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03.02.1984 - 

Mehrheit der Technologieaktien bietet auf lange Zeit kaum Chance der Kurssteigerung:

Weitere Zeichen für Kräfteverschleiß an Börsen

Die Masse der Technologieaktien im weitesten Sinne wird auf lange Zeit hinaus kaum Chancen für dauerhafte Kurssteigerungen bieten. Dies schließt nicht aus, daß der eine oder andere "Newcomer" oder das Papier eines bereits börsenbekannten Unternehmens, dem neue verwertbare Entwicklungen gelungen sind, wie ein Komet aufsteigt. Überzeugende Kurschancen dürften letztlich aber nur die Aktien aus dieser Gruppe haben, die über einen soliden finanziellen und fachlichen Hintergrund verfügen. Doch dies gilt auch nur dann, wenn die allgemeine Verfassung der "Heimatbörse" des betreffenden Papiers Kurssteigerungen zuläßt.

Obwohl einige Aktienmärkte der Welt auch in diesen Tagen noch neue zyklische Höchstpunkte oder sogar Rekorde vermelden, spüren sie doch ausnahmslos die "Höhenluft". Wallstreet bietet hier das deutliche Beispiel. Dort haben sich in den vergangenen Wochen die Anzeichen für einen enormen Kräfteverschleiß gemehrt. Die führenden Indices sind vergleichsweise weit zurückgefallen. Unzureichende liquide Reserven der institutionellen Anleger, zunehmendes Interesse an renditestarken festverzinslichen Papieren, ungebrochene Erwartungen der Haussiers in weiter steigende Kurse und bedrohlich hohe Effektenkredite werden von Börsentechnikern als wesentliche Gründe für die Schwäche bezeichnet.

Die sogenannten "Fundamentalisten", die rein ökonomische Entwicklungen verfolgen und aus ihnen auf die Börsentendenz zu schließen versuchen, meinen, daß die Unternehmensgewinne trotz mancher erfreulicher Überraschungen gegenwärtig keine Höherbewertung der Aktien mehr zulassen. Viele von ihnen stellen sich zudem darauf ein, daß die Konjunktur zumindest in den Vereinigten Staaten spürbar abflacht.

Eine heute noch in der Minderheit stehende Meinung geht sogar davon aus, daß sich eine neue Rezession ankündigt. Die Anhänger dieser These finden es daher ganz selbstverständlich, daß die Kurse in Wallstreet zu kippen beginnen. Sie sehen darin eine Vorwegmaßnahme der vermuteten ungünstigen Konjunkturentwicklung.

Daß die Tendenz zum Beispiel der deutschen und der japanischen Börse der des amerikanischen Marktes (noch) nicht gefolgt ist, erklären Analytiker mit dem langsam in Gang kommenden Umschichtungsprozeß am internationalen Devisenmarkt zu Lasten vor allem des amerikanischen Dollar. Es gibt gewiß noch keine Anzeichen für eine "Flucht aus dem Dollar", doch glauben Devisenhändler Anzeichen dafür zu erkennen, daß nicht mehr so viele Auslandsgelder in den Dollar fließen. Dies reiche bereits für eine Liquiditätszufuhr, die die Aktienmärkte jener Länder, deren Währungen nach dem Dollar als weitere Reservewährungen dienen, zumindest stabil tendieren läßt, heißt es. Letztlich wird aber eine ausgedehnte, scharfe Korrektur in Wallstreet, wie sie vor allem börsentechnisch orientierte Analytiker erwarten, keinen anderen Aktienmarkt völlig ungeschoren davonkommen lassen.

Technologieaktien stehen in Wallstreet nach einer vorübergehenden Erholung möglicherweise vor einer neuen Liquidationswelle, für die eine schwache Allgemeintendenz dort nur ein Alibi darstellen würde. Als besorgniserregend gilt in diesem Zusammenhang vor allem die Schwäche der IBM-Aktie, für die niemand eine plausible Erklärung parat hat. Vielleicht ist die einfachste Begründung, nämlich daß den "Leithammel" der zurückliegenden Haussephase niemand mehr kaufen will, weil jeder schon reichlich davon hat, die richtige.