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30.09.1994

Weiterer Erfolg von Bull-Chef Descarpentries SMP-Systeme mit Power-PCs: Bull auf dem ersten Platz vor IBM

LONDON (kk) - Die Formel fuer Erfolg heisst Schnelligkeit. Getreu diesem Motto, das Jean-Marie Descarpentries, Firmenchef der Groupe Bull, bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr ausgegeben hat, stellten die Franzosen das weltweit erste System mit symmetrischem Multiprocessing (SMP) vor, das mit Power-PC-Prozessoren arbeitet.

Im Kopf-an-Kopf-Rennen um Mittelklasserechner, die mehrere Power- PC-CPUs zu einem SMP-System buendeln, hat die franzoesische Bull- Gruppe den Entwicklungspartner IBM abgehaengt. Die Franzosen stellten mit der "Escala"-Familie die ersten Rechner aus dem Pegasus-Projekt vor, an dem die beiden DV-Brummis seit mehr als zwei Jahren gemeinsam arbeiten. IBM wird ihre Rechner erst am 4. Oktober der Oeffentlichkeit praesentieren.

SMP mit Power-PCs erfordert eine Reihe von massgeschneiderten Hardwarekomponenten wie spezielle ASICs oder die Systemplatine, die zum Grossteil aus den Bull-Labors stammen. IBM steuerte neben der CPU nur das ASIC fuer den E/A-Controller bei. Auf der Softwareseite fiel den Franzosen insbesondere die Aufgabe zu, IBMs Unix-Version AIX Multiprozessor-faehig zu machen, Big Blue entwickelte unter anderem die passenden Compiler und die Benutzer- Schnittstelle.

Die Fruechte der Pegasus-Entwicklung praesentiert Bull nun in Form von fuenf Escala-Geraeten, je zwei als Minitower- und Deskside- Variante sowie ein Rack-Modell. Alle Systeme arbeiten mit dem Power-PC-Chip 601 und 75 Megahertz Taktfrequenz, lassen sich aber spaeter auf die Prozessoren 604 und 620 hochruesten. Maximal acht CPUs koennen in ein Escala-System eingebunden werden, die Tower- Modelle "M101" und "M102" erreichen bei vier Prozessoren ihre Leistungsgrenze.

Alain Couder, President von Bulls Open Systems- und Software- Division, betonte anlaesslich der Praesentation, dass das Systemdesign von Escala auf einer umfangreichen Anwenderbefragung beruht: "Die Information-Manager in den Unternehmen wuenschen sich Systeme, deren Lebenszyklen denen der Applikationen entsprechen." So habe man eine Plattform bereitgestellt, auf der ein Leistungszuwachs bis zum Faktor zehn moeglich sei, und ihr den Namen Escala gegeben, der diese Skalierbarkeit ausdruecken soll.

Damit nicht genug. Bull wird bereits im naechsten Jahr die

Cluster-Technik einfuehren und verfolgt innerhalb des "Mississippi"-Projekts auch ein Parallelisierungskonzept, um die Escala- Systeme noch leistungsfaehiger zu gestalten. Dazu wird auch das Betriebssystem AIX fuer 16 Power-PC-Chips erweitert.

Patentiert und bereits im Einsatz ist die "Power-Scale"- Multiprozessor-Architektur, die den gemeinsamen Zugriff der Prozessoren auf den Hauptspeicher ueber eine Hochgeschwindigkeitsverbindung regelt. Aehnlich einer Telefonzentrale steuert der "Data Cross Bar" den Informationsaustausch der Prozessoren, Speicherelemente und E/A- Komponenten. Diese Technik wird an Mitglieder der Power Open Association lizenziert.

Ueber die neue AIX-Version 4.1 fuer symmetrisches Multiprocessing stehen den potentiellen Escala-Benutzern alle AIX-Applikationen zur Verfuegung, so dass auch der Umstieg von Bulls DPX/20 oder IBMs RS/6000 ohne Probleme zu vollziehen sei, erklaerte Armand Malka, bei Bull zustaendig fuer die Unix-Systeme.

Als Option bietet Bull seinen Kunden an, die Rechner "schluesselfertig" mit entsprechenden Applikationen auszuliefern. Beispielsweise enthalten Datenbank-Server gleich die neueste Version von Oracle oder Informix, Transaktionsrechner unterstuetzen OTLP-Anwendungen auf Basis von Novells Tuxedo, und Escala- Versionen als Netzwerk- oder System-Management-Rechner stehen ebenfalls zur Verfuegung.

Die Preise fuer die als Mittelklasse-Server eingestufte Escala- Familie beginnen bei rund 20000 Dollar. Der Einstiegspreis in Deutschland wird unter 30 000 Mark liegen. Ein Deskside-Rechner mit vier CPUs, 256 MB Hauptspeicher, 4 GB Festplattenspeicher und 15 E/A-Slots soll weniger als 90 000 Dollar kosten.