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20.08.1999 - 

Bereits der Student ist das Objekt der Begierde

Wer die Absolventen bei der Stange halten will, muß sich anstrengen

Fast wöchentlich werden neue Informatikstudiengänge mit Bachelor-Abschluß angekündigt. Angelika Fritsche* wollte im Auftrag der CW von BVB-Geschäftsführer Werner Senger wissen, was die FH Dieburg zu bieten hat.

CW: Warum sollte sich ein Student ausgerechnet in Dieburg einschreiben?

Senger: Unser Konzept hebt sich vom traditionellen Informatikstudium völlig ab. Unsere duale Ausbildung ist auf ein fundiertes Basiswissen in der Informatik wie auf die Umsetzbarkeit und Anwendung in den Betrieben ausgerichtet. Wer sich für das Studium in Dieburg entscheidet, erhält eine zukunftsorientierte Ausbildung, die technologisch am State-of-the-Art in den Unternehmen orientiert ist. Außerdem erhalten die Studierenden eine Ausbildungsvergütung.

CW: Sie schließen also eine Art Lehrvertrag ab?

Senger: Ja, so könnte man das nennen. Allerdings ist das eine Ausbildung nach akademischen Standards, die anwendungsorientiert ist. Das theoretische Fundament wird in der FH gelegt. Dort sollen nicht nur festangestellte Professoren arbeiten, sondern auch IT-Praktiker lehren, um schon möglichst früh den Blick für die betriebliche Realität zu schärfen. Das Basiswissen sollen die Studierenden dann schnellstens in konkreten Projekten in den Unternehmen erproben.

CW: Die Studenten können sich nach dem Studium die Rosinen aus dem Kuchen picken. Wie schützen sich die Firmen, die ja viel Geld und Zeit in die Ausbildung stecken, davor, daß andere ihnen den Nachwuchs wegschnappen?

Senger: Zunächst: Der Vertrag, der zwischen den Firmen und den Studierenden geschlossen wird, ist nur für die Dauer des Studiums gültig. Wer nach Ablauf geht, ist nicht mehr gebunden und muß die Ausbildungskosten nicht zurückerstatten. Wir gehen davon aus, daß die Unternehmen, die ja dringend IT-Spezialisten brauchen, alles dazu beitragen werden, damit die Leute sich bei ih- nen wohl fühlen und bleiben. Ob eine Firma die Absolventen nach der Ausbildung bei der Stange halten kann, regelt ganz allein der Markt.

CW: Auch wenn derzeit viel über den Bachelor gesprochen wird, ist der Abschluß in vielen Firmen völlig unbekannt. Wie reagieren Ihre Mitgliedsfirmen auf Ihren Vorstoß?

Senger: In unserer Branche ist gut ein Drittel der Firmen schon international ausgerichtet. Deshalb gibt es auch nicht so große Berührungsängste mit den Bachelor- und Master-Abschlüssen. Die global tätigen Firmen sind dankbar für die internationalen Abschlüsse. Wir werben bei unseren mittelständischen Mitgliedern dafür. Wir versuchen ihnen zu vermitteln, daß sie ihre Produkte auch ins Ausland verkaufen müssen und dafür Fachkräfte mit Auslandserfahrung benötigen.

*Angelika Fritsche ist freie Journalistin in Bonn.