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05.11.1999 - 

Einteilung nach Protokollen und Ausfallsicherheit

Weitere Standards könnten virtuelle LANs wiederbeleben

FRAMINGHAM (IDG) - VLANs teilen das Schicksal vieler Technologien: Zuerst hochgejubelt, versanken sie bald in Bedeutungslosigkeit. Doch neue Standards für die Einteilung nach Protokollen und verbesserte Ausfallsicherheit könnten dem Verfahren zum Comeback verhelfen.

Das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) hat zwei Projekte am Laufen: In dem einen wird die Segmentierung von VLANs nach den benutzten Protokollen standardisiert, das andere verfolgt das Ziel, die Ausfallsicherheit der Technologie zu steigern. Diese Neuerungen basieren auf dem Standard IEEE 802.1q, der die Markierung (Tagging) der VLAN-Zugehörigkeit von Datenpaketen und die Zuordnung von VLANs zu Switch-Ports regelt.

Es gibt jedoch auch Lösungen, die VLANs nach Protokollen unterscheiden: In so einem Fall würde ein Benutzer, der über IP angebunden ist, zu einem anderen logischen Subnetz gehören als einer, der IPX einsetzt. Bisher waren solche Lösungen herstellerspezifisch. Lockheed Martin setzt beispielsweise proprietäre protokollbasierende VLANs ein. Das Unternehmen verwendet die Protokolle IP und Decnet. Da der Decnet-Verkehr sehr Broadcast-intensiv ist, hat sich der DV-Leiter für die logische Trennung der beiden Datenströme entschieden. Das Unternehmen benutzt Switches von Xylan und Hewlett-Packard (HP). Mittlerweile hat das IEEE jedoch die Standardisierung aufgenommen. Die Arbeit an der Spezifikation 802.1v steckt zwar noch in den Kinderschuhen, soll aber den Angaben zufolge bis Mitte nächsten Jahres deutliche Fortschritte gemacht haben.

Das zweite IEEE-Projekt betrifft die Anwendbarkeit von Spanning Tree auf VLANs. Die Arbeitsgruppe 802.1s soll die Möglichkeit schaffen, daß ein Benutzer über zwei redundante Pfade verfügt, von denen jeder mehrere VLANs unterstützt. Sollte einer der beiden Wege ausfallen, transferiert 802.1s alle VLANs auf den noch funktionierenden Pfad. Nach Auskunft eines IEEE-Mitglieds sind die technischen Details komplett, derzeit findet eine Abstimmung in der Arbeitsgruppe statt.

Management heterogener VLANs

Auch die Internet Engineering Taskforce (IETF) ist nicht untätig. Sie versucht, Management-Software für die Verwaltung von VLANs unterschiedlicher Hersteller flottzumachen. Bisher ist jedoch Cabletron der einzige größere Hersteller, der den Standardvorschlag in seinen Switches unterstützt. 3Com will eigenen Angaben zufolge erst nächstes Jahr nachziehen. Extreme Networks wollte sich auf keinen Zeitpunkt festlegen, obwohl die Firma an der Erstellung des Dokuments mitgearbeitet hat. Nortel wartet auf entsprechende Nachfrage und Cisco darauf, daß das Papier den Status eines Drafts erreicht.

Die genannten Standards haben das Interesse an der Technologie erneut angefacht. Wie eine Studie von Infonetics Research berichtet, planen 46 Prozent der IT-Organisationen, bis zum November 2000 VLANs einzusetzen. Bei Unternehmen mit 1000 oder mehr Mitarbeitern sollen es sogar rund 60 Prozent sein.

Es gibt jedoch auch kritische Stimmen. Dave Passmore, Forschungsdirektor bei Netreference, argumentiert beispielsweise, daß VLANs ursprünglich dazu gedacht waren, langsame Router zu umgehen. Mit dem Siegeszug des Layer-3-Switching fällt dieser Grund weg. Trotzdem hält Passmore den Einsatz von VLANs in einigen Fällen für sinnvoll, zum Beispiel wenn die Daten verschiedener Kunden in einem Netz getrennt gehalten werden sollen.