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Studie untersucht Internet-Durchdringung in 53 Staaten

Wenige Länder sind "E-Business-Ready"

11.05.2001
MÜNCHEN (CW) - Während in den USA, Europa und in Teilen Asiens gute Voraussetzungen für den elektronischen Handel geschaffen wurden, stehen andere Staaten noch am Anfang. Wie es in 53 Entwicklungs- und Schwellenländern um das E-Business bestellt ist, untersuchte nun das amerikanische Beratungsunternehmen McConnell International.

Die in Washington DC beheimatete Beratungsfirma McConnell (www.mcconnellinternational.com) hat in der Studie "Global E-Readiness Summary" den Stand der E-Business-Durchdringung in denjenigen Schwellen- und Entwicklungsländern untersucht, die einen "profunden Einfluss auf die globale New Economy" haben. Zudem stellen sie zusammen rund zwei Drittel der Weltbevölkerung.

Zu den Nationen mit guten E-Business-Voraussetzungen zählen demnach Chile, Brasilien, Estland und Südkorea. Das gute Abschneiden macht diese Länder für Online-Anbieter als neuen Absatzmarkt attraktiv. Darüber hinaus hoffen sie, durch den derzeitigen Abschwung der New Economy zu den reichen Nationen aufzuschließen. Die Berater bewerteten alle 53 Länder nach fünf Kriterien: technische Infrastruktur, die Rolle der Regierung in Sachen E-Government, Informationssicherheit, Fachkräfte sowie das E-Business-Klima im Allgemeinen (siehe Kasten "Messkriterien").

Das beste Klima für E-Business herrscht laut der Studie in Estland. So habe der baltische Staat die Voraussetzung für elektronische Transaktionen geschaffen. Wenig überraschend schnitten auch Südkorea und Taiwan gut ab.

Insgesamt 13 Länder konnten zumindest in Teilbereichen Anforderungen erfüllen. Brasilien etwa macht in der Kategorie E-Leadership eine gute Figur, doch bei Infrastruktur, Informationssicherheit und Fachkräften müssen die Südamerikaner nachlegen. Ähnlich Ungarn: Das Land glänzt lediglich mit der Anzahl an Fachkräften. In Chile gibt es zwar auch noch einiges zu tun, doch im Gegensatz zu vielen anderen arbeiten im Andenstaat der öffentliche und der private Sektor Hand in Hand, um E-Business auf den Weg zu bringen.

36 Länder und damit die größte Gruppe stehen dagegen in allen fünf Bereichen erst am Anfang. Am schlechtesten schnitten unter anderem eine Reihe von afrikanischen Staaten, Indonesien, Bangladesch, Bolivien und Ecuador ab. Beim Punkt Informationssicherheit fielen einige Länder nicht zuletzt wegen der dort grassierenden Softwarepiraterie durch, betonen die Verfasser der Studie.

Ein Hemmnis für Online-Anbieter stellt die geringe Verbreitung von Kreditkarten dar. Einige Länder arbeiten an Lösungen. So hat beispielsweise Südafrika ein Pilotprogramm zur Einführung von Smartcards, biometrischer Authentifizierung und Kiosksystemen gestartet, um die Bevölkerung mit elektronischen Zahlungsmethoden vertraut zu machen.

Neben der Beschreibung des Ist-Zustands formulieren die Verfasser der Studie auch Handlungsvorschläge speziell für Entwicklungsländer. So empfehlen sie etwa die Deregulierung des lokalen Telekommunikationsmarktes sowie die Ausbildung von Fachleuten.

Bereits im August 2000 hatte McConnell die Untersuchung zum ersten Mal gemacht. Viel getan habe sich seitdem allerdings nicht. Vor allem Veränderungen in der staatlichen Regulierung sowie der Aufbau einer Infrastruktur beanspruchen eben viel Zeit, bemerken die Berater.

Messkriterien

Infrastruktur:

Zuverlässige und erschwingliche Netzdienste; Güte des Stromnetzes; Import- und Exportkonditionen sowie Art und Umfang von Logistikservices.

E-Leadership:

Priorität der Regierung in Sachen digitale Gesellschaft;

Güte der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft beim E-Business;

Anstrengungen des Landes, alle Bürger ins Internet zu bringen.

Informationssicherheit:

Maßnahmen zur Strafverfolgung, Schutz von Urheberrechten insbesondere an Software;

Schutz der Privatsphäre;

Verfolgung von Computerkriminalität, Public-Key-Infrastrukturen.

Fachkräfte:

Wissensvermittlung in den Ausbildungssystemen;

IT an Schulen;

Kreativität und Wissenstransfer in der Gesellschaft;

Fähigkeiten und Ausbildungsstand von Arbeitnehmern.

E-Business-Klima:

Wettbewerb zwischen TK-Dienstleistern;

Regulierungssituation im Land sowie Gesetze;

Risiken für Geschäftstätige (politische Instabilität oder finanzielle Situation des Landes); Offenheit gegenüber ausländischen Investoren; Fähigkeit der Finanzdienstleister, elektronische Transaktionen zu verarbeiten; Unterstützung für Firmengründer, etwa durch Technologieparks.

Abb: Auszug der Tabelle

Von allen betrachteten Ländern schnitt Estland am besten ab. Doch die meisten Nationen sind noch weit von diesem Niveau entfernt. Quelle: Mc Conell International