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31.01.2003 - 

Jungunternehmer kritisieren politische Rahmenbedingungen, sind aber zufrieden mit ihrer Tätigkeit

Wer als Gründer solide wirtschaftet, überlebt

WIESBADEN (CW) - Deutlich über zwei Drittel der Unternehmensgründer, die sich der Initiative Forum Kiedrich angeschlossen haben, würden noch einmal den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Dies ergab eine Befragung, die das Forum zum Jahreswechsel unter mehr als 250 Jungunternehmern vornahm. Weit mehr als die Hälfte der Firmen wirft Gewinne ab, und etwa ein Drittel will im neuen Jahr erstmals schwarze Zahlen schreiben.

Die Befragung richtete sich an Unternehmen aus ganz Deutschland, die in den vergangenen sechs Jahren gegründet wurden. Die Antworten geben Auskunft über deren wirtschaftliche Situation, die Einschätzung des Gründerklimas in Deutschland und persönliche Seiten des Gründer-Seins. Die meisten Startups hatten ihre Geburtsstunde 1998, während auf das Jahr 2002 nur zehn Prozent der Gründungen entfallen. Jedes zweite an der Umfrage teilnehmende Unternehmen ist in den Bereichen Telekommunikation, Informationstechnik, Medien, E-Business und Systemlösungen tätig.

83 Prozent der Unternehmen finanzieren sich über Eigenkapital und aus den laufenden Überschüssen. Lediglich ein Drittel der Gründer nahmen Venture-Capital-Gesellschaften in Anspruch. Knapp 60 Prozent der Befragungsteilnehmer haben Erfahrung mit Business-Plan-Wettbewerben, für die Hälfte von ihnen waren sie hilfreich. Eine wesentliche Rolle im Alltag der Jungunternehmer spielen der Know-how-Transfer und ein aktives Networking. Zwei Drittel gaben an, dass ihnen Kooperationen bei Angeboten und Projekten geholfen haben, besonders hervorzuheben ist der Einsatz von Mentoren und Business Angels.

In der Priorität ganz oben steht für die Gründer die Strategie- und Produktentwicklung, während bei Finanzinvestitionen Marketing, Werbung und PR an erster Stelle kommen. Für Personal- sowie Aus- und Weiterbildungsfragen setzen die Gründer am wenigsten Geld und auch Zeit ein.

Kritisch betrachten die befragten Jungunternehmer die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Drei Viertel von ihnen empfinden das Wirtschaftsklima in Deutschland als hinderlich (47 Prozent) bis extrem hinderlich (30 Prozent). Besonders die fehlende Kundennachfrage, so die Hälfte der Unternehmer, beeinträchtige die Geschäftstätigkeit. In den Augen der Mehrheit ist Deutschland gründerfeindlich (46 Prozent) bis sogar "sehr gründerfeindlich" (acht Prozent).

Die Studienteilnehmer haben eine klare Vorstellung davon, was ein Unternehmen erfolgreich macht: Für 76 Prozent der Gründer ist eine attraktive Geschäftsidee wichtigster Faktor, gefolgt von konsequenter Kundenorientierung (70 Prozent), der Persönlichkeit des Gründers (66 Prozent) und einem guten Marketing- und Vertriebskonzept (64 Prozent). Mobil zu sein stört nicht. Denn nur für etwa jeden Zehnten spielt die räumliche Nähe zu seinen Kunden eine entscheidende Rolle. Als persönliche Eigenschaften, die einen Gründer erfolgreich machen, nennen fast 70 Prozent "Durchhaltevermögen", die "Fähigkeit, sich in Kunden hineinversetzen zu können" und "Begeisterungsfähigkeit". Als größter Fehler gilt bei einem guten Drittel "Verliebtheit" in das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung.

Das Forum Kiedrich ist eine von Klaus Plönzke ins Leben gerufene Gründerinitiative, die junge Unternehmen mit Know-how-Transfer unterstützt. Mehr als 140 Mentoren aus Wirtschaft und Wissenschaft stellen Unternehmensgründern kostenlos Rat und Erfahrung zur Verfügung. Die 1997 von CSC Ploenzke gegründete Kommunikationsplattform ist seit 2003 als GmbH eingetragen und wird maßgeblich vom Land Hessen über die Technologie-Stiftung Hessen unterstützt. Neben laufender Arbeit im Netzwerk veranstaltet das Forum zweimal jährlich einen Gründermarkt, auf dem Startup-Unternehmer ihre Geschäftsideen vorstellen. (hk)

Abb: Eigenschaften von erfolgreichen Exitenzgründern

Wer sich selbständig machen will, braucht in erster Linie ein großes Durchhaltevermögen. Er muss sich selbst begeistern und in den Kunden hineinversetzen können. Quelle: Smart-Research