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30.06.2008 - 

Kolumne

Wenig Chancen für Maxdata Kolumne

Maxdata ist insolvent, doch irgendwie wird es schon weitergehen, so die vorherrschende Meinung im Markt. Solide Produkte, ein starkes Händlernetz, die erfolgreiche Marke "Belinea" und willige Mitarbeiter - da ist zu viel Substanz, als dass die Westfalen einfach vom Markt verschwinden könnten. Doch woher kommt eigentlich diese Zuversicht? Maxdata schreibt nicht erst seit gestern rote Zahlen, und eine bereits 2006 angesetzte Restrukturierung hat nicht zum Erfolg geführt.

Die Frage ist generell, ob für mittelgroße Hardwareanbieter wie Maxdata auf Dauer ausreichend große Nischen bleiben. Das Unternehmen konkurriert mit den Weltmarktführern, die bekanntlich billiger produzieren können als andere. Maxdata hat nicht den Marktzugang wie Hewlett-Packard, Dell oder Fujitsu-Siemens, musste aber Probleme bewältigen, die diese nicht (mehr) haben: Dazu zählten die Integration von Übernahmen (Peacock, Vobis), ein schwieriger Börsengang mit bitteren Folgen für viele investierende Mitarbeiter, eine europaweite Expansion in einen überreifen Markt sowie die Schaffung typischer Konzernstrukturen, beispielsweise durch SAP-Einführung.

Angesichts der hauchdünnen Gewinnmargen, die im Hardwaremarkt die Regel sind, war das alles für Maxdata einfach zu viel. PCs, Notebooks und Bildschirme sind längst zur Massenware geworden, austauschbar und über den Preis definiert. Der Anwender freut sich zwar über einen guten Support, kauft aber am Ende meist dann doch dort, wo das günstigste Angebot zu finden ist. Wichtig sind ihm ein solider Support sowie einheitliche Modelle für den konzernweiten Rollout, die in großen Stückzahlen zu günstigen Preisen erhältlich sind - und zwar weltweit. Bei Maxdata kommt erschwerend hinzu, dass der wichtigste Markt der vergangenen Jahre, das Notebook-Segment, nicht ausreichend adressiert wurde. Das ist besonders bitter, weil hier relativ hohe Gewinnmargen zu erzielen waren.

Die wenigen Player, die heute den Hardwaremarkt beliefern, verfügen über signifikante Vorteile im Einkauf, da sie ganz andere Mengen an Komponenten abnehmen können als ihre kleineren Konkurrenten. Sie besitzen in der Herstellung und auch im Service eine ausgefeilte Logistik, steuern perfekt ihre Vertriebskanäle und haben im Marketing die tieferen Taschen.

Mag sein, dass Maxdata noch immer einen Qualitätsbonus hat, doch wie stark wiegt dieses Argument in Zeiten, in denen es weniger um die Haltbarkeit des Rechners als um seinen schnellstmöglichen Austausch im Schadensfall geht? Außerdem wird auch Maxdata irgendwo die Schere ansetzen müssen, wenn der Betrieb weitergehen soll. Und wo kann das passieren, wenn nicht beim Einkauf der Komponenten - also in der Qualität? Natürlich wäre es schön, wenn sich Maxdata aufrappeln und den schwächelnden Hardwarestandort Deutschland wieder beleben könnte. Realistisch ist es aber auf Dauer nicht.