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26.02.2008 - 

Kolumne

Weniger Plus als ein Lokführer Kolumne

Zugegeben, wer durchschnittlich zwischen 76 000 und 97 000 Euro pro Jahr verdient, hat eigentlich keinen Grund zu jammern (siehe Seite 1 und 48). Auch wenn rund 20 Prozent dieses Einkommens an Leistungsziele gekoppelt sind, lässt sich davon gut leben.

Allerdings erleben IT-Spitzenkräfte zurzeit eine enorme Nachfrage. Headhunter rennen ihnen förmlich die Bude ein. Die so Umworbenen, ist zu hören, können den Hubraum ihres Dienstwagens und den variablen Anteil ihres Entgelts fast allein bestimmen. Bei den Gehältern selbst bleiben die Arbeitgeber aber trotz extremen Fachkräftemangels auf dem Teppich. Im Schnitt verdienen IT-Manager den Datenbanken von Personalmarkt zufolge vier Prozent mehr als 2007.

Gemessen an der Knappheit dieser Experten, erscheint das Plus gering. Vor allem wenn man es mit den Zuwächsen vergleicht, die in anderen Branchen erzielt worden sind, in denen keineswegs die gleiche Personalnot herrscht. So bekommen die Stahlarbeiter laut jüngster Tarifeinigung 5,2 Prozent mehr Lohn, im Einzelhandel wird ebenfalls fünf Prozent mehr verdient, und die Lokführer haben ja bekanntlich nach monatelangem Streit rund elf Prozent mehr auf dem Konto.

In absoluten Zahlen verdienen IT-Manager viel mehr als Stahlarbeiter. Trotzdem dürfen auch prozentuale Zuwächse verglichen und als Indikator hergenommen werden für die Wertschätzung, der sich eine bestimmte Berufsgruppe zurzeit erfreut. Folgt man dieser Logik, haben IT-Manager ein geringeres Ansehen als Stahlarbeiter, Beschäftigte im Einzelhandel oder eben besagte Lokführer. (Allerdings soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass auch trotz miesen Images klotzig zugelegt werden kann: Deutsche Vorstände verdienten 2007 durchschnittlich 17 Prozent mehr als im Vorjahr).

Selbst wenn berücksichtigt wird, dass Personalchefs einen ähnlich extremen Anstieg der Gehälter wie zur Jahrtausendwende verhindern wollen, drücken vier Prozent Zuwachs zu wenig Wertschätzung aus. Dieser vergleichsweise magere Aufschlag sendet ein deutliches Signal des "So sehr gebraucht werdet ihr auch nicht" an alle, die schon in der IT arbeiten, und vor allem an die, die sich (bisher) mit dem Gedanken tragen, in dieser faszinierenden Szene einen Job zu suchen und sich dafür ausbilden zu lassen.

Von daher verwundert es überhaupt nicht, dass wir zu wenig Informatikstudenten in Deutschland haben und viel zu wenig Fachkräfte. Natürlich ist das Gehalt nicht der wichtigste Faktor, wenn sich Leute für einen Beruf entscheiden. Die Wertschätzung, die es ausdrückt, aber hat einen sehr wesentlichen Einfluss.

Was meinen Sie? Sind vier Prozent mehr Gehalt zu wenig? Diskutieren Sie mit im Blog der COMPUTERWOCHE unter http://blog.computerwoche.de.