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05.10.2016 - 

Moral Machine

Wen soll ein autonomes Auto im Notfall töten?

Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Machen Sie den Online-Test und entscheiden Sie: Wen soll ein autonomes Auto im Notfall töten? Kinder gegen Erwachsene, Kriminelle gegen Ärzte, Tiere gegen Menschen.
Makabrer Selbst-Test: Sie entscheiden über Leben und Tod
Makabrer Selbst-Test: Sie entscheiden über Leben und Tod
Foto: http://moralmachine.mit.edu/

Es ist ein sehr makabrer Test, den das renommierte Forschungsinstitut MIT mit seiner Moral Machine online gestellt hat. Denn hier müssen Sie in 13 konkreten Unfallszenarien entscheiden, wer sterben muss und wer überleben darf.

Entscheiden Sie mit Hilfe der Moral Machine, wer in Unfallszenarien sterben muss und wer überleben darf

Dabei müssen Sie abwägen, welche Leben Ihnen wichtiger erscheinen: Das von fünf Senioren im Auto oder das Leben einen einzelnen Kindes auf dem Zebrastreifen. Abhängig von Ihrer Entscheidung kracht das Auto in das feste Hindernis: Die fünf älteren Insassen sterben, das Kind überlebt. Oder aber Sie lassen das Auto das Kind überfahren, dann überleben die Senioren.

Das ist nur einer von 13 Fällen, in denen Sie über Leben und Tod entscheiden. In anderen Fällen müssen Sie abwägen, ob das Auto einige Verbrecher oder einige Ärzte überfahren soll. In einem besonders krassen Fall stehen sogar die Leben einiger Tiere gegen das von Menschen.

Selbstfahrende Autos müssen Entscheidungen treffen

Die Moral Machine hat einen ernsten Hintergrund: Die Entwicklung von selbstfahrenden, also autonomen Autos. Denn wenn ein Auto ohne menschliche Eingriffe fährt, dann muss in einer Notsituation der Computer entscheiden, wohin das Fahrzeug steuern soll. Soll das selbstfahrende Auto dann also sich aufopfernd selbst gegen eine Hauswand steuern – und dabei den Fahrer, der als einziger im Auto sitzt, töten – wenn nur dadurch verhindert werden kann, dass das Auto ein Kind überfährt, das unaufmerksam vor das Auto auf die Straße läuft? Bei autonomen Autos müssen solche und ähnliche Szenarien und Abwägungen im Programmiercode berücksichtigt werden. Rund um den Globus diskutieren Ethikkommissionen dieses Problem. Das dürfte in nächster Zeit noch für einige Unruhe unter den Autofahrern sorgen. Denn wer kauft sich schon ein Auto, das im Zweifelsfall den Fahrer opfert, um einen anderen Menschen zu retten…

Entscheiden Sie mit Hilfe der Moral Machine, wer in Unfallszenarien sterben muss und wer überleben darf

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