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21.01.2008 - 

Stimme aus dem Handel

Wer braucht bei uns schon Nokia?

Karl-Erich Weber, Jahrgang 1959, ist Kaufmann, Autor, freier Journalist und Redakteur. Hauptberuflich seit 1991 mit ITK und Unterhaltungselektronik befasst, schreibt er seit 1998 für unsere Redaktion. Seine ITK-Lieblingsthemen sind die News, Analysen und Projektionen aus Wirtschaft, Markt und Fachhandel sowie die Hersteller mit ihren Produkten. Zudem bloggt, kritisiert und kommentiert er leidenschaftlich Medien und Politik. 

So, so, wir ehemaligen Exportweltmeister sind nicht mehr globalfähig, meint Nokias Veli Sundbäck. Der Mobilfunk-Krösus Nokia, aus dem Land der Pisa-Helden stammend, glaubt wohl, dass er in Deutschland genug Kapital und Steuergelder abgeschöpft hat, und sucht nun billigstes Humankapital in der Zweiten und Dritten Welt. Naiv und dreist. Von Siemens lernen heißt Globalisierung lernen, oder was?

Andererseits: Wozu braucht man in Deutschland Nokia-Handys, wenn diese ohnehin in Billiglohnländern gebaut werden? Sony Ericsson ist inzwischen so populär, dass ich die Produktpalette von Siemens schon längst vergessen habe.

Und wenn schon global, dann bitte richtig: chinesische Billighandys über das Internet gedealt. Ab 150 Euro gibt es einen PDA mit zwei SIM-Karten-Plätzen, Foto, MP3 und digitalem TV. Natürlich vertragsfrei, und es funktioniert sogar! Demnächst wohl bei Tchibo oder Aldi, wenn die nicht blöd sind!

Einfalt statt Vielfalt scheint sich nun in Finnland breit zu machen. Dass es nordische Konzerne überhaupt nur noch deswegen gibt, weil dort ein traditionell hochpreisiger Binnenmarkt existiert, dessen gut verdienende Noch-Beschäftigte sich einheimische Qualität und Markenprodukte leisten wollen, ist wohl in der dunklen Jahreszeit in Vergessenheit geraten. So wie die Siemens-Geräte von binnenwirtschaftlich denkenden Händlern aus den Regalen verbannt wurden, werden Nokias aus Rumänien bei uns auch keinen Platz mehr brauchen. Diese Presseerklärung ist eine Beleidigung für jeden denkenden Journalisten und zeigt eigentlich nur, dass auch Nokia gerne eine Heuschrecke sein möchte.

Armselig, aber nur eine unter den vielen kleinen Katastrophen, die passieren, seit die soziale Marktwirtschaft in Deutschland nicht mehr richtig funktioniert. Aber vielleicht wird auch nur eine Übernahme vorbereitet, wer weiß?

Mein Fazit: Wer so mit Menschen spielt, hat unser Geld nicht verdient. Erst kommt der Mensch - dann die Aktie, meine Damen und Herren!

Bis demnächst, Euer Querschläger!

Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.