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20.06.1986 - 

Reinhard Furrer bei Kienbaum München:

Weltraumforschung fördert IC-Entwicklung

MÜNCHEN (CW) - "Wenn die Deutschen die Bedeutung der Weltraumforschung nicht erkennen, arbeiten wir auch mit den Japanern zusammen", erklärte Professor Reinhard Furrer, Astronaut der D1-Spacelab-Mission. Mit diesen Worten warb der Wissenschaftler bei der Eröffnung der neuen Büroräume der Kienbaum Unternehmensgruppe in München um Forschungsgelder.

Furrer stellte in seinem Vortrag heraus, daß auch nach den scheinbaren Rückschlägen durch die Challenger-Katastrophe und den Ariane-Absturz auf diesem Gebiet unbedingt weitergeforscht werden müsse. Die Öffentlichkeit zweifle momentan zwar den Sinn der Weltraumforschung an, aber diesem Druck dürfe nicht nachgegeben werden, wenn die Europäer nicht vollends den Anschluß an die Amerikaner verlieren wollen.

Inwieweit die Erkenntnisse gerade der Weltraumforschung auch von der Industrie verwendet werden können, erläuterte der Wissenschaftsastronaut. Es gebe drei Bereiche: die Biologie mit der Biotechnik, den Halbleiterbereich und die Medizin. Für die Mikroelektronik sei das Wissen um die Bedeutung der Kristalle Gallium-Arsenid und Silizium entscheidend. Denn: Furrer stellte fest, die Entwicklung gehe nicht in Richtung Miniaturisierung weiter. Der Fortschritt sei die Gesamtgeschwindigkeit! Beispielsweise könnten sich Elektronen im Gallium-Arsenid bis zu fünfmal schneller bewegen als in herkömmlichen Siliziumkristallen. Gallium-Arsenid erscheine - so Furrer - deshalb ideal für Hochgeschwindigkeitsschaltungen.

Weitere Forschungen werden sich auch auf das Gebiet "Mensch als datenverarbeitendes System" erstrecken. Zu diesem Zweck soll im Max-Planck-Institut die Abteilung "Cognitiv Science" eingerichtet werden.

Auch die deutsche Wirtschaft möchte Nutznießer dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse sein. Daher wurde im vergangenen Jahr die Gesellschaft "Intospace GmbH" gegründet, zu der auch Kienbaum International Chefberatung GmbH gehört. Schon allein aus diesem Grund wird Kienbaum die Arbeit von Furrer unterstützen.

Gestützt und ausgebaut wird bei Kienbaum jetzt der Bereich Unternehmensberatung; in München ganz besonders auf den Gebieten Technologie und Datenverarbeitung. Aber nicht nur das Technologiezentrum Bayern ist für Kienbaum interessant, sondern das Unternehmen plant auch im "Musterländle" Baden-Württemberg weitere Aktivitäten.