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30.04.1981

"Wer heute seine Softwareentwicklung wirklich im Griff hat, hat so etwas wie Setec"

Mit Ulfried Maiborn, Bereichs-Geschäftsführer der Münchener Softlab GmbH, sprach Jochen Ewe (siehe dazu auch nebenstehenden Bericht "Produktionstechnik aus Mann-Jahrhunderten").

* Löst Setec wirklich die Probleme der heutigen DV?

Ich darf vielleicht zurückfragen: Warum schreibt Ihr Blatt mit schöner Regelmäßigkeit über Betriebssystem-Releases und die damit verbundenen Probleme oder sonstige Systemsoftware- oder -hardware-Schwierigkeiten, kümmert sich aber kaum um Probleme der Anwendersoftware? Diese Probleme nämlich überwiegen heute bei weitem, verglichen mit denen der Systembasis. Die Situation, die wir landauf landab antreffen, sieht doch so aus, daß zehn bis 15 Jahre alte Anwendersoftware auf inzwischen längst erneuertem Hardware-Equipment läuft. Und dabei besteht heutzutage eine Relation von bis zu 1: 8 zwischen den Kosten für die Beschaffung des Basissystems und denen für die Entwicklung der Anwendersoftware.

* Über die Softwarekrise haben wir und andere schon so häufig berichtet, daß uns dies fast schon zum Vorwurf gemacht wird. Sollen wir hier etwa auf dieser Schiene weiterfahren?

Keinesfalls; auch wir können diese Wort nicht mehr hören und würden die "Softwarekrise" gern endgültig beerdigen. Wir müssen uns dazu mit ihren Ursachen befassen und weniger ihre Symptome beweinen. In Wahrheit nämlich stehen wir vor einer Projektabwicklungskrise, die zwangsläufig zu schlechten Softwareprodukten und hohen Entwicklungskosten führt. Dahinter steckt vor allem die außerordentlich billig und mächtig gewordene Hardware, die es uns gestattet, nun auch Projekte von einer Dimension in Angriff zu nehmen, die wir aufgrund ihrer Komplexität noch nicht beherrschen.

* Und hier behauptet Softlab, nachgedacht zu haben und nun ein Patentrezept für alle Fälle anbieten zu können?

Wir wären froh, wenn wir ein solches Patentrezept anbieten könnten, das - wie es einer unserer Kunden einmal wünschte - auf einer Skatkarte formulierbar wäre. Es wird wohl für immer illusorisch bleiben, die Probleme beim Bau eines Reihenhauses und die beim Bau solcher Einmal-Objekte wie etwa des Münchner Olympiadachs mit einem Patentrezept lösen zu können.

* Wenn Setec kein Patentrezept ist, was ist es denn dann?

Ein Know-how-Pool; ein Methodensystem, das die Projektabwicklung durchgängig unterstützt, und zwar sowohl hinsichtlich der Technik wie auch der Projektplanung und -kontrolle.

* Also so etwas wie eine weiterentwickelte Jackson-Strukturierte-Programmierung (JSP)?

JSP verstehen wir als eine mögliche Produktionstechnik neben anderen. Setec enthält selbstverständlich auch Produktionstechniken, die aufeinander abgestimmt sind und beginnend bei der Analyse und Problemdefinition bis hin zur Wartung die Software "lebenslänglich" unterstützen. Darüber hinaus besteht es aus Methoden und Werkzeugen für die Projektführung, für die Verwaltung der Softwareprodukte und für ihre rationelle Erstellung.

* Sie distanzieren sich also von einer Kennzeichnung Setecs als Software-Managementhilfe in dem Sinne, daß es ein Projekt in geeignete Teilprodukte und Phasen aufteilt?

Richtig. Das Erkennen und Definieren solcher Teilprodukte und Phasen ist nur eine Grundvoraussetzung für die Planung und Kontrolle eines Entwicklungsprojekts.

* Ist Setec darum, kurz gesagt, eine Allround-Methodik für jeden DVer?

Das kann man behaupten; denn Setec unterstützt nicht den Entwickler, sondern auch den Softwaremanager und den Anwender.

* Den Anwender? Welchen Anwender?

Jeden, zumindest mittelbar. Denn dadurch, daß Setec Methoden enthält die eine komfortable Endbenutzer-Schnittstelle ermöglichen, ist auch diesem Anwenderkreis wirksam gedient. Die Endbenutzer waren bisher im Entwurfsprozeß nicht einbezogen.

* Nehmen wir einmal die Projektgröße zum Maßstab. Für welche Projekte kommt Setec in Betracht für welche nicht?

Für Großprojekte ist es fast unabdingbar, für kleinere sind einzelne Setec-Methoden sehr zu empfehlen.

* Inwieweit ist Setec nicht nur eine prinzipielle, sondern eine erprobte SE-Methode?

Setec besteht aus langjährig bewährten Methoden sowie Neuentwicklungen, die bereits in Softlab Projekten ihre Feuerprobe bestand haben.

* Welche Hauptwirkungen schreiben Sie Setec zu?

Verminderte Entwicklungskosten bei höherer Qualität der Software, zu dem höhere Planungssicherheit und häufig kürzere Erstellungszeiten.

* Heißt dies, daß der Setec-Anwender seine Projekte besser als bisher kostenmäßig schätzen kann?

Ja; Setec enthält Planungshilfsmittel und - das ist ganz wesentlich - Hilfen zur Auswertung abgelaufener Projekte bezogen auf das jeweilige Unternehmen.

* Wie wird man Setec-Anwender?

Nicht durch das Studium eines Setec-Buchs, nicht allein durch Schulung und Seminare, sondern durch Know-how-Transfer. Das bedeutet: Softlab führt Projekte mit den Kunden kooperativ durch, bringt in diese Zusammenarbeit die erprobten Verfahren und Techniken ein und leitet die Kunden im Gebrauch dieser Techniken an.

* Wie einzig steht das Haus Softlab mit seinem neuen Angebot da?

Jeder, der seine Softwareentwicklung heute wirklich im Griff hat, hat so etwas wie Setec; Softlab hat dieses Wissen zu einem derartigen System ausgearbeitet und transferierbar gemacht.

* Wie sehr bindet sich der Setec-Anwender an Softlab?

Nicht mehr und nicht weniger, als sich ein Patient für die Zeit seiner Krankheit an seinen Arzt ausliefert. Softlab hilft dem Anwender, von der Softwarekrankheit zu genesen.