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02.05.1975

Wenn einer auf der Messe war

Mit Gustav Knörzer, EDV/Org.-Chef der WMF, Geislingen, sprach Dr. Gerhard Maurer

- Wir trafen uns ja in Hannover, - direkt vor der CeBIT-Halle. In Ihrer Begleitung waren drei Mitarbeiter. Die WMF kam also mit großer Mannschaft nach Hannover. Hat sich der Besuch gelohnt?

Wenn man vernünftig die Messe geplant hat und ganz bestimmte Objekte im Auge hat, dann kann man für unsere Firma den Schluß ziehen, daß sich der Besuch größtenteils gelohnt hat.

- Vier Mann in Hannover, - mit Reise jeweils 3 Mann/Tage. Dafür hätten Sie doch eine ganze Reihe von Vertretern und Vertriebsbeauftragten zur WMF nach Geislingen bestellen können.

Ohne die Aufgaben, die wir uns gestellt hatten, zu kennen, ist dieser Schluß durchaus berechtigt. Da wir aber in diesem Jahr vor größeren Projekten stehen, die ganz konkrete Organisations-Hilfsmittel benötigen war dieser Aufwand gerechtfertigt.

- Sie fahren also nicht grundsätzlich zur Messe?

Das ist richtig. Im vergangenen Jahr haben wir den Messe-Besuch in Hannover gestrichen.

- Welcher neuen Aufgabe wegen sind Sie nun vier Mann hoch nach Hannover gefahren. Wie war die Aufgabenteilung?

Für unsere ausländischen Vertriebsgesellschaften haben wir Mittlere Datentechnik einzusetzen, - für diesen Bereich bietet die Hannover Messe eine ausgezeichnete Marktübersicht und dazu die Möglichkeit zu unmittelbaren Vergleichen zwischen den Angeboten einzelner Hersteller.

- Wenn Sie auf jeden MDT-Stand gehen und überall Fachgespräche führen, reichen selbst 12 Mann-Tage nicht aus.

Wir hatten schon eine Vorauswahl getroffen denn für uns kommen nur Hersteller in Frage die auch international vertreten sind. Damit schränkt sich die Zahl der zu besuchenden Firmen zwangsläufig ein Sehr wesentlich ist allerdings, daß man sich auch an Ort und Stelle davon überzeugen kann, wie aufwendig das Handling ist.

- Von Prospekten halten Sie nichts?

Wie hoch tatsächlich der Operator-Aufwand ist, kann man nur durch in Augenscheinnahme und durch den unmittelbaren Vergleich beurteilen.

- Ein Mann also wurde auf die MDT angesetzt.

Das war ich sogar selber. Damit war ein voller Messetag ausgefüllt. Der zweite Tag war unserem Großprojekt Waren-Verteilzentrum gewidmet. Für die Steuerung des Hochregallagers wird in unserem Hause erstmalig ein Prozeßrechner zum Einsatz kommen. Dieser Hardware, aber auch der Steuerungs- und Codiermöglichkeiten für Transport- und Fördersysteme müssen wir besondere Aufmerksamkeit widmen. Auch hierzu ist die Hannover Messe durchaus geeignet, weil sie nicht nur eine Büromaschinen-Halle hat, sondern auch die anderen Branchen repräsentativ vertreten sind.

- In Ihrem Fall also hat sich das Hannover-Konzept, daß nämlich so ziemlich alle Branchen ausstellen, bewährt. Die Peripherie für Ihre Prozeßrechneranwendung mußten Sie wohl in verschiedenen Hallen heraussuchen?

Die entsprechenden Codier- und Steuersysteme mußten wir in der Halle für Elektrotechnik und in der Halle for Fördertechnik zusammensuchen. Hier möchte ich allerdings gleich anmerken, daß die Ausbeute ausgesprochen mager war.

- Da taten Ihnen zum Schluß sicherlich die Füße weh?

Das trifft insbesondere für den zweiten Tag zu, denn dabei mußten mehrere Hallen im Messegelände mehrfach durchquert werden. Das war alles schon recht strapaziös - aber das kennt ja jeder Messebesucher. Hier möchte ich aber noch einmal die schlechte Klimatisierung in der CeBIT-Halle ansprechen, - und die zum Teil sehr kleinen Besprechungskabinen direkt unter gleißendem Scheinwerferlicht. Meine Kollegen hatten es da wesentlich besser, die sich in der angenehmeren Atmosphäre auf dem CeBIT-Dach bewegen durften.

- Zwei Mitarbeiter wurden also auf die Software angesetzt Was konnten die eruieren?

