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18.03.1994

Weniger ein elektronisches als ein Print-Medium CD-ROMs sind ideale Speicher fuer PC-Multimedia-Anwendungen

CD-ROMs sind nach Auffassung von Hans Ulbricht* das Speichermedium, mit dem Multimedia-Konzepte auch ueber die Unterhaltungsindustrie hinaus neue Marktanteile gewinnen koennen. Vorstellbar und teilweise schon entwickelt sind Anwendungen, mit denen sich der Benutzer riesige Datenmengen individuell erschliessen kann.

Funkelnd in tausend bunten Farben praesentiert sich Multimedia. Noch ueberstrahlt die Faszination der technischen Moeglichkeiten vielfach die Effizienz des kommerziellen Einsatzes. Wieder einmal eilt die Technik der inhaltlichen Gestaltung eines Mediums voraus.

Es waren die Pop- und Rock-Gruppen, die als erste und live - damals dachte noch niemand an CD-ROM - das praktizierten, was etwa seit dem Ende der 80er Jahre unter dem Begriff "Multimedia" bekannt geworden ist. Wir verstehen heute darunter die Einbindung von Text, Grafik, Sprache, Musik, Video und Animation in ein System. Einiges davon wurde urspruenglich bei technisch aufwendigen Popkonzerten oder Happenings realisiert. Inzwischen stehen Verfahren zur Verfuegung, um mehr als 600 MB Daten auf eine kleine Disk zu packen und damit den Inhalt solcher Veranstaltungen in flachen Schachteln unterzubringen.

Man sollte diese Genesis von Multimedia kennen. Sie erklaert die immer noch ungebrochene Dominanz der Unterhaltungsbranche beim Einsatz dieses Mediums, die sich in zahlreichen Videoclips und unzaehligen Spielen offenbart. Dieser Trend ist sicher nuetzlich, wenn es darum geht, die Existenz von Multimedia in weiten Kreisen der Oeffentlichkeit bekannt zu machen. Er birgt aber zugleich die Gefahr, dass Multimedia ein Etikett als Spielzeug oder reines Unterhaltungsmedium angeklebt wird. Es ist deshalb notwendig, dass im Zusammenhang mit Multimedia das Interesse verstaerkt auf den Traeger der Multimedia-Daten, auf die CD-ROM und deren Moeglichkeiten gelenkt wird. Dieses Speichermedium verdankt seine Entstehung der Forderung, grosse Datenmengen

- preiswert,

- sicher,

- schnell verfuegbar und

- leicht reproduzierbar

- auf kleinstem Raum

speichern zu koennen. Einige dieser Kriterien erfuellt auch der Mikrofilm. Aber das Handling ist kompliziert, der Zugriff langsam und das Lesen oder die Weitergabe der Informationen ziemlich umstaendlich. Hat man die Informationen jedoch auf CD-ROM gespeichert, kann man sie im PC - vorausgesetzt die Schnittstellen stimmen - nach Belieben weiterverarbeiten. Genau das praedestiniert die CD-ROM fuer den Multimedia-Einsatz.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Bei CD-ROM handelt es sich um ein Print-Medium. CD-ROM ist also kein elektronisches Speichermedium im herkoemmlichen Sinn wie etwa Magnetplatten oder Disketten. Eigentlich ist auch die Bezeichnung "optische Speicherplatte" falsch. Denn in jede CD-ROM werden die Daten mechanisch eingepresst. Bei der Herstellung der Matern und bei der Wiedergabe bedient man sich zwar optischer Mittel, aber im Prinzip sind CD- ROMs einer Schallplatte viel aehnlicher als einer Diskette.

Die Zugehoerigkeit der CD-ROMs zur Gruppe der Print-Medien hat zur Folge, dass mit steigender Stueckzahl der Preis fuer das einzelne Exemplar sinkt. Da aber die Vorkosten fuer eine CD-ROM-Herstellung zusammen mit den Aufwendungen fuer die Multimedia-Konzeption und deren Realisierung sehr schnell den Bereich sechsstelliger Summen erreichen, folgt daraus zwangslaeufig die Forderung nach einem grossen, aufnahmebereiten Markt, um die Kostendegression wirksam werden zu lassen. Im Unterhaltungs- und Spielebereich gibt es ihn schon. Bei den anderen Anwendungen muessen die Anbieter jedoch neue Moeglichkeiten der Markterschliessung suchen.

