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14.11.1980 - 

Personal-lnformationssystem bei der Preußenelektra:

Wenn der Nachtwächter kommt

HANNOVER (pi) - Bei der Preußischen Elektrizitäts-AG - kurz Preußenelektra -, einem der größten Stromlieferanten in der Bundesrepublik mit Sitz in Hannover, wird im Personal- und Sicherheitsbereich in Kürze ein System auf Basis des Minicomputers Sperry Univac-V77-400 eingesetzt. Es dient der Zeiterfassung und Zugangskontrolle. Die mit Rechnerunterstützung aufbereiteten und komprimierten Daten aus diesem Bereich sind Basis eines Personal-Informationssystems.

Mit der Einführung des Systems sind folgende Zielsetzungen verbunden: automatische Zeiterfassung und Saldierung, Überwachung von Sicherheitsbereichen, aktuelles Auskunftssystem, Bereitstellung von Statistiken und Listen nach verschiedenen Kriterien.

Die eingesetzten Modulen gehören zu dem Betriebsdatenerfassungs- und -verwaltungssystem "Unas/V77". Der Modul "Personalzeit" ist an die jeweilige Betriebsvereinbarung anpassungsfähig und erlaubt die Erfassung von Gleitzeitdaten wie allen anderen festen und variablen Arbeitszeitdaten. Die Kommen-/Gehen-Zeiten werden in einer Personaldatei erfaßt und können über Bildschirm in der Personalabteilung ergänzt und korrigiert sowie jederzeit abgerufen werden. Der Ausgabe von Statistiken und Protokollen dienen Hardcopy-Drucker. Der gerade im Personalbereich so wichtige Datenschutz wird durch ein abgestuftes Sicherheitssystem gewährleistet. Die für die Lohn-/Gehaltsabrechnung vom System erarbeiteten Informationen werden per Magnetband der zentralen EDV übermittelt.

Eine maschinell lesbare Ausweiskarte dient der An-/Abmeldung jedes Mitarbeiters und gleichzeitig der Zugangskontrolle. An speziellen Personaldaten-Erfassungsterminals zum Beispiel in der Eingangshalle wird die Legitimation geprüft, die Uhrzeit erfußt und auch der Gleitzeitsaldo angezeigt. Die Saldo-Abfragemöglichkeit und der schnelle Zugang durch kurze Systemreaktionszeiten ermöglichen eine rasche Akzeptanz durch die Mitarbeiter.

Neben der Zugangskontrolle für den gesamten Gebäudekomplex an allen Eingängen und der damit verbundenen Personalzeiterfassung werden einzelne Gebäudeteile gesondert gesichert, bei der Preußenelektra etwa die Parkdecks, die Tiefgarage, das Rechenzentrum und das Trimm-Center. Während an den Parkdecks wie in der Eingangshalle für die Auto fahrenden Mitarbeiter auch Zu- und Abgangszeiten erfaßt werden, wird in den anderen Bereichen lediglich die Legitimaton geprüft und der Turkontakt freigegeben.

Der Unas-Modul "Zugangskontrolle" erleichtert dem Wachpersonal die Durchführung der Schutzaufgaben und kann auf Wunsch zu einem umfangreichen Kontrollsystem ausgebaut werden - beispielsweise durch Übernahme der Funktionen der Nachtwächter-Stechuhren mit der Möglichkeit des stillen Alarms, durch Angaben von Ort und Zeit des etwaigen Alarmfalls mit Hinweisen für die notwendigen Aktionen und durch Übernahme und Auswertung von Signalen anderer Alarmanlagen.

Im einzelnen läuft die Kommunikation zwischen dem Personalzeiterfassungs- und Zugangskontroll-Terminal im Eingangsbereich und dem V77-Rechner folgendermaßen ab: Der Mitarbeiter schiebt seinen Ausweis in das Gerät und betätigt die Tasten "Kommen" oder "Gehen". Die Ausweisnummer wird dem Rechner übermittelt, von diesem geprüft und die Meldung "berechtigt" oder "unberechtigt" zurückgesandt. Im ersten Fall wird der Ausweis ausgeworfen und das Drehkreuz, der Türkontakt oder die Schranke freigegeben; im zweiten Fall wird der Ausweis zwar auch ausgeworfen, aber ein optisches und akustisches Signal ertönt, und der Kontakt wird nicht freigegeben.