Ohne dem Ergebnis der Nachbearbeitung unseres Messebesuches vorgreifen zu wollen, kann ich hierzu feststellen, daß wir über einige uns interessierende Produkte von fachkundigen Mitarbeitern der Softwarehäuser recht interessante Detailauskünfte erhalten konnten.

- Wird das zu Kaufentscheidungen führen?

Ich möchte das nicht einschränkungslos bejahen oder verneinen, es geht uns vielmehr darum, für unser Schulungsprogramm in diesen Jahr die Weichen zu stellen. Hier werden wir sicherlich einige dieser Anwender für diese Aufgaben heranziehen.

- Bleibt zu erwähnen, was Ihr vierter Mann machte.

Er ist mit der allgemeinen Büroorganisation, befaßt und hat sich insbesondere und Datenerfassungsgeräte, Geräte zur Nachbereitung des EDV-Outputs, aber auch um Tischrechner, Diktiersysteme und dergleichen gekümmert.

- Was war denn so Ihr Gesamteindruck in diesem Jahr? Sie waren ja sicherlich nicht zum ersten Mal auf der Messe?

Im Gegensatz zu früheren Messejahren, - wobei ich hier ausdrücklich noch einmal feststellen möchte, daß ich nicht regelmäßig die Messe besuche, - war eine erstaunliche Leere in der CeBIT-Halle festzustellen. Vermutlich fehlten dieses Jahr viele Sehleute. Für uns hatte das positive Folgen, denn die Standbesatzungen gaben sich redlich Mühe, ihre Leerzeit auszufüllen und sich sehr intensiv dem einzelnen Besucher zu widmen. Das artete an einigen Ständen nahezu in Belästigung aus.

- Sie sind IBM-Anwender, verbringen Sie eigentlich auch Zeit auf den Ständen der anderen großen Systemhersteller?

Zunächst zur Richtigstellung: IBM-Anwender ja Mixware-Anwender aber auch. Zu Ihrer Frage: "Nein." Da wir im Rahmen unserer langfristigen Planung keine Ambitionen haben, Systeme zu wechseln, sehe ich hierzu auch keine Notwendigkeit. Im übrigen sind die Informationen, die auf den Schreibtisch flattern, ausreichend, um insgesamt informiert zu sein. Ich möchte aber an dieser Stelle eine generelle Anmerkung machen: Es ist doch davon auszugehen, daß größere DV-Systeme nicht auf der Messe abgeschlossen werden. Insofern bin ich unseren Partnern Memorex und Telex dankbar, daß sie keine Messekosten mehr aufwenden und damit letzten Endes diese Ersparnisse in Form niedrigerer Preise an ihre Kunden weitergeben können.

- Wer weiß, vielleicht hätten viele andere Anwender gerade dieses Mixed Hardware-Angebot überprüfen wollen? Waren Sie überhaupt nicht auf dem Software-Dach?

Wie bereits gesagt, waren hierfür meine Mitarbeiter zuständig. Einen Höflichkeitsbesuch wollte ich allerdings nicht auslassen. Dabei erlebte ich eine unangenehme Überraschung.

- Top Secret? Oder kann man darüber berichten?

Da ich mittlerweile ein offizielles Schreiben in dieser Angelegenheit erhalten habe, ist es durchaus nicht notwendig, diesen Tatbestand zu verschweigen Unser Partner für einige Softwareprodukte dSE, Bremen, hat mir bei diesem Besuch durch seinen Vertreter mitgeteilt, daß sich dieses Softwarehaus in der Auflösung befindet. Das mußte mich überraschen, nachdem mir meine Kollegen noch am Vortag bei der abendlichen Messebesprechung mitgeteilt hatten, welche neuen Produkte von dort zu erwarten seien.

- Haben Sie denn auch nette Erinnerungen von der Messe mit nach Hause genommen?

Man freut sich immer, wenn man etwas Besonderes entdeckt. Natürlich kennen wir aus der großen EDV die vielfältigen Geräte für die Nachbearbeitung: Reißer, Separatoren und andere. Daß es so etwas auch für die Mittlere Datentechnik gibt, - handbetrieben aber zu guten Preisen -, das war doch frappierend festzustellen. Wir werden diese Geräte sehr ernsthaft für den Einsatz in unseren Tochtergesellschaften prüfen und werden alles tun, um auch die Nachbearbeitung für unser Personal dadurch angenehmer zu gestalten.

- Fahren Sie nächstes Jahr wieder auf die Hannover Messe?

Aus der heutigen Sicht mit Sicherheit: "Nein." Einschränkung: Sofern sich keine konkreten neuen Aufgaben ergeben, die einen Besuch in Hannover erforderlich machen.