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11.06.1982 - 

Drei deutsche Aussteller auf der zweiten Utrechter "Europe Software 1982":

Weltweites Angebot - holländisches Publikum

UTRECHT - Nach zwei Tagen schon hatten ebenso viele Besucher die Utrechter "Europe Software 1982"-Messe besucht wie im Vorjahr an allen drei Messetagen zusammen: 6000. Am Schluß waren es 9600. Da auch die Zahl der Aussteller um einiges höher lag, läßt sich resümieren, daß die Utrechter Softwaremesse auf dem Wachstumspfad ist. Vertraut man zudem den zufriedenen Äußerungen der Hersteller, so kann man von einer erfolgreichen Veranstaltung sprechen.

Ein Prädikat allerdings, das die Messe sich selbst gegeben hat, wird einstweilen ein Wechsel auf die Zukunft bleiben: "Europäisch" an ihr war allenfalls die Angebotsseite - und das auch nur bei oberflächlicher Betrachtung. Denn die weitaus meisten Anbieter waren regional tätige (meist niederländische) Unter-nehmen oder Dependancen weltweit bekannter Anbieter wie IBM, Control Data oder Nixdorf. (Es gibt allerdings auch nur wenige DV-Firmen ausgesprochen europäischen Zuklschnitts.)

Europäisch hätte das Publikum in Utrecht sein können, war es aber nicht. Keiner der befragten Aussteller mochte den Anteil nichtniederländisch sprechender Besucher auf seinem Messestand mit fünf oder mehr Prozent angeben.

"Software-Weltmacht Holland"

Durchaus europäisch, um bei diesem roten Faden zu bleiben, waren dagegen einige andere Phänomene die in Utrecht zu beobachten waren: - Da fordert ein hoher Vertreter des niederländischen Wirtschaftsministeriums die Softwarebranche im eigenen Land auf, ihr Know-how zusammenzulegen, um auf diese Weise zwei oder drei Institutionen zu bilden, die von wahrhaft europäischem oder Weltformat seien. Damit werde Holland im Softwarebereich ein Land von der Bedeutung werden, wie Japan oder die USA es im Hardwarebereich seien. Nur - die Verantwortung liege eindeutig bei der Privatwirtschaft; die Regierung könne höchstens unterstützende Maßnahmen veranlassen.

- Da träumt der Vorsitzende der holländischen "Nationalen Softwareverwareherstellern und sonnt sich im Licht der internationalen Beachtung, die die Utrechter Börse finde. Doch die Gruppe indischer Softwarehäuser, die auf der Messe ihre Dierste anbieten, stört seinen Frieden: Sie stellt unerwünschte Discount-Konkurrenz dar. Darum - so meint er - hätten vor allem die Regierung und Seite an Seite mit ihr die Interessenverbände den fernöstlichen Gefahren entgegenzuwirken.

- Da machen sich Vertreter konkurrierender Interessenverbände über eben diese Nationale Softwarevereinigung lustig. (Sie sei bloß ein Konglomerat von Ein- und Zweimannbetrieben. Eines der Mitglieder, die Minihouse BV in Gouda, hat immerhin 76 Mitarbeiter.)

- Da will die Altergo Benelux - um ein anders gelagertes Beispiel zu nennen - zwar an der Messe wieder teilnehmen, aber nicht noch einmal im "englischen Block", wo die Muttergesellschaft sie von der grünen Insel aus hinbeordert hatte.

IBM-Umstellungsprobleme

Irritationen im Vorfeld der Messe hatte es augenscheinlich auch beim Marktführer IBM gegeben: Die holländischsprachige Firmenzeitung "Nieuws" avisierte zwar eine Messeteilnahme; es langte aber nicht mehr zur Aufnahme IBMs in den Hauptkatalog. Ein holländisches Fachblatt meldete IBMs Teilnahme zwei Wochen vor Beginn der Messe explizit in der Rubrik "Kuriosa", aber auf dem Messestand wollte niemand wissen, daß IBM organisatorische Schwierigkeiten mit der Messebeschickung

gehabt haben könnte - geschweige denn mit der derzeit laufenden Umstellung des Vertriebs.

Es gab auch Neuheiten in Utrecht, Mikrocomputer-Betriebssysteme etwa, neuartige Bedienungsanleitungen oder neue Vertriebsabkommen. Mehr als in Hannover waren auch Online-Anschlüsse auf den Ständen der Softwarehäuser zu beobachten. Direkte deutsche Beteiligung hielt sich in Utrecht sehr in Grenzen: Anvanced Systems aus Düsseldorf, Infodas aus Köln und die Bonner Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherung waren ansprechbereit.