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21.01.2008

Weiterbildung: Hilfe für IT-Quereinsteiger

DIS hat ein Weiterbildungsprogramm eingeführt das auch Autodidakten fördert.

Trotz guter Auftragslage der IT-Firmen sind immer noch 30 000 Computerfachleute arbeitslos gemeldet - ein Potenzial, das viel zu wenig ausgeschöpft wird, weil oft die Anforderungen der Unternehmen mit den Jobprofilen der Bewerber nicht zusammenpassen. Eine Stellschraube zur Aktivierung von solchen Kräften ist daher die kurz- und mittelfristige Qualifizierung, die von den Unternehmen selbst oder in Kooperation mit Bildungsinstituten angeboten wird.

In diese Richtung geht beispielsweise der Personaldienstleister DIS AG, der mit seinem Geschäftsbereich Information Technology ein neues, bundesweites Programm aufgelegt hat. Unter dem Motto "Zukunft IT" soll Mitarbeitern und geeigneten Bewerbern ermöglicht werden, sich neben dem beruflichen Einsatz weiterzubilden - ob kurzfristig über eine Zertifizierung oder langfristig im Rahmen einer Fachausbildung oder eines begleitenden IT-Studiums.

Das Spektrum umfasst erstens IT-typische Zertifizierungen wie MSCE, CLP10 oder CCNA, zweitens Weiterbildungen für IT-Professionals mit anerkanntem IHK-Abschluss und drittens berufsbegleitende Studiengänge, mit denen die Kandidaten entweder ihren Bachelor of Science (Wirtschaftsinformatik) oder den Informatik-Betriebswirt (VWA) machen können. Konzipiert ist dieses Angebot für berufserfahrene Autodidakten, ITler mit abgebrochenem Studium oder auch ausgebildete Profis, die sich in einem bestimmten Bereich spezialisieren möchten.

Das IT-Beratungsunternehmen Itemis setzt beispielsweise auf ein spezielles Arbeitszeitmodell, um den Mitarbeitern regelmäßigen Freiraum für ihr individuelles Training zu schaffen. Unter dem Motto "Vier + Eins" können die Mitarbeiter einen Tag pro Woche abseits vom Tagesgeschäft für Fortbildungen und Forschungsprojekte nutzen oder auch an einem selbst gewählten Open-Source-Projekt mitwirken. Das Angebot steht allen Mitarbeitern zur Verfügung und wird sogar arbeitsvertraglich fixiert. Voraussetzung ist, dass sich ein thematischer Bezug dieser Kreativzeit zur Arbeit herstellen lässt.

Uwe Kern, Professor der Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM) in Essen, bestätigt, dass immer mehr Unternehmen Wege zur Ausbildung und Akademisierung ihrer Mitarbeiter schaffen: "Kombinierte Modelle aus beruflicher Praxis und begleitender Aus- und Weiterbildung adressieren Mitarbeiter, die der Arbeitgeber einschätzen und die er mit solchen Qualifizierungsangeboten und Freiräumen stark motivieren kann. Im Idealfall schlägt er eine Brücke zwischen Qualifizierung und Mitarbeiterbindung." (hk)