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21.07.1995

Wenn nicht gegen, dann mit Redmond

21.07.1995

Der texanische Grafikspezialist Micrografx leidet offenbar unter Orientierungslosigkeit. Obwohl der alte und neue Kapitaen Paul Grayson das Ruder nach einem kurzzeitigen Intermezzo von Gordon Tucker, dem ehemaligen Leiter einer Gastronomiekette, wieder in die Hand genommen hat, wirkt die Strategie des Softwarehauses einfallslos. "Differenzen ueber den Fuehrungsstil" hatte das offizielle Statement zur Scheidung von Tucker gelautet. Grayson scheint in diesem Punkt selbst seine Schwierigkeiten zu haben, blieb er doch eine klare Kursbestimmung und eine nachvollziehbare Produktstrategie lange Zeit schuldig.

Zwar konnten die Texaner nach langer Durststrecke im Geschaeftsjahr 1994/95 mit einem Ertrag von einer Million Dollar wieder in die Gewinnzone zurueckkehren, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 500000 Dollar verbucht werden musste. Grund zum Jubeln hat die Crew um Grayson allerdings noch lange nicht. Zu schlingernd ist der Kurs, den der Geschaeftsfuehrer faehrt. So hatte man in Richardson noch vor wenigen Monaten Plaene zur Entwicklung eines Grafik- Bundles e la Corel vehement bestritten - eine Sammlung aus Designer, Picture Publisher und Flow Charter war fuer Grayson noch Ende letzten Jahres kein Thema. Doch genau dieses Bundle soll nun Besserung bringen.

Das Schlachtschiff Microsoft mit seiner 32-Bit-Kanone Office 95 soll Micrografx nun wieder flott machen. Eine Strategie, die, gelinde gesagt, fragwuerdig ist - war doch die Gates-Company diejenige, die Micrografx im Bereich der Praesentationssoftware das Leben schwergemacht hatte. Mit Gegnern, die man nicht besiegen kann, verbuendet man sich eben. Doch wer sagt, dass Admiral Gates mit seinem Schiff nicht kurzerhand die Hafeneinfahrt blockiert und demnaechst auch eine Grafik-Suite fuer Office 95 auf den Markt bringt?

Zuzutrauen waere es ihm - man denke nur an das Schicksal des Softwarehauses SPC, das seine erfolgreiche Windows-Datenbank "Superbase" abschreiben musste, nachdem Microsoft mit "Access" und "Foxpro" den Markt erstuermte. Von Dbase und Lotus 1-2-3 soll hier gar nicht erst die Rede sein.