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Auf die undurchschaubare Computertechnik verzichten:


11.07.1980 - 

Weizenbaum fürchtet Katastrophe

MÜNCHEN (gr) - Die Computertechnik ist nach Ansicht von Joseph Weizenbaum unüberschaubar geworden. Die Programme könne nicht mehr korrigiert, sondern nur geflickt werden. Die Systeme gewinnen eine Autonomie, können aber nicht verantwortlich für die von ihnen verursachten Konsequenzen sein. In einem Interview mit dem Manager-Magazin gibt der Computer-Professor der Menschheit keine 20 Jahre mehr zum Überleben.

Der Wimex-Fall in den USA hat es wieder gezeigt. Durch einen defekten Chip wurden die US-Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt.

An dem Computer sieht Weizenbaum, Entwickler des Kommunikationssystems Eliza, die Nichtumkehrbarkeit der Prozesse besonders deutlich. Die Systeme zeigten ein Input-Output-Verhalten, doch blieben sie undurchschaubar. Wir verließen uns blind auf ihre Arbeit. Niemand verstehe, wie sie funktionieren, die Flickarbeit erhöhe ihre Undurchschaubarkeit. Das Wimex (World Wide Military Command and Control) System beispielsweise werde zunehmend autonomer und könne in letzter Konsequenz sogar Kriege anzetteln.

Als Computer-Fachmann weist Weizenbaum, derzeit Gast der GMD, St. Augustin, in dem Interview nachdrücklich auf die Undurchschaubarkeit dieser großen Systeme hin. Er warnt Hersteller und Anwender vor dem begrenzten Rechenbedarf, der die Industrie in den kommenden acht bis zehn Jahren in die kommerzielle Katastrophe führen wird.