Nach Prüfung der Zugangsberechtigung wird bei Mitarbeitern der Gleitzeitsaldo errechnet und durch Überblendung der Uhrzeit am Terminal angezeigt. Jeder Mitarbeiter kann an jedem Terminal "ein-/auschekken", da es keine spezielle Zuordnung von Terminals und Ausweisnummern gibt.

Kernzeit bei Gleitzeit

Die Zeitabrechnung erfolgt über sogenannte Zeitprofile, die jedem Mitarbeiter entsprechend seiner Funktion und Position zugeordnet sind. In jedem Zeitprofil werden jeweils für ein Kalenderjahr im voraus die täglichen Arbeitszeiten und arbeitsfreien Tage festgelegt. Arbeitszeiten mit festem Arbeitsbeginn und -ende werden wie die Kernzeit bei Gleitzeitregelungen behandelt. Bei geplanten Abwesenheiten (Dienstreisen) werden die entsprechenden Daten über das Bildschirmgerät in der Personalabteilung eingegeben und so die automatisch erfaßten Zeiten ergänzt. Ähnliches gilt für Überstunden außerhalb der Gleitzeit.

Zusätzlich zur Dialogverarbeitung der Gleit- und Fixzeiten, der Kommen-/Gehen-Buchungen, der geplanten Abwesenheit und der Zeitprofile kann "Unas" diverse Protokolle erzeugen, die einen Überblick geben über Länge und Uhrzeit der An- und Abwesenheit, über Krankheit, Urlaub etc., so daß die Personalleitung jederzeit exakte Informationen erhält.

Total-Extrakt

Ein System, das Informationsaufgaben zusammen mit den Anforderungen an die Realtime-Verarbeitung zu erfüllen hat, verfügt zweckmäßigerweise über verschiedene Dateisysteme. So wird für die Personalinformation das Datenbankverwaltungssystem "Total" eingesetzt, während für die Zeiterfassungs- und Zugangskontrolle mit Realtime-Verarbeitung der Zugriff auf die Plattenspeicher vermieden und aus Responsezeitgründen auf im Hauptspeicher residente Dateien zugegriffen wird. Diese Dateien sind ein Extrakt der "Total"-Dateien und werden täglich aktualisiert.

Zusätzlich wird für die Steuerung des Dialogs zwischen Bildschirmterminals und Rechner das Teleprocessing- und Transaktionssystem "Pronto" eingesetzt. Es verfügt über einen besonderen Sicherheits-Modul, der den Zugriff Unberechtigter auf persönliche Daten verhindert.

Hardwaremäßig umfaßt das Personalsystem der Preußenelektra eine V77-400-Zentraleinheit mit 256 KB Hauptspeicherkapazität und Bedienerbildschirm sowie einen Wechselplattenspeicher mit 35 MB, ein Magnetbandgerät mit 1600 bpi und einen Matrixdrucker mit 200 Zeichen pro Sekunde. In zwei Personalbereichen sind je ein Bildschirmterminal mit Hardcopy-Drucker installiert, ein weiterer Drucker steht im Leitstand. Zehn Betriebsdatenterminals BAT 200 dienen der Personalzeiterfassung und Zugangskontrolle in der Empfangshalle und auf den Parkdecks, weitere drei Geräte vom Typ BAT 100 sichern den Zugang zum Rechenzentrum, zur Tiefgarage und zum Trimm-Center.

Das System ist so konzipiert, daß es sich jederzeit ausbauen und ergänzen läßt.

Informationen: Sperry Univac, Finkenweg , 6231 Sulzbach/Taunus, Tel.: 0 61 96/700-1.