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20.01.1978

Welche Vorteile hat integrierte Textverarbeitung bei Banken?

"Der Markt für eine Integration der Textverarbeitung im Kreditwesen ist da, denn nirgendwo werden so viele Informationen ausgegeben wie gerade hier. Effektiv sein kann sie allerdings nur, wenn alle vorhandenen Daten nahtlos ineinanderfließen können. Alfred Richter, Vorstandsmitglied der Verbraucherbank in Hamburg, weiß, wovon er spricht: In seinem Unternehmen läuft eine für deutsche (Bank-) Verhältnisse wohl einmalige Online-Korrespondenz. Für die Kollegen ist der Weg offensichtlich noch lang: Priorität hat bei den meisten derzeit noch der Online-Anschluß der Zweigstellen, um dem ständig steigenden Wettbewerbsdruck standhalten zu können. Erschwerend kommt hinzu, daß auch auf Seiten der Hersteller bislang wenig getan wurde, durch geeignete Hard- und Software die Textautomation ins Bank-Office zu bringen. Überlegungen im kleinen gibt es bereits - mit Erfolgen dürfte allerdings erst in frühestens zwei bis drei Jahren gerechnet werden. Daß die integrierte Textverarbeitung gerade in ihrem Bereich bisher stiefmütterlich behandelt wurde, bestätigen alle vier befragten Bank-Organisatoren.

Lorenz Schmitt, Vorstandsmitglied, Raiffeisen-lnformationszentrale, Mutterstadt

Die integrierte Textverarbeitung wurde speziell im Bankenbereich bis heute immer etwas stiefmütterlich behandelt Priorität aller Banken war in den letzten Jahren, den Dialogverkehr aufzubauen, nicht zuletzt auch deswegen, um dem ständig steigenden Wettbewerb standzuhalten. Auch wir haben harte Arbeit hinter uns gebracht: Innerhalb von sieben Jahren wurden etwa 300 Banken mit einer modernen Bankorganisation ausgestattet Jetzt richtet sich unser Augenmerk auf die Integration der Textverarbeitung. Zu diesem Zweck haben wir hier in Mutterstadt ein Textsystem Siemens 550 installiert, auf das wir die gesamte Korrespondenz bausteinartig übernehmen wollen, hinzu kommen alle Anwender-Handbücher. Unser Ziel ist, auch die gesamte auf Platte gespeicherte Programmdokumentation online mit dem Textsystem zu verbinden.

Der nächste geplante Schritt ist dann. alphanumerische Datenerfassungssysteme mit Floppy zur Textverarbeitung heranzuziehen und später in den Online-Verkehr mit hineinfließen zu lassen. Hier im Haus sind derzeit etwa 50 Systemanalytiker und Programmierer beschäftigt - ein großer Teil davon auch mit dieser Problemlösung. Zwei Spezialisten haben wir eigens für ein neues Projekt abgestellt: Sie entwickeln Textbausteine für Banken, die später alle unsere angeschlossenen Kunden übernehmen können. Denn wenn diese Banken einmal - und das liegt in naher Zukunft - per Wählleitung online mit uns arbeiten, 4 können sie gleichzeitig auf die Textbausteine-Datei im Großrechner zugreifen. Als Basis für die Erstellung dieser Textbausteine dient dieses Mal auch unser Jährlich im Frühjahr stattfindendes Round-Table-Gespräch, an dem Jeweils 20 bis 25 Personen - zu- I meist Geschäftsführer unserer Kunden - teilnehmen. Diskutiert werden soll bei dieser Veranstaltung neben dem Schlagwort "Distributed Processing" erstmals unser Textsystem. Pionieranwender dieser neuen Dienstleistung wird eine mittelgroße Volksbank sein, die wir noch in diesem Jahr auf Dialogverkehr umstellen und die Textverarbeitung mit hineinfließen lassen wollen. Nach dem ersten Halbjahr 1979 sollen dann bei dieser Bank sämtliche möglichen Textversionen durchgetestet sein, 50 daß wir diesen Service auch allen anderen Banken anbieten können.

Walter Bausch, Vorstandsvorsitzender Fiducia Datenverarbeitung AG, Karlsruhe

Die Fiducia befindet sich in der Realisierungsphase eines Online-Systems für die von ihr betreuten rund 340 Kreditgenossenschaften im Landesteil Baden von Baden-Württemberg sowie in Hessen und Rheinland-Pfalz. Insgesamt werden rund 7 Millionen Kundenkonten geführt. Grundlagen dieses Konzeptes sind ein flächendeckendes Datensystem und eine Datenbank-Organisation. Eine logische Folge dieser Konzeption ist die Einbeziehung der Textverarbeitung.

Das Schwergewicht wird hierbei nicht so sehr in dem Einsatz von Standardbriefen liegen, sondern in einer sinnvollen Verwendung von Daten aus der Datenbank und deren Ergänzung durch Individualtexte, die - in Abhängigkeit von entsprechenden Schlüsseldaten - aufbereitet werden.

Die zum Einsatz kommenden technischen Mittel können durchaus eine breite Basis haben und zwar vom Textautomaten bis zum erweiterten Terminal. Die konkrete Planung wird in absehbarer Zeit eingeleitet werden.

