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28.11.1975

Wenn nicht Eigenfinanzierung, dann Leasing

Haus Ulrich Nelte, Ingenieur MaK Maschinenbau GmbH, Kiel, Hauptabteilungsleiter Organisation und Datenverarbeitung

Der Komplex Computer-Leasing ist im Scholz-Report der Computerwoche in 8 Teilen dankenswerterweise ausführlich behandelt worden. Trotzdem kann vielleicht aus der Sicht des Praktikers der eine oder andere Aspekt ergänzt werden.

Die Einstellung zu Leasingverträgen hat sich u. a. vor allem durch folgende Zwänge verändert:

- Die derzeitige Wirtschaftslage zwingt Unternehmen und Behörden, jede Hardware-Lösung an erster Stelle nach der absoluten Höhe der laufenden Kosten zu beurteilen, die sie verursacht. Erwünscht ist eine möglichst periodengerechte Belastung.

- Konsolidierung hat für die nächsten Jahre Vorrang vor Wachstum, das gilt auch für EDV-Anwendungen. Die typische Neulösung ist selten, die Regel ist heute die Ersatzlösung für eine vorhandene EDV-Lösung, meistens auch mit dem Ziel, laufzeitgünstiger, einfacher, also entlastend zu wirken.

- Die existierenden Software-Lösungen sind inzwischen, so komplex, daß alle größeren Veränderungen langfristige Planungen erfordern.

- Der Entwicklungszyklus für große Systeme hat sich wegen der laufend überproportional steigenden Entwicklungskosten und des geringeren Wirtschaftswachstums verlangsamt.

-Betriebswirtschaftlich wird EDV-Hardware inzwischen ähnlich beurteilt wie andere Investitionsgüter. Kurzzeitnutzung ist unerwünscht.

- Ergänzungen zur Zentralen EDV erfolgen heute seltener durch zusätzlich belastende reine Online-Lösungen, sondern mehr und mehr durch entlastende Satelliten-Lösungen.

Ein Mögliches Konzept ist also:

- unabhängig vom Hersteller die günstigsten Komponenten finden, nicht immer ist das neueste Gerät die optimale Lösung;

- den günstigsten Kaufvertrag aushandeln, in den dann eine geeignete Leasinggesellschaft eintritt, es konkurrieren immer mehrere Anbieter zu jeder Komponente. Bei bereits installierten Maschinen, die unter Miete laufen, ergeben sich bei Übernahme zusätzliche Vorteile, keine Installationsänderung mit den daraus resultierenden technischen Unsicherheiten (z. B. bei Austausch einer CPU), eventuelle Transportkosten usw., keine Lieferterminprobleme, Bereitschaft des Herstellers im Preis nachzugeben, statt Abbau- und Verwertungsrisiko zu tragen

- den günstigsten Leasingvertrag aushandeln kündbare Verträge, z. B. 2 Jahre fest und dann mit jeweils 6 oder 12 Monaten kündbar, ermöglichen sehr viel Bewegungsfreiheit, Schwachstromversicherung und den Versicherungsschutz erweiternde Ergänzungen dazu lassen sich bei namhaften Gesellschaften günstig einbauen, Garantie des Leasinggebers dafür, daß das gewählte Modell für den Leasingnehmer in jedem Fall steuerunschädlich ist. Allgemeine Briefe zwischen Leasingfirmen und Behörden nutzen hier nichts. Für den Fall der Kündigung, 100prozentige Beteiligung am Verwertungserlös auf der einen Seite, für den Fall, daß der Markt für gebrauchtes Gerät zum Zeitpunkt der Kündigung gut ist, und Koppelmöglichkeit der Ablösesumme an Neuverträge auf der anderen Seite, wenn die Verwertungsmöglichkeiten schlecht sind. Es ist kein Fehler, wenn sich wenigstens zwei große Leasinggeber den zu vergebenden Umfang teilen, das erleichtert die Fortsetzung vor allem mit geringwertigeren Komponenten.

Auf jeden Fall muß das, und zwar für jede Systemkomponente einzeln betrachtet, mindestens so gut sein wie der Langfristvertrag eines Herstellers.

Einen guten Hinweis darauf, ob das Modell flexibel genug in die eigene langfristige Planung paßt, liefert auch ein einfacher Vergleich der zu den möglichen Kündigungszeitpunkten anstehenden Ablösebeträge zu den inzwischen theoretisch angesammelten Einsparungen. Oft ist bereits nach einer Spanne von 3 bis 3? Jahren die theoretische Einsparung genauso groß wie die zu diesem Zeitpunkt bei Kündigung anstehende Restzahlung. Nach dieser Zeitspanne, die in der Planung gut zu übersehen ist, bedeutet jede weitere Fortsetzung einen leicht einsehbaren Vorteil.

Die heute als Leasinggeber auftretenden Gesellschaften, insbesondere auch diejenigen, die kündbare Verträge anbieten, sind im allgemeinen als Gliederungen großer Banken so potente Partner, daß durch sie zum Vorteil der EDV-Anwender ein besseres Gegengewicht zu den Herstellern entstanden ist, als das Benutzerorganisationen je sein können.

Sie werden im eigenen Interesse und im Interesse der Anwender für eine möglichst gleichmäßige Weiterentwicklung auf diesem Investitionsgütersektor sorgen, Wertverfall mindern helfen und trotzdem den Fortschritt begünstigen.

Es ist der Schluß erlaubt, daß Leasinglösungen - in welcher Form auch immer - überall dort, wo Eigenfinanzierung nicht in Frage kommt, die Finanzierungsformen der Zukunft sind.