Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.


22.11.2004

"Wenn die Flut kommt, steigen alle Boote"

"Forum Nokia" sieht sich als Mittler zwischen Netzbetreibern und Entwicklern. Mit Vice President Lee Epting sprach CW-Redakteur Peter Gruber.

CW: Welche Idee steckt hinter Forum Nokia?

Epting: Es handelt sich um Nokias Organisation, die der weltweiten Community von Entwicklern mobiler Anwendungen unter die Arme greifen soll. Nokia unterstützt die Teilnehmer sowohl technisch während des Entwicklungszyklus als auch in der Vermarktung ihrer Applikationen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Go-to-Market-Channel Group, die Nokias "Preminet"-Lösungen in den Markt bringt.

CW: Bedeutet Preminet, dass Nokia als eine Art Zwischenhändler neue Applikationen an Netzbetreiber vermarktet?

Epting: Preminet ist eine von Nokia gehostete B-to-B-Plattform zwischen Entwicklern und Netzbetreibern, die einen End-to-End-Vertriebskanal für innovative Anwendungen und Content bereitstellt. Preminet liefert dabei einen Master-Katalog mit getesteten Applikationen, die auf den Betriebssystemen Symbian und Java basieren. Dadurch haben Netzbetreiber Zugriff auf Anwendungen und Inhalte aus den Bereichen Musik, Spiele oder Enterprise Solutions, womit sie ihre Umsätze steigern können.

CW: Forum Nokia ist also keine Non-Profit-Einrichtung, sondern ein Geschäftsbereich von Nokia?

Epting: Ja, Forum Nokia ist ein weltweites Handelsmodell, in dem Netzbetreiber und Entwickler Endkundenpreise für die Nutzung von Applikationen und Content vereinbaren. Entwickler und Nokia sind am vom Netz-Provider erzielten Umsatz beteiligt.

CW: Neben der Mittlerfunktion zwischen Netzbetreiber und Programmierer verfolgt Nokia mit dem Forum aber doch auch das Ziel, seine Smartphone-Software "Series 60" im Markt zu verbreiten?

Epting: Unser Motiv ist, dass möglichst jeder Entwickler mobiler Anwendungen die technischen Plattformen von Nokia anstelle der Konkurrenzprodukte wählt.

CW: Wer für Symbian entwickelt, kommt an Series 60 oder einer von Nokias anderen Series-Plattformen also nicht vorbei?

Epting: Series 60 ist die User-Interface-Software, die auf Symbian aufsetzt. Entwickler, die Anwendungen mit den Leistungsmerkmalen von Series 60 schreiben möchten, müssen Symbian-Erfahrung haben. Forum Nokia bietet Komplettlösungen für Series-60-Programmierer an, aber natürlich auch für andere Series-Software wie "40" und "80".

CW: Schafft es Forum Nokia, anderen Betriebssystemen wie "Windows Mobile for Smartphones" oder "Palm OS" den Wind aus den Segeln zu nehmen?

Epting: Der Markt für mobile Applikationen befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium mit großem Wachstumspotenzial. Viele Entwickler tendieren deshalb heute zu einer Multi-Plattform-Strategie. Wir glauben jedoch, dass sich für Programmierer, die mit unseren Plattformen erfolgreich sind, die Notwendigkeit verringert, auch für Konkurrenzsysteme zu entwickeln. Nokia investiert deshalb viel Arbeit, um zu sondieren, welchen Aufwand Programmierer betreiben müssen, um Applikationen von einer Plattform auf eine andere zu portieren. Egal, ob innerhalb der Nokia-Welt von Series 40 auf Series 60 oder von Palm-OS auf Series 60. Wir wissen genau, wie viel Arbeit es bedeutet, den Code zu überarbeiten.

CW: Wie steht es heute um mobile Geschäftsanwendungen?

Epting: Es gibt schon eine ganze Menge Enterprise Applications für die Bereiche Textverarbeitung, Fax, Powerpoint, Device-Management, Automatisierung des Außendienstes, Sicherheit und natürlich E-Mail. Trotzdem haben Enterprise-Lösungen am Markt noch nicht richtig Fuß gefasst. Wir müssen sehen, wie das Enterprise-Geschäft mit weiteren Softwarelösungen und Distributionsmodellen stärker angekurbelt werden kann. Die Kunden müssen noch mehr überzeugt werden, Mobility als eine unternehmenskritische Anwendung zu sehen.

CW: Nokia hat einen großen Anteil am Symbian-Konsortium erworben. Werden Sie für die anderen Mitglieder wie Samsung oder Siemens nicht zu mächtig?

Epting: Keinesfalls. Es ist in unserem Interesse, dass auch die Partner von Symbian profitieren. Hier gilt das Sprichwort: Wenn die Flut kommt, steigen alle Boote.

CW: Kann sich Symbian als das marktbeherrschende Betriebssystem für Smartphones behaupten?

Epting: Symbian ist in diesem Markt heute ein sehr wichtiger Player. Das beweisen der hohe technische Stand sowie die Marktanteile. Deshalb investieren wir.