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28.05.1976 - 

Computer-Raum-Analyse:

Welche "aggressiven" Partikel fliegen im RZ herum?

"Schwelbrand-Gase legten Rechenzentrum lahm" lautete kürzlich eine CW-Schlagzeile. Eine lose Schraube war so unglücklich hinter den Magnetalter der Klimaanlage gerutscht, daß sie "wie ein Stein unter der Bremse" wirkte.

Ein anderer Fall: Im Raum über dem Rechenzentrum brach Feuer aus. Die Sprinkler-Anlage trat in Funktion - das Feuer wurde gelöscht. Indes: Das Wasser konnte ungehindert durch die Lüftungsdecke des Computerraumes fließen und dort verheerende Schäden anrichten. Einzelfälle? Keinesweges! Defekte Klimaanlagen, mangelhafte Stromversorgungen, Luftverschmutzung, Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen waren schon oft dafür verantwortlich, daß Computer ausfielen.

Anhand einer Checkliste kann etwa ermittelt werden, wo die Schwachstellen liegen und welche "Zerfallserscheinungen" sich im Laufe der Zeit eingeschlichen haben:

Zunehmend befassen sich spezialisierte Klimatechnik-Unternehmen und Ingenieurbüros mit "Computer-Raum-Analyse-Service". Pionier auf diesem Sektor ist die Firma Winton-Ehmann GmbH, Erkrath bei Düsseldorf, die nach eigenen Angaben bereits Hunderte derartiger Analysen durchführte.

Drei Beispiele für Computer-Raum-Analysen:

Beim Anwender sind zwei 370/145 (einer Bank) mit Magnetbandstationen 3420 und Platten-Einheiten 3330-3333 installiert.

Test 1

Untersucht wurde die Luftverunreinigung durch schwebende Partikel innerhalb des Computer-Raumes.

Test 2

Hier lautete die Fragestellung, ob ausreichende Mittel zur Feuerbekämpfung im Computer-Raum vorhanden sind.

Test 3

Dieser Test wurde mit der Zielsetzung durchgeführt, den Geräuschpegel festzustellen und eventuelle Abweichungen gegenüber den Richtlinien der VDI aufzuzeigen.

Test 1:

Zielsetzung:

Feststellung der Mengen und Partikelgrößen der luftbeweglichen, schwebenden Verunreinigung innerhalb des Computer-Raumes zum:

- Vergleich zu Computer-Raum-Bedingungen;

- Erstellung einer Grundlage für spätere Vergleichsmessungen;

- Feststellung der Mengen aggressiver Verunreinigung bezogen auf Partikelgröße.

Ergebnis:

Das Resultat ergab hohe Werte der luftbeweglichen Partikel in allen Bereichen (speziell 0,5-5,0 Mikro).

Der Test basiert auf einer Luftmenge von 1 (ft*ft*ft)/min. (0,0283 Kubikmeter/min.)

Ursachen:

1. Unterboden stark verschmutzt;

2. Doppeldecke stark verschmutzt;

3. Filter stark verschmutzt sowie nicht ausreichende Klassifikation;

4. Negativer Luftdruck im Computer-Raum;

5. Computer-Raum wird als Lagerplatz benutzt.

Die Luftzufuhr zeigt einen enorm hohen Anteil an luftbeweglichen Partikeln und weist eindeutig auf das Dilemma des verschmutzten Unterbodens/ Decke sowie auch auf die unzureichende Filtration hin.

Eine generelle Säuberungsaktion des gesamten Computer-Raumes ist dringend zu empfehlen.

Weitere Aktionen:

- Entfernen unnötiger Kartons/Plastik/Papier;

- Verbesserung der Filterbank;

- Hardware-Filter austauschen;

- Positiven Überdruck erstellen.

Test 2:

Test-Ergebnisse:

Im Computer-Raum sind Handlöscher vom Typ CO2-Schnee 2 x 6 kg und 2 x 1,5 kg CO2 gut sichtbar angebracht; Es wäre empfehlenswert, diese Handlöscher durch Halon 1301 oder BCE auszutauschen (im Computer-Raum 6 x je 3 kg Archiv 1 x 3 kg).

Der Einsatz von Kohlensäureschnee ist äußerst ungünstig, weil durch die relativ hohe Kälteeinwirkung nicht nur die Magnetbänder gelöscht, sondern auch Schaltelemente in der Hardware selbst zerstört werden.

Vom Sicherheitsbeauftragten des Hauses sollte in Abständen von 6 Monaten ein Probealarm (Feuerbekämpfung) geübt werden, ebenfalls eine Katastrophenplan-Simulation.

Test 3:

Meßort Geräuschpegel in dB(A)

Vor Magnet-Band-Station IBM 3420 72-75

Hinter Magnet-Band-Station IBM 3420 71-74

Druckern IBM 1403 74-75

Konsole (je 2x) 370/145 74-75

Vor Platten-Station IBM 3333 75-76

Hinter, Platten-Station IBM 3333 76-77

Luftabzüge 74-77

Konsole, Richtung, Drucker 1. 78-80

2. 80-82

3. 84-86

Der quantitative Lärmpegel lag allgemein um 74-75 dB(A) und über den Richtlinien der VDI (bei 70 dB[A]). Diese Werte konnten reduziert werden, wenn die Magnet-Band-Metallschränke, Ersatzteil-Metallschränke und anderes Werkzeug und Lagerbestand entfernt würden.

Zusätzliche Maßnahmen:

- Metallschränke vom Computer-Raum entfernen (Ersatzteile, Bandschränke);

- Überlegungen für zusätlichen Schallschluck-Wandbelag.