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11.08.2000 - 

Online-Training/Henkel setzt auf arbeitsplatznahes Lernen

Weiterbildung und Wissens-Management als Säulen des Unternehmenserfolges

Die Zukunft des Lernens soll beim Düsseldorfer Chemiemulti Henkel mit E- beginnen. Der Konzern setzt auf Konzepte, die eine elektronische Weiterbildung am Arbeitsplatz ermöglichen und internes Know-how für möglichst viele Mitarbeiter öffnen. Von Gabriele Müller*

"Wenn wir am Markt langfristig unseren Erfolg sichern wollen, dann können wir gar nicht anders, als auf ein effizientes Wissens-Management-System zurückzugreifen." Winfried Albrink, Leiter der Technischen Aus- und Fortbildung bei der Henkel KGaA in Düsseldorf, fasst es knapp zusammen. Den Transfer des Wissens sicherzustellen, das im Unternehmen vorhanden ist, hält er für eine der dringlichsten Aufgaben der Zukunft. "Wissen, wo wann wer etwas weiß, das ist für uns enorm wichtig."

Das bedeutet für ein Unternehmen aber auch, dass es die Möglichkeiten zur Verfügung stellen muss, mit denen sich Mitarbeiter dieses verfügbare Wissen aneignen können. "Bei unserer Firmengröße wäre alles andere als ein virtuelles Wissens-Management und elektronisches Lernen schon längst nicht mehr vernünftig handhabbar", weiß Albrink. "Wer von uns hätte heute, wo das Wissen just-in-time gefordert wird, noch die Gelegenheit, in die Werksbibliothek zu gehen und etwas nachzuschlagen?"

Deshalb setzt der Chemieriese schon seit einiger Zeit auf die Intranet-Technologie, wenn es um die Vermittlung und Weitergabe von Know-how geht. Henkel denkt dabei nicht nur an die Kostenersparnis und den geringeren Aufwand im Vergleich zu Präsenzschulungen, sondern vor allem auch an die Motivation der Mitarbeiter, wie Albrink bestätigt: "Lernen mit dem Web heißt Lernen ohne Gesichtsverlust." Die Eigenverantwortlichkeit für die Weitergabe von Wissen ist ein großer Ansporn, zum Erfolg des Unternehmens beizutragen.

Weiterbildung wird in dem weltweit tätigen Konzern, der zu den Top Five in der deutschen Chemiebranche zählt, schon lange groß geschrieben. Mehr als 200 verschiedene Seminare können die Mitarbeiter belegen - davon die meisten noch in herkömmlichen Präsenzveranstaltungen. Doch der Anteil des netzbasierenden Lernens soll in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. Um dabei dem ganzheitlichen Ansatz, der Wissen und Lernen integrieren will, gerecht zu werden, entschied sich Henkel für den Einsatz der multimedialen Lernprogramme der Firma M2S Multimedia Deutschland GmbH, einer Tochtergesellschaft des schwedischen Unternehmens M2S Sverige AB. Deren Kursprogramme mit dem Markennamen Wit wurden dabei an die Henkel-Bedürfnisse angepasst und erweitert. "Es hat sich angeboten, dass wir mit Kursen im DV-Bereich begonnen haben", informiert Aus- und Weiterbildungsleiter Albrink. "Auf diese Weise konnten wir mit dem Werkzeug gleich eventuelle Hürden gegenüber den Inhalten abbauen."

Geschult werden seit Jahresbeginn Microsofts Windows NT und Office 97 sowie Lotus Notes. Für rund 1,5 Millionen Mark hat das Unternehmen sowohl Schulungsraum- als auch Internet-Lizenzen für alle Lotus-Notes-User bei Henkel in Deutschland erworben.

Die Anwendung der Kursprogramme erfolgt anhand eines Systems, das von der Düsselorfer Teachware AG installiert wurde und mit dem die Mitarbeiter übergreifend firmenrelevantes Wissen austauschen können. Die Wit-Programme von M2S sollen dabei einen wichtigen Grundstock im Bereich des eigenverantwortlich erarbeiteten IT-Wissens bilden. Bei allen Lernprogrammen wird deshalb per Eingangstest der Kenntnisstand des Lernenden ermittelt und ein individueller Stundenplan angeboten. Zusätzlich kommt in der Internet-Anwendung eine Audioversion zum Einsatz, die den Anwender durch die einzelnen Module führt. Der eigene Wissensstand lässt sich durch regelmäßige FeedbackMöglichkeiten und einen Abschlusstest überprüfen.

Sobald der Mitarbeiter das Lernprogramm beendet hat, wird ein firmeneigenes Zertifikat erstellt - ohne Überprüfung. Stattdessen sind Fragebögen im Einsatz, mit denen der Umgang mit den Lernprogrammen und dem Wissens-Management erhoben wird. "Wir wollen erreichen, dass sich jeder Einzelne für den Unternehmenserfolg verantwortlich fühlt", schildert Albrink das Ziel. "Selbstbestimmtes Lernen ist ein Schritt auf dem Weg dorthin."

*Gabriele Müller ist freie Journalistin in Wuppertal.

Auf ExpansionskursM2S Sverige besteht seit 1991 und beschäftigt sich mit der Entwicklung von Lernmethoden sowie der Herstellung und dem Vertrieb von Lernsoftware. Unter dem Markenzeichen Wit werden diese Lernprogramme in elf Ländern und acht verschiedenen Sprachen angeboten. Neben dem Einsatz von Standardapplikationen entwickelt das Unternehmen auch firmenspezifische Ausbildungsprogramme. Die M2S-Gruppe beschäftigt rund 180 Mitarbeiter und erzielte 1999 einen Umsatz von 30 Millionen Mark.