Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.10.2001 - 

Drittes Quartal 2001 bringt massiven Einbruch

Weltweiter PC-Absatz im freien Fall

MÜNCHEN (CW) - Nach Vorabergebnissen von Gartner Dataquest brach das weltweite PC-Geschäft im dritten Quartal 2001 um 11,6 Prozent ein. In Westeuropa gingen die ausgelieferten Stückzahlen im Vergleich zum Vorjahresquartal laut einer IDC-Studie um zwölf Prozent zurück, während in den USA sogar 18,7 Prozent weniger Systeme über die Ladentheken wanderten.

Laut Dataquest wurden im dritten Quartal 2001 weltweit mit 30,6 Millionen Einheiten knapp zwölf Prozent weniger Rechner verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs (34,6 Millionen). Noch steiler bergab ging es nach den Ermittlungen des Gartner-Marktforschungsteams in den USA, wo im dritten Quartal dieses Jahres mit 10,9 Millionen Einheiten 18,7 Prozent weniger Systeme einen Abnehmer fanden als noch vor Jahresfrist. "Der PC-Markt leidet unter der wachsenden Sättigung in den entwickelten Märkten. Außerdem macht sich die US-Rezession nun überall bemerkbar", bilanziert Analyst Chris Smulders.

Lediglich ein Unternehmen vermochte sich dem Negativtrend zu entziehen: Direktanbieter Dell erzielte weltweit 13,8 Prozent Marktanteil und erbeutete in den USA 25 Prozent des PC-Kuchens - doppelt so viel wie der Zweitplatzierte Compaq.

Compaq und Hewlett-Packard (HP) mussten nach Ansicht der Analysten nicht zuletzt aufgrund der Ankündigung ihrer Mammutfusion einen drastischen Absatzrückgang hinnehmen. So verkaufte Compaq (10,4 Prozent Marktanteil) mit weltweit 3,2 Millionen rund 31 Prozent weniger Rechner als im dritten Quartal des Vorjahrs, während die Stückzahlen bei HP um 24,6 Prozent auf zwei Millionen Einheiten zurückgingen. In den USA erlitt Compaq mit 1,3 Millionen verkauften PCs einen Einbruch um 42,7 Prozent. HP setzte auf heimischem Boden mit 963000 PCs rund 33 Prozent weniger Systeme ab.

PC-RezessionWeltweit auf Platz drei landete nach Gartners Liste der fünf größten PC-Hersteller IBM mit einem Marktanteil von 6,6 Prozent, gefolgt von HP mit 6,4 Prozent. Platz fünf eroberte NEC mit 3,4 Prozent Marktanteil, während sich kleinere Anbieter die übrigen fast 60 Prozent des PC-Kuchens teilen. In den USA liegt Dell vor Compaq (11,7 Prozent Marktanteil), HP (8,8 Prozent), Gateway (7,4 Prozent) sowie IBM (6,3 Prozent).

Eine "PC-Rezession" nannten die Kollegen von IDC, die zu ähnlichen Ergebnissen kamen, den ihrerseits ermittelten Absatzschwund von weltweit 13,7 Prozent beziehungsweise 21 Prozent in den USA. Nach ersten Vorabzahlen einer aktuellen IDC-Studie zum PC-Markt in der Region Europa, Nahost und Afrika (Emea) im dritten Quartal dieses Jahres hat auch hier die Kauflust dramatisch nachgelassen. Die Zahl der ausgelieferten Rechner ging um insgesamt 9,5 Prozent zurück. In Westeuropa wurden sogar um zwölf Prozent weniger Systeme gekauft als im vergleichbaren Vorjahresquartal.

Compaq konnte seinen ersten Platz mit einem Emea-Marktanteil von 14,5 Prozent zwar verteidigen, musste jedoch ein Prozent an die Konkurrenz abtreten. Der Computerhersteller verkaufte 15,7 Prozent weniger Rechner als noch im dritten Quartal 2000. Eine rühmliche Ausnahme auf dem in einer Dauerkrise befindlichen Markt ist auch hier allein Dell: Der texanische Hersteller vermochte seinen Absatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent zu steigern. Der Emea-Marktanteil des Direktanbieters stieg von 8,9 auf 10,4 Prozent. Andere Player haben nach den jüngsten Ermittlungen von IDC bittere Einbußen erlitten: Auf Rang drei landete Fujitsu-Siemens mit einem Absatzschwund um rund 23 Prozent, während der Viertplatzierte HP sowie IBM einen Stückzahlenrückgang um 2,7 Prozent beziehungsweise 28,6 Prozent hinnehmen mussten.

Der Emea-Markt litt nach Einschätzung der Analysten in erster Linie unter der anhaltenden Investitionslethargie der Unternehmen. Allerdings sei das Interesse der Verbraucher und kleineren Firmen an Mobilcomputern aufgrund deutlich niedrigerer Preise gestiegen.

Insgesamt hätten die Terroranschläge in den USA die Kaufzurückhaltung der Kunden zwar noch verstärkt, allerdings habe sich das globale PC-Geschäft schon vor dem 11. September atypisch rückläufig gezeigt, so die Experten. Nach Einschätzung der IDC-Analysten dürfte die Dürreperiode auch im kommenden Jahr anhalten. 2003 soll sich der Markt dann zu einem einstelligen, im Jahr darauf zeitweise sogar zu einem zweistelligen Stückzahlenwachstum aufschwingen.

Abb: Globaler PC-Markt im dritten Quartal

Nur einer schwimmt gegen den Strom: Dell konnte seinen PC-Absatz deutlich steigern. So wuchs auch der Marktanteil. Quelle: Gartner Dataquest (Oktober 2001)