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12.03.1999 - 

Weltweiter Trend geht zu Raubkopien

Weltweiter Trend geht zu Raubkopien Piraterie kostete US-Unternehmen 1998 zwölf Milliarden Dollar

MÜNCHEN (CW) - Die International Intellectual Property Alliance (IIPA) meldet in ihrem Jahresbericht, daß amerikanische Software-, Musik- und Filmunternehmen im vergangenen Jahr insgesamt 12,4 Milliarden Dollar durch Raubkopien verloren hätten.

Besonders arg trieben es die Vitalienbrüder 1998 im asiatisch- pazifischen Raum. Einen Spitzenwert erzielten chinesische Piraten, die Unterhaltungssoftware im Wert von 1,42 Milliarden Dollar und Business-Software für rund 840 Millionen Dollar kopierten. Mehr als 95 Prozent aller 1998 im Reich der Mitte installierten Programme gelangten über dunkle Kanäle auf die Rechner, was der IIPA eine besondere Rüge wert war. Weitere Schwerpunkte der Piraterie lagen in Bulgarien, Rußland, Paraguay und Nicaragua mit Raubkopieraten jenseits der 95 Prozent. Uneinholbar vorne bleibt jedoch Vietnam, wo nach Aussage der IIPA keine Videokassette legal verkauft wird.

Besorgnis zeigte die IIPA über die Entwicklung in Israel. Das Land sei eine Drehscheibe für den illegalen Handel mit gefälschten Produkten, der eigene Markt darüber hinaus mit Raubkopien überschwemmt. Da auch die israelische Regierung kaum Anstrengungen unternommen habe, das Problem rechtlich in den Griff zu bekommen, schlug die Organisation eine gezielte Überwachung durch amerikanische Regierungsbehörden vor.

Deutschland hingegen findet sich auf keiner besonderen "Watch List" wieder, sondern wird im Schlußfeld der Länder unter der Rubrik "Other Observations" aufgeführt. In direkter Nachbarschaft finden sich Länder wie Zypern, Kasachstan und Panama. Während der Anteil der gefälschten Business-Software hierzulande im Jahr 1998 von 33 Prozent auf 28 Prozent gesunken ist, mußte der Unterhaltungssektor einen moderaten Anstieg auf 52 Prozent verzeichnen.

Nach Ansicht der IIPA sind zwei Entwicklungen für die weltweite Bedrohung durch Piraten mitverantwortlich. Auf der einen Seite sei die industrielle Kapazität zur Vervielfältigung von Informationen weiter gestiegen. So ließe sich allein durch die gegenwärtig verfügbaren Produktionslinien der weltweite Bedarf an optischen Datenträgern doppelt decken. Andererseits würden viele Regierungen das Problem ignorieren und keine rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, die mit den Vorgaben der Welthandelsorganisation WTO übereinstimmten. Schritte in die richtige Richtung seien bislang nur in einigen Ländern, darunter den USA, zu verzeichnen.

BSA zieht Bilanz Softwarepiraten auch in deutschen Firmen

632 Hinweise auf illegalen Einsatz von Software und 340000 Mark Schadensersatz in Deutschland - so lautet die Bilanz des internationalen Interessenverbandes Business Software Alliance (BSA) für 1998.

Laut dem Verband stieg 1998 die Zahl der Hinweise auf Lizenzverstöße um 31 Prozent, woraufhin BSA-Mitglieder in 551 Fällen rechtliche Schritte eingeleitet hätten. Diese reichten von Warnbriefen bis hin zu Durchsuchungen, Zivilklagen und Strafanzeigen. Deutsche Unternehmen mußten in der Folge insgesamt rund 340000 Mark Schadensersatz bezahlen, was einer Verdreifachung gegenüber 1997 entspricht.

Europaweit gingen rund 62000 Anfragen ein (plus 25 Prozent), darunter rund 6800 Hinweise auf Softwarekriminalität. In rund 4600 Fällen leiteten die BSA-Mitglieder rechtliche Schritte ein, wobei rund 550000 gefälschte CD-ROMs und Disketten beschlagnahmt wurden. Schätzungen der BSA besagen - leicht abweichend von den Zahlen der IIPA - daß den Herstellern durch Raubkopien jährlich in Deutschland 891 Millionen Dollar und weltweit rund 11,4 Milliarden Dollar Umsatz verlorengehen.