Die CD-ROMs mit Multimedia-Anwendungen kommen heute vor allem aus den Sektoren Lexika, Enzyklopaedien, Reisefuehrer sowie Praesentationen und Weiterbildung. Bei den letzten beiden Gebieten handelt es sich in der Regel um ganz spezielle, fuer einzelne Unternehmen oder Sachgebiete erstellte Multimedia-Systeme.

Allgemein tritt immer wieder ein Problem zutage, das offensichtlich nur schwer zu loesen ist: Wie lassen sich herkoemmliche Medien und Verfahren sinnvoll und mit erkennbarem Zusatznutzen in Multimedia uebertragen? Die technischen Probleme, beispielsweise die Digitalisierung der Sprache oder die Kompression der Daten, sind geloest. Auch die Benutzeroberflaeche sieht meist - in Verbindung mit Windows oder Apple - gut und uebersichtlich aus. Aber wenn auf dem Bildschirm neben dem Text nur ein paar Postkartenbildchen erscheinen und dazu ein Waldhorn blaest, ist das noch Multimedia zu Fuss.

Selektiver Zugriff auf akustische Informationen

Wohin die Entwicklung gehen kann, das zeigt das globale News Network der New Yorker Bloomberg L.P., an das inzwischen 28 000 spezielle Terminals - also keine normalen PCs - angeschlossen sind. 6000 dieser Geraete sind in der Lage, weltweit digital aufgezeichnete Interviews mit Politikern, Bankern und Unternehmern abzurufen. Neben dem Portraet des Interviewten erscheint auf dem Bildschirm ein Stichwortverzeichnis. Damit kann man aus einer langen Rede beispielsweise die Passagen auswaehlen, die ein bestimmtes Thema behandeln. Hier wurde also schon der selektive Zugriff auf akustische Informationen realisiert.

Multimedia muss dialogfaehig sein

Das News Network zeigt ein weiteres, fuer den wuenschenswerten Multimedia-Einsatz charakteristisches Element, naemlich die Dialogfaehigkeit. Erst die Moeglichkeit, auf die riesige Speicherkapazitaet der CD-ROM in Verbindung mit einem leistungsfaehigen Laufwerk und der entsprechenden Software schnell und gezielt zuzugreifen, erlaubt es, den gesamten gespeicherten Inhalt gewissermassen zu individualisieren. Jeder Benutzer des Systems kann den fuer einen moeglichst grossen Kreis von Abnehmern konzipierten Inhalt der CD-ROM also seinen gerade akuten Informationswuenschen anpassen.

Bevor das gelingt, sind allerdings einige Voraussetzungen zu erfuellen. Die heute ueblichen PCs sind nicht ohne weiteres Multimedia-funktionsfaehig. Auch der Anschluss oder Einbau eines CD- ROM-Laufwerks reicht nicht dazu aus, dieses Manko zu beheben. Inzwischen werden aber Multimedia-Aufbau-Kits angeboten. Wer jedoch zwei linke Haende hat und vor den Innereien eines PCs erschrickt, der sollte beim Einbau einen Fachmann zur Seite haben, weil sonst der Umgang mit den diversen Dip-Schaltern leicht zum Zahlenlotto werden kann. Der Blick in die Multimedia-Welt macht klar, weshalb sich hier Neuland auftut, das allen, die heute saeen, morgen eine reiche Ernte verspricht.

Die Mindest- Konfiguration

Der Prozessor sollte mindestens ein schneller 386er oder - besser - ein 486er sein. Prinzipiell reichen zwar schon 4 MB als RAM, wuenschenswert sind aber 8 MB oder noch mehr. Weil man ausser Multimedia auch noch anderes mit dem PC anstellen will, sollten mindestens 120 MB auf der Festplatte verfuegbar sein. Auch hier ist ein Mehr an Speicherplatz von Vorteil. Erforderlich ist ausserdem ein CD-ROM-Laufwerk, bei dem auf kurze Zugriffszeiten und eine schnelle Datenuebertragung zu achten ist. Das macht sich vor allem bei Videoanwendungen und Animationen bemerkbar. Das Laufwerk muss auch die Kodak-Photo-CDs lesen koennen. Schliesslich muss noch eine gute Soundkarte eingebaut werden.