Robert Janus, Abteilungsdirektor Organisation und Datenverarbeitung, Volksbank Pforzheim

In der letzten Zeit wird die Frage nach geeigneten Textsystemen für den Bankensektor immer lauter. Dementsprechend gibt es jetzt einige Hersteller, die entsprechende Hardware anbieten, damit auch hier die aufwendige Korrespondenz rationalisiert werden kann. Wir haben uns entschlossen, ein derartiges System einzusetzen, das vor allem zwei Forderungen erfüllen muß: Einmal soll direkt vom System der Anstoß zur Briefschreibung erfolgen - wie etwa bei einer fälligen Mahnung - , zum anderen muß der Sachbearbeiter am Bankschalter die Möglichkeit haben, Routinebriefe aufzurufen. Sinn dieser Anwendung ist vor allem, die aufwendig auszufüllenden Vordrucke abzuschaffen. In unserem Haus ist geplant, den Drucker des Platten-Systems zentral zu placieren. Jeder Sachbearbeiter kann sich dann über die angeschlossenen Bildschirme an seinem Arbeitsplatz die benötigten Masken abrufen und ausfüllen. Wir sind mit dieser Anwendung noch am Anfang und müssen derzeit die erforderlichen Textbausteine erarbeiten. Wenn wir die Textverarbeitung in der Zentrale zum Laufen gebracht haben, wollen wir uns mit dem Begriff des "Distributed Processing" näher befassen, um auch unsere Zweigstellen an diesem Rationalisierungseffekt teilhaben zu lassen: Wenn wir über den Großrechner auf die Textplatte zugreifen können muß dies von der Zweigstelle aus auch möglich sein.

Im Vergleich zu anderen Industriezweigen hinkt bei Banken die Textverarbeitung etwas hinterher. Das ist sicherlich aber auch darauf zurückzuführen daß man hier noch mehr als anderswo auf die individuellen Bedürfnisse des Bankkunden eingehen muß um den guten Kontakt nicht zu verlieren. Viele Anfragen kann man nicht standardisiert beantworten.

Alfred Richter, Sprecher das Vorstands, Verbraucherbank AG, Hamburg

In unserer Bank existiert wohl 4 die einzige echt integrierte Textverarbeitung in Deutschland - die Software dazu mußten wir allerdings selbst stricken da es auch heute noch nichts Vergleichbares auf dem Markt gibt.

Wir schreiben sämtliche anfallende Korrespondenz über den Großcomputer, es gibt keine Schreibmaschine mehr im Haus. Zur Verfügung stehen heute etwa 500 formatisierte Briefe, in die t individuelle Einschübe möglich sind - teilweise vom Sachbearbeiter über Bildschirm, teilweise automatisch vom System bei bestimmten Programmkonstellationen. Unsere 14 Zweigstellen sind im Online-Verbund mit Computerterminals ausgerüstet und rufen ihre erforderliche Korrespondenz über den Groß-/Kleindrucker von Mannesmann ab. Alle Texte sind im Großrechner gespeichert - die entsprechenden Masken erscheinen in Form von variablen Zeilen auf dem Bildschirm. Soll zum Beispiel einem Kunden der Saldo das Ratenbild oder ein Fälligkeitstermin mitgeteilt werden zieht der Computer diese Informationen bei Angabe der entsprechenden Kontonummer automatisch ein. Das Programm greift dazu die Kontonummer ab und holt sich den jeweils aktuellen Stand aus der Datenbank.

Der Markt für Integration der Textverarbeitung Ist da denn es werden nirgendwo sonst so viel Informationen ausgegeben wie gerade bei Banken und Versicherungen. Allerdings sind derartige Systeme nur dann effektiv. wenn nahtlos alle erforderlichen Informationen zusammenfließen können und immer wieder der neueste Stand zur Verfügung steht. Alle Informationen die außerhalb des Großrechners gespeichert werden erschweren die Korrespondenz daß sie nicht miteinander verflochten werden können.

Schreibaufwendig sind vor allem das Kreditwesen und der Dauerauftragsdienst - hierbei speziell der interne Ablauf. Wir sind heute bereits so weit daß sich unser Kunde über eine Selbstbedienungsdatenstation Dauerauftrage andern und Kredite erhöhen kann dabei fällt vor allem das oft peinliche Moment weg. um Geld bitten zu müssen. Ist eine Dauerauftrags-Änderung eingegeben generiert der Computer automatisch einen Bestätigungsbrief mit den gewünschten Angaben. Geändert werden kann noch bis einen Tag vor der gewünschten Ausführung. Wollen wir einen Kredit erteilen ändern wir über den Bildschirm das Konto und erhalten automatisch ein Kreditbestätigungsschreiben das den Kunden persönlich anspricht und ihm seine veränderten Kontobedingungen mitteilt.

Als Hardware haben wir Datasaab Alfaskop-Systeme eingesetzt über die auch der gesamte Überweisungsverkehr durchgeführt wird. Wir sind auch die erste Bank die Überweisungsaufträge elektronisch über ein Netz laufen läßt und am Endpunkt in OCR-A-Schrift wieder auf Papier ausgibt. Dieser Beleg dient somit gleichzeitig wieder als Eingabemedium.

Um zu verhindern daß sachliche Fehler bei der Briefschreibung auftreten laufen alle Briefe erst durch V die Revisionsabteilung die nach Überprüfung die Korrespondenz zur allgemeinen Verbindlichkeit freigibt.