Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.06.1999 - 

Web-Seite hilft bei Versicherungsfällen

Wenn zwei sich streiten, kassiert der Dritte

FRAMINGHAM (IDG) - Zwei New Yorker Rechtsanwälte haben einen Weg gefunden, via Internet Versicherungsstreitfälle schnell und kostengünstig beizulegen. Der Trick: Bei der Abgabe ihrer Schlichtungsangebote weiß keine der Parteien, zu welchem Kompromiß die Gegenseite bereit ist.

Vor einigen Jahren saßen die Anwälte James Burchetta und Charles Brofman als Gegner an einem Versicherungsstreitfall. Sie schrieben ihre Angebote auf Zettel, sollte die Differenz der Geldsummen nicht mehr als 1000 Dollar betragen - so die Abmachung - würde man sich auf die Mitte einigen und den Fall ad acta legen. Forderung und akzeptierter Betrag unterschieden sich um 500 Dollar, das Problem war gelöst.

Das daraus entstandene Online-Schlichtungsverfahren funktioniert ähnlich: Eine der Streitparteien schickt drei Angebote an www.cybersettle.com. Die Betreiber der Web-Seite informieren daraufhin die Gegenseite und geben ihr die Möglichkeit, selbst einen Kompromißvorschlag vorzulegen. Sollte in einer der drei Runden das jeweilige Angebot nur 30 Prozent oder 5000 Dollar von der Forderung entfernt sein, trifft man sich in der Mitte der beiden Beträge.

Ist die geforderte Summe niedriger als der akzeptierte Zahlungsvorschlag einigt man sich auf die Summe des Klägers. Nach drei erfolglosen Durchgängen findet noch ein Finale statt, danach besteht die Möglichkeit, einen Schlichter einzuschalten.

Die Erfolgsquote der Web-Seite, die sich ab Sommer auch mit japanischen und englischen Streitfällen beschäftigen wird, beträgt derzeit rund 49 Prozent. Eine Einigung kostet die beiden Parteien jeweils nur 200 Dollar, das entspricht etwa dem Stundensatz bei alternativen Lösungsansätzen. Zudem werden Streitfälle, bei denen es allein Jahre dauern würde, bis sie vor den Richter kämen, manchmal innerhalb einer halben Stunde online beigelegt. Derzeit arbeiten die beiden findigen Rechtsanwälte daran, ihr Online-Verfahren weiter zu verbessern. Geplant ist etwa eine Pay-Card, auf welche die Versicherung im Falle einer Einigung das Geld automatisch überweisen kann - im Normalfall dauert das nämlich bis zu 90 Tage.