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07.06.1991 - 

Informationsmanagement:Strategie vernachlässigt

Wenige Chancen für nachlässige und für konzeptschwache Chefs

KONSTANZ/GIESSEN (CW) - Unternehmen setzen Informations-Management (IM) in erster Linie ein, um Kosten zu senken und die Produktivität zu erhöhen.

Zu kurz kommen allerdings nach einer Untersuchung der Gießener Betriebswirte Wilfried Krüger und Peter Pfeiffer strategische Gesichtspunkte.

Krüger und Pfeiffer werteten in ihrer Untersuchung 176 Fragebögen von Leitern von Organisations- und DV-Abteilungen aus.

Die beiden Wissenschaftler stellten fest, daß Informations Management eine Angelegenheit der zweiten Hierarchieebene ist. Nur sechs Prozent der höchsten Führungskräfte greifen auf Information-Management-Systeme (IMS) zurück. Unterstellt sei das IM vor allem dem Finanzbereich (36 Prozent) oder auch dem kaufmännischen Vorstand (31 Prozent).

80 Prozent der Befragten gaben an, IM einzusetzen, um Kosten zu senken, 76 Prozent wollen mit diesem Instrument ihre Produktivität erhöhen, und 56 Prozent erhoffen sich, von Routineaufgaben entlastet zu werden. Erst an vierter Stelle folgt laut Studie die "Stärkung der Wettbewerbsposition" mit 42 Prozent.

Die Autoren der Studie filterten nach eigenen Angaben aus Cluster-Analysen zwei Unternehmertypen heraus, nämlich den "Nachlässigen", der Aufgaben des IM generell unterdurchschnittlich bewerte, und den "Konzeptschwachen", der die Bedeutung von Informationsstrategien nicht erkenne.

Dabei lohnen sich Investitionen in IM gerade für strategische Zwecke, so die Gießener Betriebswirte. Eine zusätzliche Auswertung von Branchenstatistiken ergab laut Krüger und Pfeiffer, daß "informationsintensive Branchen" erfolgreicher agieren als solche, die auf IM wenig Wert legten.

Zwar seien nicht alle "informationsintensiven Unternehmen" erfolgreich, aber bei den "wenig informationsintensiven Unternehmen" fanden sich ausschließlich solche mit einer schwachen oder sehr schwachen Erfolgsposition. Investitionen in die Ressource "Information" sind demnach keine hinreichende, aber eine notwendige Voraussetzung für den Unternehmenserfolg.

Für die Zukunft kündigten die befragten Unternehmen laut Studie einen Wandel der Prioritäten beim Einsatz von Informationstechnik und Informations-Management an. An erster Stelle rangiere jetzt die Verbesserung der Wettbewerbsposition mit 78 Prozent, als nächstes gaben die Befragten die Erhöhung der Produktivität, Kostensenkung und Verbesserung der Kundennähe an.

Zeitgleich zur Gießener Untersuchung hat auch die Universität Konstanz eine Studie zu diesem Thema vorgelegt. In 63 Prozent der Fälle ordneten die Befragten IM dem Controlling und in 34 Prozent der Geschäftsführung beziehungsweise dem Vorstand zu. Management-Informationsysteme (MIS) enthielten in fast allen Fällen Informationen zur Unternehmensbilanz sowie zur Gewinn- und Verlustrechnung Unzufrieden waren die Befragten mit der Benutzerfreundlichkeit von MIS. Immerhin wünschten sich 90 Prozent der Manager grafische Darstellungen.