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29.08.1975 - 

Antistatische Bodenbeläge

Wenn der Funke überspringt

MÜNCHEN - "Schon ein Papierkorb, der von einem test-gestreßten Programmierer versehentlich gegen die Blechverkleidung der Anlage gestoßen wird, kann Verarbeitungsfehler hervorrufen, - wenn er dabei über einen Synthetik-Teppich rutscht", warnen Verkäufer von antistatischen Bodenbelägen diejenigen Anwender, die es mit der "Umwelt" ihres Rechners nicht so genau nehmen.

Die Ursache ist ein physikalisches Phänomen, das schon die alten Griechen kannten, von dem aber erst der moderne Büromensch in synthetisch ausgelegten Räumen geplagt wird: die Elektrostatik.

Jeder hat sich schon einmal beim Berühren eines Türgriffs elektrisiert. Rein technisch betrachtet kommt die elektrostatische Aufladung durch das Aneinanderreiben zweier nicht leitender Körper zustande, verbunden mit der nachfolgenden Trennung der Ladung auf die beiden Körper. Durch Laufen über einen synthetischen Bodenbelag akkumulieren sich die bei jedem Schritt erzeugten elektrischen Ladungen. Wird anschließend ein leitfähiger Gegenstand berührt, gibt es einen unangenehmen "Schlag". Was vom Menschen sehr schnell verschmerzt wird, nehmen Computer bisweilen übel: Bei den mit niedrigen Impulsspannungen arbeitenden Rechnern können dadurch Hauptspeicherinhalte und Daten auf Plattenstapeln verändert werden.

Die Menge der elektrostatischen Aufladung hängt davon ab, wie schnell die Ladungen abgeleitet werden (Fachterminus: Durchgangswiderstand).

Die Abflußgeschwindigkeit wiederum wird bestimmt durch die Beschaffenheit der Schuhsohlen und des Fußbodens. Für den Rechenzentrumsraum sollte deshalb ein leitfähiger Bodenbelag gewählt werden, der das Zurückfließen der qetrennten Ladungen ermöglicht: mit "antistatischer" Wirkung - wie die gebräuchliche Bezeichnung lautet.

Die Leitfähigkeit eines Teppichs kann am einfachsten durch Behandlung mit einem Spray erhöht werden. Der Nachteil dieses Verfahrens besteht allerdings darin, daß die antistatische Wirkung des Sprühmittels wieder nachläßt, so daß regelmäßiges Shampoonieren erforderlich ist.

Ein besser leitender Belag entsteht dadurch, daß den Textilfasern während der Teppichherstellung Stahlfasern beigemischt werden. Antistatisch wirken auch leitfähige Metallfolien, die in das Belagmaterial eingearbeitet werden.

Seit längerem gibt es eine Reihe anti-elektrostatischer Materialen, mit denen ein befriedigendes antistatisches Verhalten durch Verbesserung der Elektronenoder lonenleitfähigkeit erreicht wird: Polyamid- und Polyprophylen-Fasern etc. Trotz aller gebotenen Vorsicht sollte die Bedeutung antistatischer Bodenbeläge nicht überschätzt werden: In gut klimatisierten Räumen mit einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit von 50-60 Prozent ist nämlich eine spürbare elektrostatische Aufladung nicht mehr möglich. Andererseits bewegen sich die Mehrkosten für einen antistatischen Teppichboden in einer Größe, bei der die Abdeckung des Risikos der Löschung von Informationen auf magnetischen Datenträgern durch elektrostatische Entladungen bestimmt nicht zu hoch bezahlt ist, schreiben die Hersteller von antistatischen Bodenbelägen.