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11.07.1975

Wenig Grips und reichlich Chips?

"Die einen stehn im Schatten, die andern ham die Chips." Das abgewandelte Brecht-Zitat kommt in den Sinn, wenn man von der Auseinandersetzung in Deutschlands nördlichstem Bundesland hört: ist der Gebrauch von Taschenrechnern in der Schule statthaft oder nicht?

In einem freien Lande, so wissen wir, ist alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist. Wieso also dann überhaupt eine Diskussion?

Nun: die Chancengleichheit ist's, um die gerungen wird. Jens-Uwe, armer Leute (und solche gibt es bei einer Million Arbeitslosen leider wieder) Sohn, muß, rechnerlos, den eigenen Grips anstrengen, um Prozente oder den Cosinus zu errechnen. Sitznachbar Kai-Uwe, Sohn gutbetuchter Eltern, fährt dagegen seine Tangentialrechnungen auf dem schicken HP-35 so flott wie mit der Freundin im VW.

Lösung im deutschen Norden: Taschenrechner im Unterricht nur dann, wenn mindestens einer auf zwei Schüler verfügbar ist - und die Geräte etwa gleichwertig sind.

Schleswig- holsteinischer Gerechtigkeitssinn in allen Ehren - eine Frage stellt sich immerhin: Könnte es nicht ein Instrument sozialen Ausgleichs sein, wenn jene benachteiligten Chip-Losen gezwungen blieben, den eigenen Grips stärker zu entwickeln? Das zahlt sich später aus. hs