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19.04.2005 - 

Kolumne

Wenn die IBM hustet ?

Bilanzsaison! Die börsennotierten IT-Player berichten in dieser und der nächsten Woche über den Fortgang ihrer Geschäfte im ersten Quartal. Seit ein paar Jahren fürchten Anleger und Branche diese vierteljährliche Abrechnung. Hightech und IT sind längst keine Garanten mehr für Wachstum und Gewinne. Im Gegenteil: In den letzten Jahren wurden die Notierungen arg gebeutelt. Anleger verloren in Folge enormer Wertberichtigungen viel Kapital, und die IT-Branche büßte den Nimbus der Unüberwindlichkeit ein.

Die Zahlen des ersten Quartals sind immer besonders spannend, weil sie jenseits der firmeneigenen Prognosen darauf hinweisen, wie das Jahr verlaufen wird. Die ersten drei Monate sind vollständig abgerechnet, über das zweite und dritte Vierteljahr liegen zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich gesicherte Erkenntnisse vor, nur das vierte Quartal bleibt noch eine weitgehend unbekannte Variable. Deshalb gibt die Tonlage, in der Firmen- und Finanzchefs bilanzieren, wichtige Hinweise auf das Gesamtjahr.

Danach beurteilt, steht der IBM, die am Freitag vergangener Woche ihre Resultate veröffentlichte, ein hartes Jahr bevor. "Nach einem starken Start hatten wir in den Schlusswochen des Quartals Schwierigkeiten, Transaktionen abzuschließen, besonders in Ländern mit schwachen Wirtschaftskonditionen", erklärte Konzernchef Samuel Palmisano den lauen Umsatzanstieg von nur drei Prozent. Gleichzeitig kündigte Finanzchef Mark Loughridge Restrukturierungen und den Abbau von bis zu 8000 Stellen in Europa an. Die Arbeitsplätze sollen ins billigere Osteuropa verlagert werden. In erster Linie geht es dabei um Jobs in der Servicesparte, die in den letzten Jahren das Glanzstück des Konzerns dargestellt hatte. Sie wuchs währungsbereinigt diesmal nur um drei Prozent.

In dieser Schwäche ein Symptom zu sehen für ein Ende des Wachstums in dem bisher stabilisierenden IT-Segment ist sicher verfrüht. Allerdings weist die Verlagerung von Service-Jobs nach Osteuropa deutlich darauf hin, dass selbst Branchenprimus IBM einen erheblichen Druck auf die Umsatzrendite spürt. Dem gilt es standzuhalten. Eine Alternative gibt es für IBM nicht. Palmisano hat den Umbau Richtung Service noch weiter getrieben als sein Vorgänger Louis Gerstner.

Mit dem jetzt vorgelegten Ergebnis könnte IBM alle Träume von einem weniger schwierigen Jahr für die IT-Branche zunichte machen. Denn offenbar gilt wieder, was in den 80er Jahren als Daumenregel funktionierte: Wenn Big Blue hustet, bekommt die ganze Branche Grippe.