbilder einblenden.

Das Druckwerk besteht im wesentlichen aus den Funktionseinheiten Laserstrahl-Zeichengenerator, Formulardruckeinrichtung, elektro-fotografische Druckeinrichtung, Papiertransport mit Papiereingabe, Fixierstation und Papierstapler (Grafik).

Durch den Zeichengenerator werden die zu druckenden Zeichen aus einzelnen Laserlichtpunkten zusammengesetzt und auf die lichtempfindliche Schicht der Fotoleitertrommel in der elektro-fotografischen Druckstation projiziert. Der kohärente und monochromatische Lichtstrahl eines Helium-Neon-Lasers wird in einem akustooptischen Strahlablenker in Richtung der Buchstabenhöhe aufgefächert und ein- und ausgeschaltet. Damit werden bis zu sechs Lichtpunkte in senkrechter Schreibrichtung (Buchstabenhöhe) gleichzeitig erzeugt. Horizontal oder in Zeilenrichtung wird dieses modulierte Lichtbündel durch einen gleichmäßig rotierenden Polygonspiegel abgelenkt.

Die einzelnen Lichtpunkte mit einem Durchmesser von 0,25 mm werden so dicht aneinander gereiht (etwa sieben Punkte pro mm), daß praktisch geschlossene Schriftzüge entstehen. Für ein Zeichenfeld, 1/10 Zoll breit und 1/6 Zoll hoch, sind 18 mal 24 Bildpunkte vorgesehen.

Durch eine Formulardruckeinrichtung können in den meisten Anwendungsfällen vorgedruckte Formulare durch einheitliches unbedrucktes Tabellierpapier ersetzt werden. Auf einer mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit synchron zur Fotoleitertrommel rotierenden Glastrommel ist ein Negativfilm mit der Vordruckinformation aufgespannt. Über eine im Innern der Glastrommel befindliche Fluoreszenzlampe und eine feststehende Optik wird das Bild des Negativs auf die Fotoleitertrommel projiziert. Damit kann eine gleichbleibende Information simultan zu den Ausgabedaten eingeblendet werden.

Kernstück der elektrofotografischen Druckeinrichtung ist eine mit konstanter Drehzahl rotierende Fotoleitertrommel aus Aluminium. Sie ist mit einem anorganischen Halbleiter beschichtet, der folgende Eigenschaften aufweist:

- Im Dunkeln ist die Schicht ein elektrischer Isolator, der aufladbar ist.

- Durch Licht wird die Schicht leitfähig: Aufgeladene Stellen werden durch Lichteinwirkung entladen.

Ein Ladecorotron sprüht im Dunkeln positive Ladung auf den Fotoleiter und lädt die Schicht auf einige hundert Volt auf. Licht vom Laserstrahl-Zeichengenerator oder von der Formulardruckstation entlädt den Halbleiter auf eine geringe Restspannung. Nach diesen Beleuchtungsstationen ist ein latentes Ladungsbild im Halbleiter gespeichert. Dieses Ladungsbild wird durch die Entwicklerstation mit Farbpulver eingefärbt. Das Farbpulver ist positiv geladen, es wird von den gleichnamig geladenen Stellen der Fotoleiterschicht abgestoßen und von den Stellen, die belichtet wurden, also entladen sind, angezogen.

In der Umdruckstation wird das zu bedruckende Papier an die Fotoleitertrommel angelegt und mit gleicher Geschwindigkeit wie die Oberfläche der Trommel bewegt. Ein Umdruckcorotron liegt an negativer Hochspannung und zieht deshalb den positiv geladenen Toner von der Oberfläche der Fotoleiterschicht auf die Oberfläche des Papiers. Danach ist der Druckvorgang im wesentlichen abgeschlossen.

Der auf das Papier übertragene Toner ist zunächst noch nicht wischfest. Erst in der Fixierstation wird das Druckbild radierfest und dokumentenecht gemacht. Dazu wird das Papier von einem Fixierwalzenpaar über eine Vorheizplatte gezogen, wo es vorgewärmt wird. Zwischen den Andruckrollen wird der Toner durch Wärme und Druck in die Poren des Papiers eingepreßt. Aus der Fixierstation läuft die Papierbahn in eine Papierablageeinrichtung.