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10.01.1975 - 

Gute Nachrichten aus Bonn:

Weniger DFÜ-Gebühren für Klein-Betriebe

CW-Bonn-Korrespondent Konrad Müller-Christiansen

BONN - Um Auskunft über die "Forderung von Forschung und Entwicklung im Bereich der Datenverarbeitung" hatte die CDU/CSU-Fraktion Mitte Oktober in einer "kleinen Anfrage" die Bundesregierung gebeten. Die Antwort auf 16 Fragen liegt jetzt als Bundestagsdrucksache 7/2781 vor. Die Bundesregierung gibt mit ihrer schriftlichen Antwort einen Überblick über ihre weiteren Planungen.

"BRD-Rechner heute echte Alternative "

Aus der Beobachtung des Marktes ergibt sich für die Bundesregierung die Einsicht, "daß die geförderten DV-Hersteller bereits heute ein hohes Maß an Wettbewerbsfähigkeit erreicht haben, die den Anwendern echte Alternativen bietet". Diese Leistungsfähigkeit konnte die deutsche Industrie, wie in der Antwort auf die kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion ausdrücklich betont wird, "nur mit Hilfe erheblicher öffentlicher Zuwendungen für Forschung und Entwicklung und durch Zuschüsse aus anderen Bereichen der Unternehmen oder der Mutterfirmen" erreicht werden. "Bevor es den Unternehmen nicht möglich ist, die hohen Entwicklungsaufwendungen aus Umsatzerlösen zu finanzieren, sind auch weiterhin Förderungsmaßnahmen erforderlich."

Die Bundesregierung wird in Zukunft nicht unbedingt nur rein nationale Entwicklungen forcieren. Offensichtlich will Bonn die Förderung davon abhängig machen, "ob es den europäischen Firmen gelingt, durch Weiterentwicklung der Rechner und durch engere Zusammenarbeit ihren Marktanteil zu erhöhen".

Nicht nur Hardware

Die staatliche Förderung der Datenverarbeitung wird sich auch in Zukunft nicht ausschließlich auf die Hardware beschränken. Offensichtlich, wie die Bundesregierung ihr Augenmerk besonders auf die Anwendungen konzentrieren, denn "die öffentliche Hand und die Unternehmen der Wirtschaft benötigen dringend Rationalisierungsmittel, um zunehmende Dienstleistungs- und Verwaltungsaufgaben trotz ständig steigender Kosten erfüllen zu können". Und weiter heißt es in der Antwort: "Im Gegensatz zum Produktionssektor steht die Rationalisierung der Dienstleistungen und der Verwaltungen noch am Anfang."

Mehr Förderung von DFV

Eine besondere Bedeutung mißt die Bundesregierung künftig der Datenfernverarbeitung zu. "Vor allem für kleine und mittlere Betriebe und Forschungsinstitute, die nicht in der Lage sind, eigene DV-Anlagen zu betreiben, wird es in Zukunft von Interesse sein, sich der Datenfernverarbeitung zu bedienen." Auch für die öffentliche Verwaltung ist die DFV von großem Interesse. Da die Daten bei Behörden dezentral anfallen, dezentral abgerufen werden müssen und ein intensiver Informationsaustausch erforderlich ist, bietet die DFV gute Anwendungsmöglichkeiten.

Für die Integration der DV in Arbeitsabläufe, den Ausbau des Rechnerverbundes sowie die Standardisierung von Schnittstellen in Rechnernetzen dürfte die Bundesrepublik in den nächsten Jahren erhebliche öffentliche Mittel bereitstellen.

Die CDU/CSU-Fraktion hat die Bundesregierung auch nach dem Einfluß der Gebührenpolitik der Bundespost auf den Einsatz der Datenfernverarbeitung gefragt. Die Bundesregierung weist in ihrer Antwort zunächst einmal darauf hin, daß der Anteil der Datenübertragungskosten an den Gesamtkosten von Datenfernverarbeitungssystemen verhältnismäßig niedrig sei.

"DÜ-Gebühren künftig nur kostendeckend"

"Für die heute typischen Anwendungssysteme liegt der Anteil im allgemeinen unter zehn Prozent. Daher ist die Gebührenpolitik der Deutschen Bundespost für die Entwicklung der Datenfernverarbeitung nicht entscheidend gewesen." Mit Verbesserungen auf diesem sehr expandierendem Gebiet sei in Zukunft zu rechnen, da die Deutsche Bundespost in diesem Jahr mit dem Aufbau eines speziell auf die Belange der Datenübertragung ausgerichteten neuen Fernmeldenetzes begonnen habe. "Dieses neue Wählnetz ermöglicht es den Benutzern, anstelle der heute ja in vielen Fällen noch notwendigen festen Verbindung (Mietleitung, Hauptanschluß für Direktruf), für die unabhängig von der Benutzerhäufigkeit monatliche Pauschalgebühren erhoben werden, Übertragungsleitungen der Deutschen Bundespost nur in dem Maße in Anspruch zu nehmen und zu bezahlen, wie es dem tatsächlichen Datenaufkommen entspricht. Die Bundespost will in Zukunft die Datenübertragung mit geringen Grundkosten belasten, andererseits aber kostendeckende Einnahmen erzielen. Durch entsprechende Maßnahmen soll insbesondere den kleinen und mittleren Betrieben, bei denen nur geringe Datenmengen anfallen, "ein verbesserter Anreiz gegeben werden, sich an Datenfernverarbeitungssysteme anzuschließen".