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18.04.1997 - 

Faxline

Wenig Gegenliebe für ISDN-Fax

J. MICHELS, NEUSS: Wir erledigen unsere Serienfaxe mit Winword, Winfax und einer Teles-ISDN-Karte. Nach Auskunft von Delrina/Symantec und Teles kann man Serienfaxe auch an analoge Gegenstellen mit ISDN versenden, aber nur mit maximal 14400 Bit/s. Warum aber soll man dann ISDN anschaffen, wenn die Gegenstellen alle so langsam sind? Warum bringen die Hersteller keine entsprechende Software auf den Markt?

DIE REDAKTION: Die Ökonomie spricht dagegen. Die Preise für die günstigsten G4-ISDN-Faxgeräte liegen bei 7000 Mark, ein analoges Fax kann 700 Mark kosten. Der Kaufpreis für ein ISDN-Fax amortisiert sich günstigstenfalls nach 26 Monaten, in Firmen mit Außenstellen und durchgängiger G4-Ausstattung nach zwölf Monaten, wenn 20 Seiten pro Tag im G4-Modus gesendet werden. Die gleiche Rate gilt für Faxkonverter wie das Gerät der Firma Krone, das ein G3-Fax zum vollwertigen G4-Fax aufrüstet.

Nach dem jährlich erscheinenden "Europe Messaging Forecast Report" der Marktforscher von BIS Strategic Decisions hat eine Serienfax-Sendung mit 100 Kopien selbst im ISDN-Paradies Deutschland eine ISDN-Quote unter zehn Prozent. Bei den restlichen 90 Prozent schlägt schon der Handshake kräftig auf die Rechnung: Zunächst muß die Serienfax-Einrichtung die höchste Geschwindigkeit von G4 (64000 Bit/s) annehmen und dann im Fallback bis auf 9600 Bit/s "herunterschalten". Die dafür benötigte Zeitspanne sind nach einer Untersuchung der Debis Advanced Communication Services günstigstenfalls 9,3 Sekunden. Beim Serienfax mit 100 Aussendungen würden also rund 14 Minuten zusätzlich für die Synchronisation anfallen.

Der entscheidende Durchbruch des ISDN-Faxens wird von der ITU-Normierung des kommenden Faxstandards T.30 (mitunter als G3bis bezeichnet) erwartet. Hier wird ein ISDN-Modus festgeschrieben, der voll kompatibel mit dem G3-Modus der analogen Faxgeräte ist. Eine Alternative wäre, den G3-Modus auf 28800 Bit/s aufzubauen, wie es V.34 analog leistet. Dafür gibt es bereits genormte Faxverfahren, doch scheuen die Hersteller die Lizenzkosten für die mit V.34 eingesetzte Trellis-Modulation.