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23.01.1997 - 

Preisverfall bei DRAM-Bausteinen

Weltweiter Umsatz mit Halbleitern geht erstmals zurück

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz mit Halbleitern 1996 weltweit um sieben Prozent auf 141 Milliarden Dollar geschrumpft. Die Hauptursache liegt den Marktauguren zufolge in einem 40prozentigen Umsatzeinbruch bei DRAM-Komponenten. Die Preise für die Speicherchips seien im Laufe des vergangenen Jahres um ein Drittel gesunken. Ohne Berücksichtigung der DRAMs ergibt sich ein Umsatzwachstum von sechs Prozent gegenüber 1995, das in erster Linie auf Zuwächse bei sogenannten Mikrokomponenten zurückzuführen sei. Dazu zählt Dataquest digitale Signalprozessoren (DSPs), Mikro-Controller, Mikroprozessoren und Mikroperipherie.

Am meisten profitiert haben von dieser Entwicklung offenbar die nordamerikanischen Hersteller. Sie konnten ihren Weltmarktanteil von 39,6 Prozent auf 44,3 Prozent (62,3 Milliarden Dollar) ausbauen der bisherige Marktführer Japan mußte einen Rückgang seines Marktanteils von 40,1 Prozent im Jahr 1995 auf 36,7 Prozent (51,6 Milliarden Dollar) hinnehmen.

Auch die restlichen Chipproduzenten aus dem asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum verzeichneten Einbußen. Der Anteil dieser Gruppe am Halbleiterweltmarkt reduzierte sich von 11,8 Prozent auf 9,4 Prozent (13,23 Milliarden Dollar). Zulegen konnten dagegen die Europäer, die ihren Umsatz 1996 auf 13,54 Milliarden Dollar (Vorjahr: 12,9 Milliarden) steigerten und damit rund 9,4 Prozent vom Weltmarkt für sich verbuchen.

Trotz des weltweiten Rückgangs um sieben Prozent erreichte Intel eine Umsatzsteigerung von 29 Prozent auf 16,94 Milliarden Dollar und bleibt damit im fünften Jahr in Folge Spitzenreiter bei den Halbleiterherstellern. Der stärkste Konkurrent NEC verzeichnete einen sechsprozentigen Rückgang der Einnahmen auf 11,31 Milliarden Dollar und liegt jetzt über sechs Milliarden Dollar hinter dem Chipgiganten Intel.

Noch stärker als NEC verloren die japanischen und koreanischen Produzenten Hitachi, Toshiba, Fujitsu, Mitsubishi und Samsung, die in größerem Maße vom DRAM-Geschäft abhängig sind. In die Top ten aufrücken konnte der europäische Anbieter SGS Thomson, der als einziger Hersteller neben Intel seine Einnahmen steigerte. Das Unternehmen liegt nun gleichauf mit der japanischen Mitsubishi (siehe Abbildung). Mit der Prognose der künftigen Marktentwicklung tun sich die Analysten offenbar schwer. Vor allem im DRAM-Sektor könnten kurzfristige Kapazitätsschwankungen schnell zu Preisveränderungen führen, meint etwa William McClean, Vice-President Marktforschung bei Integrated Circuit Engineering in Scottsdale, Arizona. Da die Halbleiterproduzenten ihre Ausgabepläne jeden Monat änderten, könne man die Produktionskapazität, die ein Schlüsselfaktor für die Preisbildung ist, nicht vorhersagen.

Wegen der sinkenden Umsätze haben sich die Hersteller mit Investitionen in die Fertigungsausrüstung für Halbleiter zunehmend zurückgehalten, wie Elliot Rogers von der Deutschen Morgan Grenfell in New York betont. Dadurch hätten sich die DRAM-Preise zum Jahresende wieder etwas stabilisiert. Dataquest prognostiziert dem Halbleitermarkt für 1997 Umsatzzuwachsraten zwischen zehn und 15 Prozent.