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06.04.2006

Welches Navigationsgerät für welchen Kunden?

VON BEATE WÖHE

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mehr als 400.000 portable Navigationsgeräte verkauft, was dem Handel 192 Millionen Euro in die Kassen spülte. Das sind sieben Mal mehr als im Jahr 2004. Diese Zahlen gehen aus dem GfK-Handelspanel, in dem der Abverkauf von mobilen Navigationsgeräten in neun westeuropäischen Ländern ermittelt wird, hervor. Die positive Entwicklung ist laut GfK vor allem auf den Rückgang der Verkaufspreise zurückzuführen.

Mehr als die Hälfte aller Geräte wird im Elektronikfachhandel verkauft. Knapp jedes fünfte Navigationsgerät geht in Computer- und Mobiltelefon-Fachgeschäften über den Ladentisch, jeweils 14 Prozent Marktanteil haben Warenhäuser und Versandunternehmen sowie Autoradiospezialisten beziehungsweise Kfz-Zubehörfachhändler.

Welches Navi hätten Sie denn gern?

Durch die hohe Nachfrage von Seiten der Verbraucher stieg aber auch die Zahl der Anbieter in Europa von 10 Ende 2004 auf 42 zum Ende des vergangenen Jahres. Aber nicht nur die Zahl der Hersteller stieg, sondern auch die Vielfalt der Geräte und Einsatzmöglichkeiten.

Dem Handel machen es die Hersteller dadurch nicht einfacher. Soll es Navigation mit dem Handy oder Smartphone sein? Oder hat der Kunde vielleicht einen für Navigationsanwendungen geeigneten PDA und braucht nur die Software? Geeignet heißt in diesem Fall, dass das Gerät mindestens 20 MB internen Speicher und einen SD-Karten-Steckplatz haben sollte. Manche Smartphones und PDAs verfügen auch bereits über ein integriertes GPS-Modul. Ist GPS nicht im Gerät enthalten, muss eine Verbindung zu einer GPS-Maus hergestellt werden. Das lässt sich entweder über Kabel oder Bluetooth bewerkstelligen.

Eine bereits im Smartphone integrierte Navigationslösung bietet derzeit als einziger Hersteller Motorola zusammen mit dem Softwareanbieter ALK Technologies an. Kunden, die sich für eine Offboard-Lösung (siehe Kasten) auf einem Smartphone oder PDA mit Telefonfunktion entscheiden, sollte man bereits im Vorfeld auf eventuell anfallende Zusatzkosten für die Routenberechnung aufmerksam machen.

Leicht zu bedienen - leicht verkauft

Neben den Kombinationslösungen von Soft- und Hardware verkauften sich vor allem die PNAs (siehe Kasten) im vergangenen Jahr laut den Aussagen von Marktteilnehmern wie warme Semmeln. Purzelnde Preise und umfangreiche Marketingmaßnahmen des europäischen Marktführers Tom Tom haben für Aufmerksamkeit bei den Endverbrauchern gesorgt. Bereits für 299 Euro bieten B-Brands ihre Komplettsysteme an. Nach oben sind allerdings auch fast keine Grenzen gesetzt.

Für die Top-Modelle namhafter Hersteller wie Navigon oder Tom Tom muss der Kunde auch schon mal zwischen 700 und 800 Euro berappen. Dafür bekommt er aber nicht nur Navigation pur. Ein neuer Trend sind zusätzliche Tools, die das Speichern und Ausgeben von MP3-Files oder Bildern auf den mittlerweile gut bemessenen Festplatten der Geräte erlauben. Tom Tom plant für Mitte des Jahres einen nächsten Schritt in Richtung Unterhaltungsnavigation. Eine neue Bluetooth-Blackbox soll das Autoradio Bluetooth-fähig machen. Dann kann zum Beispiel der Tom Tom Go 910 über den Funkstandard Verbindung zum Radio herstellen. Der Anwender kann dann zwischen der Ausgabe von Navigationsansagen, MP3-Files oder dem Radiosender wählen. So wird aus einem Autoradio eine Konvergenzlösung aus Navigation mit zusätzlicher MP3-Funktion.

Navigation aus allen Richtungen

Ist ein Markt erst einmal eröffnet, tummeln sich bald Firmen darin, die man dort gar nicht erwartet hätte. Nach dem Einstieg der Softwareanbieter zusammen mit den PDA-Herstellern kamen die Handy-Smartphone-Hersteller mit ins Boot. Derzeit sieht es danach aus, als machten die PNAs das Rennen. Und hier riechen langsam auch andere Hersteller, die im weitesten Sinne etwas mit vier Rädern zu tun haben, den Braten. Zu den alteingesessenen Autoradiopionieren wie Becker, Blaupunkt und Grundig, die vor kurzem in das Marktsegment der mobilen Navigationsgeräte eingestiegen sind, kann man vielleicht noch eine Verbindung ziehen. Aus der Automobilzulieferer-Ecke ist auch Siemens VDO Automotive mit eingestiegen.

Es wäre also müßig, alle Anbieter von Navigationsgeräten und -software aufzuzählen - es werden fast täglich mehr. Wichtig ist es, im Verkaufsgespräch die Anforderungen des Kunden zu ermitteln und ihm die für seine Wünsche und Ansprüche passende Lösung anzubieten. Denn eines können sie alle fast gleich gut: navigieren.